Zwar stammen sie noch nicht von außerirdischem Leben. Aber dennoch empfangen Weltraumforschende immer wieder das ein oder andere Signal aus dem All. Eine neue Entdeckung stellt sie nun vor ein besonderes Rätsel, denn so etwas haben sie noch nicht wahrgenommen. Die Aufnahme ist überraschend lang und rhythmisch. Was könnte es damit auf sich haben?

Ein Signal aus dem All wie nie zuvor stellt großes Mysterium dar

Forschende am renommierten MIT haben ihre Beobachtung in einer Untersuchung zusammengefasst. Im Kern geht es um einen neuen FRB (Fast Radio Burst – Schneller Radioblitz). Die Forschung zu diesen Phänomenen gibt es erst seit 2007 und ist damit noch recht jung. In der Zeit hat man aber schon an die 800 solcher Signale aus dem All untersucht.

  • Auch spannend: Erst vor Kurzem sorgte ein anderes Signal aus dem All für mehr Fragen als Antworten. Es war besonders stark.

Die meisten sind extrem kurz und dauern in der Regel nur Millisekunden. Doch nicht so FRB 20191221A: Das neue Signal dauerte ungefähr drei Sekunden und damit 1.000-mal länger an als bisherige Schnelle Radioblitze. Zudem haben sich die Radiowellen innerhalb des Signals alle 0,2 Sekunden wiederholt – ein Muster, das es so noch nie gab.

„[…] Es gab periodische Spitzen, die erstaunlich präzise waren und die in jedem Sekundenbruchteil ausgesondert wurden – bumm, bumm, bumm – wie ein Herzschlag. Das ist das erste Mal, dass ein Signal periodisch ist.“

Daniele Michilli, führender Autor der Studie

„Herzschlag“ aus dem All: Was ist sein Urpsrung?

Trotz der Einzigartigkeit von FRB 20191221A steckt als Quelle höchstwahrscheinlich ein alter Bekannter: ein Neutronenstern. Analysen deuten entweder auf einen Pulsar (ein schnell rotierender Neutronenstern) oder einen Magnetar (ein Neutronenstern mit extrem intensiven Magnetfeldern).

FRB 20191221A sei aber Millionen Mal heller gewesen als man je von einem Pulsar oder Magnetar in unserer Galaxie gesehen hat. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mutmaßen deshalb, dass das Signal von einem für gewöhnlich viel dunkleren Stern kommen müsse, was Rückschlüsse auf dessen Umgebung geben kann.

Aufgrund der analysierten Eigenschaften dieses Signals aus dem All geht man nun davon aus, dass sich um dessen Quelle eine „extrem turbulente“ Plasmawolke befinden muss. Das Team möchte nun nach weiteren Schnellen Radioblitzen von genau diesem Stern Ausschau halten.

Quelle: „Sub-second periodicity in a fast radio burst“ (Nature, 2022)

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