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Überraschende Exoplaneten: Sie könnten lebensfreundlicher sein als die Erde

Im Rahmen der Weltraumforschung sind Forschende auch auf der Suche nach bewohnbaren Planeten. Zwei solcher Super-Erden haben besondere Merkmale.

Sonneneruptionen können auch auf der Erde für Chaos sorgen. © sdecoret - stock.adobe.com

Sogenannte Super-Erden sind terrestrische Planeten, die wie unsere aussehen, aber größer sind. Laut der NASA stechen erst in diesem Jahr zwei Exemplare hervor, weil sie noch bessere Lebensbedingungen bieten könnten, als es bei uns der Fall ist. Dass sie deshalb als potenzielle neue Erde zu betrachten sind, ist allerdings unwahrscheinlich.

Super-Erden: Das macht die Exoplaneten besonders

Im Rahmen der Untersuchungen mit dem Transiting Exoplanet Survey Satellite (TESS) haben Forschende der NASA gleich mehrere Exoplaneten entdeckt, die ihren Stern in der bewohnbaren Zone umkreisen. Das bedeutet sie befinden sich in einer Umgebung, die die Existenz von flüssigem Wasser zulässt. Für die Entstehung von Leben ist das eine Grundvoraussetzung.

Ein paar davon sind besonders interessant, wie The Conversation berichtet. Während der erste Exoplanet LP 890-9c rund 40 Prozent größer ist als die Erde und sich in ungefähr 8,5 Tagen um seine Sonne bewegt, ist der zweite Exoplanet TOI-1452 etwa 70 Prozent größer und besitzt womöglich einen tiefen Ozean.

„Superhabitable Welten“ zeigen spezielle Merkmale

Beide könnten unsere Erde übertreffen, wenn es nach der Modellierung besonders lebensfreundlicher Bedingungen auf Exoplaneten geht. Einer Liste entsprechender Merkmale zufolge können Planeten, die diese erfüllen, als „superhabitable Welten“ angesehen werden. Solche „müssen zukünftig bei der Weiterverfolgung von Lebensanzeichen mit einbezogen werden“, heißt es in der dazugehörigen Studie.

  • Große Planeten sind wahrscheinlicher geologisch aktiv und könnten biologische Evolution dadurch unterstützen.
  • Die bewohnbarsten Planeten haben in etwa die doppelte Masse der Erde.
  • Sie sind zwischen 20 und 30 Prozent größer als die Erde.
  • Es gibt Ozeane, die flach genug sind, sodass Licht bis zum Meeresboden durchdringt.
  • Die Durchschnittstemperatur liegt bei 25 Grad Celsius.
  • Die Atmosphäre ist dicker als jene der Erde.
  • Der Planet umrundet einen Stern, der älter ist als die Sonne, so dass Leben länger Zeit zum Entwickeln hatte.
  • Es gibt es starkes magnetisches Feld.

Beide der oben genannten Exoplaneten erfüllen theoretisch zumindest einige der genannten Merkmale. Dazu kommt, dass Astronomen laut bisher etwa zwei Dutzend Exoplaneten entdeckt haben, die „in der Theorie noch lebensfreundlicher sind als die Erde“, heißt es bei The Conversation weiter.

Suche nach Super-Erden geht mit dem James-Webb-Teleskop weiter

Die nächste Stufe bei der Erforschung von Super-Erden wird durch das James-Webb-Weltraumteleskop (JWST) der NASA ermöglicht. Damit können Wissenschaftler*innen noch gezielter nach Biosignaturen beziehungsweise biologischen Nebenprodukten in der Atmosphären von Planeten suchen.

Zwar ist das JWST nicht auf die Erforschung von Exoplaneten ausgerichtet. Man plant jedoch bereits, zwei potentiell lebensfreundliche Super-Erden noch im ersten Betriebsjahr damit zu untersuchen.

Quellen: NASA, The Conversation, Astrobiology: „Superhabitable Worlds

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