Wenn der Mensch die Erde irgendwann verlässt, könnte er auch die Milchstraße hinter sich lassen. Das Leben auf fernen Exoplaneten halt ein Forschungsteam für realistisch und fordert, dass man die Kriterien für die Bewohnbarkeit der fernen Erden anpassen müsste. Allerdings müssten wir uns auch auf neue Bedingungen in diesem Szenario einstellen.

Atmosphäre von Exoplaneten ganz anders als daheim

Marit Mol Lous und ihre Co-Autor*innen untersuchten in ihrer Studie sogenannte kalte Supererden. Die Atmosphäre jener Exoplaneten bestehen zum Großteil aus Wasserstoff (H) und Helium (He). Zum Vergleich: Unsere Erdatmosphäre besteht zum größten Teil (78 Prozent) aus Stickstoff und Sauerstoff (21 Prozent), wie Planet Wissen einordnet.

Trotz dieser Andersartigkeit stufen die Forschenden ferne Exoplaneten in einem bestimmten Fall als bewohnbar ein. Ist es auf der kalten Supererde nämlich warm genug, dass flüssiges Wasser auffindbar sein könnte, werden diese interessant für den Menschen.

Bis zu acht Milliarden Jahre sollen einige Exoplaneten ihre Atmosphäre für diesen Zweck aufrechterhalten können, erklärt Spektrum. Für eine recht lange Zeit könnte es sich die Menschheit also auch dort bequem machen. Ist die H-He-Atmosphäre dick genug wirkt nämlich der Wasserstoff als Treibhausgas und macht den Exoplaneten damit für uns bewohnbar.

Für mehrere Milliarden Jahre bewohnbar

Allerdings sehe das Leben in diesen fernen Gefilden anders aus, betonen Lous und ihr Team. Der Druck sei so groß wie auf dem Meeresgrund. Wenn man sich solche Möglichkeiten anschaue, müsse man aber laut Lous andere Lebensbedingungen stets berücksichtigen.

Zudem merkt das Forschungsteam an, dass sie sich nicht die langfristige Bewohnbarkeit angeschaut haben. Ob die Menschheit also eines Tages die Erde und unser Sonnensystem verlassen und gänzlich neue Sterne bevölkern könnte, bleibt abzuwarten.

Allerdings sind sich Lous und ihre Kolleg*innen sicher, dass man durch ihre Studie durchaus die Kriterien für die allgemeine Bewohnbarkeit von Exoplaneten erweitern müsse.

Quellen: nature astronomy, Spektrum, Planet Wissen

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