Man geht davon aus, dass alle Galaxien aktive supermassereiche Schwarze Löcher in ihren Zentren tragen. Sternclustern, die schon kurz nach dem Urknall entstanden, könnten ebendiese zum Verhängnis werden. Eine neue Studie untersucht die Folgen für diese massiven ruhenden Galaxien.

Schwarze Löcher stören Geburt von Sternen

Es gibt Galaxien, in denen seit langer Zeit keinerlei neue Sterne entstehen – und wenige bis keine mehr existieren. Sie haben gemein, dass sie über die Dauer ihres Zerfalls stark an Struktur verlieren, allerdings ist bislang unklar, was genau die Entstehung neuer Sterne behindert. Ein internationales Forschungsteam glaubt in Schwarzen Löchern den Grund dafür gefunden zu haben.

Kei Ito von der japanischen SOKENDAI Graduate University for Advanced Studies und sein Team machten sich für ihre Studie die COSMOS-Datenbank zunutze. Das Programm spiegelt eine der am längsten laufenden Durchmusterungen von Galaxien wieder. Die Forscherinnen und Forscher analysierten Röntgen- und Radiostrahlenmessungen, optische und Infrarotdaten.

Dabei stießen sie auf einige Hinweise, die darauf hindeuten, dass Schwarze Löcher die sie umgebenden Galaxien tatsächlich behindern und letztlich langsam „töten“.

Risiko für die Milchstraße?

„Die Strahlung, der Wind oder der Radiostrahl von AGNs können Gas aus Galaxien ausstoßen oder das Gas in/um Galaxien aufheizen und so die Sternentstehungsaktivität unterdrücken, obwohl der genaue Mechanismus noch unklar ist. Im lokalen Universum gibt es mehrere Beobachtungslinien, die die Rückkopplung von AGNs belegen.“

Kei Ito et al.

Bei den beobachteten Ansammlungen handelt es sich um Galaxien, die weit älter sind als die Milchstraße. In unserer Heimatgalaxie entstehen stetig neue Himmelskörper, unter ihnen auch Planeten und Sterne. Ist es soweit, dass Sagittarius A*, das supermassereiche Schwarze Loch im Zentrum der Milchstraße dazu kommt, wird die Menschheit wohl schon lange Zeit ausgestorben sein.

Quelle: „COSMOS2020: Ubiquitous AGN Activity of Massive Quiescent Galaxies at 0 < z < 5 Revealed by X-Ray and Radio Stacking“ (2022, The Astrophysical Journal)

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