Denkt man an die US-Raumfahrtbehörde NASA, dürfte einem früher oder später auch modernste Technologie in den Sinn kommen. Schließlich schießt man regelmäßig Satelliten und auch Menschen ins All. Doch die Voyager-1-Raumsonde zwingt nun die Mitarbeitenden zu einer ganz altbackenen Vorgehensweise: Stöbern in alten Kisten.

Voyager 1-Probleme: NASA stößt an Archivierungsgrenzen

Das berichtet jetzt jedenfalls Business Insider. Die NASA empfängt seit Mitte Mai 2022 ungültige Daten von Voyager 1, die willkürlich und zufallsgeneriert erscheinen und darüber hinaus keinen Aufschluss über die Ausrichtung der Hauptantenne geben.

Das Alter der Sonde und ihre Technologie von fast 45 Jahren stellt dabei eine große Herausforderung dar – schließlich ist sie viel länger in Betrieb, als ursprünglich gedacht war. Defekte sind von daher nicht auszuschließen. Auch durchfliegt Voyager 1 eine hochradioaktive Umgebung im All.

Um trotzdem aus der Ferne zu verstehen, was genau nicht stimmt, müssen sich die Expertinnen und Experten tief in die technische Dokumentation der Sonde einarbeiten. Dabei stoßen sie aber auf ein unerwartet neues Problem: Die katastrophale Archivierung.

Wusstest du? Mit Stand vom 7. Juli 2022 befindet sich Voyager 1 etwa 23,46 Milliarden Kilometer von unserer Sonne entfernt. Jedes Jahr kommen circa 540 Millionen Kilometer hinzu, was einer Geschwindigkeit von 61.000 km/h entspricht

NASA muss jetzt in verstaubten Kisten wühlen gehen

Denn vor mehr als 40 Jahren habe es dem Bericht nach keine strikten Regeln zum Festhalten solcher Informationen gegeben. Stattdessen hätte die alte Garde der 70er- und 80er-Jahre bei Rentenantritt ihre Sachen in Kisten einfach mitgenommen. So könnten also sie oder ihre Nachfahren auf einem Berg alter NASA-Dokumente sitzen, die bei der Problematik mit Voyager 1 von großem Wert sein könnten.

Immerhin gibt es mittlerweile einen konkreten Verdacht was die Ursache der seltsamen Daten angeht: das Lageregelungssystem. Nun muss man herausfinden, wer damals daran gearbeitet hat, wo diese Personen leben und dann hoffentlich deren Materialien sichten. Und das wird dauern.

Quelle: Business Insider

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