Als der größte Planet unseres Sonnensystems scheint der Jupiter kaum zu verfehlen. Regelmäßige Einschläge von Objekten auf der Oberfläche zeugen davon. Doch selbst dabei kommt es noch zu Überraschungen. Eine solche Kollision stellte nämlich gerade mehrere Rekorde auf.

Hausgroßes Objekt: Massiver Einschlag auf dem Jupiter

Am 15. Oktober 2021 entdeckten Astronom*innen einen sehr hellen Blitz auf der Oberfläche des Jupiters – zehn Mal heller als bisher durch Amateure dokumentiert. Der Einschlag soll Energie äquivalent zu zwei Megatonnen TNT freigesetzt haben, vergleichbar mit dem Tunguska-Ereignis im Jahr 1908. Er verzeichnete damit den stärksten Aufprall auf dem Planeten seit 1994 als der Komet Shoemaker-Levy 9 den Jupiter traf. Die entsprechende Studie wurde im Juni 2022 in The Astrophysical Journal Letters veröffentlicht.

Festgehalten wurde der Einschlag mithilfe des Planetary ObservatioN Camera for Optical Transient Surveys (PONCOTS), die von der Universität Kyoto gesteuert wird. Laut IFL Science war es das erste Mal, dass ein solches Ereignis nicht Hobbyastronom*innen, sondern eine dafür zuständige Einrichtung erfasste. Im September 2021 beispielsweise postete die ESA das Video eines Amateurs, der einen Einschlag auf dem Jupiter dokumentiert hatte.

Wissenschaftliche Beobachtung bringt mehr Details zu Tage

Der Vorteil liegt in den zusätzlichen Informationen, die die Forschenden dadurch öffentlich machen konnten. So schätzt man das Flugobjekt auf eine Masse von 4,1 Millionen Kilogramm und eine Breite von rund 15 bis 30 Metern. Aufgrund seiner Geschwindigkeit soll sich das Objekt zudem auf etwa 8.000 Grad Celsius erhitzt haben.

Eine weitere Schätzung beschäftigt sich mit der Häufigkeit solcher Einschläge. Hundert bis tausend Mal öfter als die Erde soll der Jupiter demnach Zielscheibe sein. Geplant ist nun eine Langzeitbeobachtung des Planeten mit einer verbesserten Version des PONCOTS-Systems.

Quellen: The Astrophysical Journal Letters: „Detection of an extremely large impact flash on Jupiter by high-cadence multiwavelength observations„, IFL Science

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