Das Sonnensystem sah früher ganz anders aus, als wir es heute kennen. Forschende können sich nur durch mathematische Berechnungen dem früheren Bild unserer Sterne und Planeten annähern. Bislang galt das sogenannte Nizza-Modell als wegweisend in der Wissenschaft. Eine neue Berechnung widerspricht nun aber dieser Theorie und präsentiert ein ganz neues Bild unseren früheren Sonnensystems.

Nizza-Modell: Das sagt es aus

Unser Sonnensystem bestehend aus den Planeten Jupiter, Saturn, Erde, Mars, Merkur, Venus, Uranus, Neptun sowie Sonne und Mond ist seit Kindestagen jedem geläufig. Allerdings sah diese Region der Milchstraße nicht schon immer so aus. Noch vor Millionen von Jahren war die Anordnung eine ganz andere. Unsere Planeten befanden sich in Bewegung.

Unser früheres Sonnensystem sollte durch das Nizza-Modell erklärt werden. Dieses besagt, dass es etwa 500 Millionen Jahre nach Entstehung der Sonne zu einer Destabilisierung in der Lage der Planeten kam, wie Cosmos Indirekt erklärt. Eine Neuordnung unserer Planeten war die Folge. Sie rückten auch um einiges auseinander. So sollen unter anderem in 50 Prozent der Simulationen Uranus und Neptun ihre Positionen getauscht haben. Erst weitere 100 Millionen Jahre später soll sich das Sonnensystem wieder stabilisiert haben. Ergebnis ist die heutige Position unserer Planeten.

Ebenfalls soll es einen weiteren Gasriesen gegeben haben. Mit dem Titel „Planet 9“ oder auch „Planet X“ soll dieser jedoch während dieser Phase aus dem Sonnensystem geworfen worden sein und sich jetzt irgendwo außerhalb unserer Sichtweite als Exoplanet befinden.

Neue Theorie widerspricht in Anzahl der Planeten

Eine neue Studie räumt mit dieser These jedoch auf und aktualisiert das Nizza-Modell um mehrere wichtige Punkte. Zum einen sei die Destabilisierung und darauffolgende Stabilisierung unseres Sonnensystems wesentlich schneller vonstattengegangen als bisher angenommen. Der gesamte Prozess soll nun „einige bis zehn Millionen Jahre nach der Geburt des Sonnensystems“ angestoßen worden sein, wie die Studie erläutert. Zum anderen vermissen wir doch keinen Planeten in unseren Reihen: den berüchtigten Planet 9 habe es wohl nie gegeben, wie Inverse weiter erklärt.

Allerdings handelt es sich auch in diesem Fall lediglich um Überlegungen und Simulationen. Doch eine rasantere Neuanordnung unserer Planeten im Sonnensystem sowie das Exkludieren von Planet 9 aus der Hypothese machen das Modell um einiges nachvollziehbarer. Nach wie vor scheint unsere Galaxie also mehr vor uns zu verbergen, als wir bisher von ihr wissen.

Quelle: Inverse, „Early Solar System instability triggered by dispersal of the gaseous disk“ (27.04.2022, nature)

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