Bis heute bereiten Schwarze Löcher Wissenschaftler*innen Kopfzerbrechen. So viel über die Gravitationsmonster in den tiefen des Alles bekannt ist, so vieles liegt noch immer im Dunkel verborgen. Zumindest den Sound konnten Forschende der NASA jetzt aufnehmen. Wie klingt ein Schwarzes Loch? Die Antwort überrascht.

Wenn Galaxien summen

Vor ein paar Jahren noch mutmaßten Forschende, dass in den Zentren der meisten Galaxien Schwarze Löcher beheimatet sein könnten. Mit einem enormen Aufwand wurde diese Hypothese schließlich sogar bestätigt. Das Event Horizon Telescope (EHT) zeigte: Im Zentrum der Galaxie Messier 87 (M87) sitzt Sagittarius A, ein supermassereiches Schwarzes Loch. Der Beweis war ein einzigartiges Foto, das acht für das EHT zusammengeschlossene Observatorien vom Schwarzen Loch machten.

Die NASA hat nun das Schwarze Loch weiter beobachtet, Daten ausgewertet und kommt zu einem besonderen Ergebnis: Sagittarius A summt und brummt vor sich hin. Wie die Raumfahrbehörde mitteilt, gebe es hierfür entsprechende Beweise. Verschiedenste Daten aus allen Teilen der Welt zeigen nun, wie ein Schwarzes Loch klingt.

Event Horizon Telescope (EHT): Um ein Schwarzes Loch zu fotografieren, braucht es enorme Rechenleistungen und die verschiedensten Datensätze. Ein Observatorium kann eine solche Aufgabe nicht stemmen. Für das EHT wurden acht Observatorien zu einem virtuellen Teleskop zusammengeschlossen, dass sich über den gesamten Globus spannt und etwa das Hubble-Weltraumteleskop mit einbindet.

Wie klingt ein Schwarzes Loch?

Aber wie kann es sein, dass Tonaufnahmen im Weltall existieren können? In der Regel gilt: Der luftleere Raum, das Vakuum, beinhaltet nichts, was Schall weiterleiten könnte. Im Falle mancher Schwarzer Löcher ist das aber anders, wie Space.com erklärt.

Denn Sagittarius A wirbelt im Zentrum seiner Galaxie ganz schön viel Staub und Materie auf. Die Gaswolken, die sich spiralförmig um das Schwarze Loch winden, bilden den Resonanzboden für den Gesang. Damit dieser für das menschliche Ohr auch zum Klingen gebracht werden kann, verwendeten die Wissenschaftler*innen die Röntgendaten des Chandra-Röntgenobservatoriums, die optischen Licht-Daten des Hubble-Weltraumteleskops und die gesammelten Befunde über Radiowellen des Atacama Large Millimeter Array (ALMA).

Radioteleskope in der Wüste
Radioteleskope des Atacama Large Millimeter Array (ALMA). © Getty Images/ Ruben Earth

Leise aber aufspürbar

Der so durchleuchtete Materialstrahl von Sagittarius A kann wie eine Radiowelle an seinen dichtesten Stellen angehört werden. Die Aufnahmen zeigen nicht nur, dass Schwarze Löcher Töne erzeugen können, sondern auch wie es klingt. Um diesen Klang zu erzeugen, haben die Wissenschaftler*innen die Wellenlängen von drei verschiedenen Arten elektromagnetischer Strahlung kartiert, die das Schwarze Loch aussendet.

Der lauteste erfasste Ton der so entstandenen Aufnahme lag ganze 57 Oktaven unter dem, was das menschliche Ohr hören kann. Damit das Schwarze loch also klingt, mussten die Wissenschaftler*innen die Schallwellenfrequenz 144 Billiarden Mal (144.000.000.000.000.000) höher skalieren.

Doch nicht nur eine weit entfernte Galaxie bietet solche spannenden Entdeckung. Auch in unserer heimischen Galaxie, der Milchstraße, gelang Forschenden bei der Erforschung Schwazer Löcher ein langersehnter Durchbruch. Und wer noch immer nicht an die dunklen Flecken glaubt, zeigen diese acht Gründe, warum es sie tatsächlich gibt.

Quellen: NASA.gov, Space.com

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