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Mars: Für die Suche nach Leben könnte es zu spät sein

Gibt es Leben auf dem Mars? Die Frage treibt die Wissenschaft schon lange um. Doch einer neuen Untersuchung zufolge könnte die Suche danach vergeblich sein.

Mars
Auf dem Mars machen NASA-Forschende immer wieder neue Entdeckungen. © Getty Images/ MARK GARLICK/SCIENCE PHOTO LIBRARY

Schon lange wird zum Mars geforscht und dabei die Frage nach Leben auf dem fernen Planeten gestellt. Diesbezüglich gibt es nun eine neue Studie, die allerdings zu keinem guten Ergebnis kommt.

Mars: Mikroben haben gelebt – dann kam der Klimawandel

Forschende der Universität von Arizona und verschiedener französischer Institutionen sind bei ihrer neuen Untersuchung zu dem Schluss gekommen, dass der Mars vor etwa 4,7 bis 3,1 Milliarden Jahren (in der sog. Noachian-Ära) voll mit biologischer Aktivität gewesen sein muss. Das sei vergleichbar gewesen mit der Menge an Leben in den frühen Ozeanen der Erde.

In einem Gespräch mit Space.com sagte Dr. Boris Sauterey, Co-Autor der Studie, dass die Temperaturen auf dem Mars zu jener Zeit zwischen -10° und +20° Celsius geschwankt haben dürften. „Aber die Atmosphäre war ganz anders als die der Erde. Sie war dicht, aber reicher an Kohlendioxid und Wasserstoff, die wie wärmende Gase agierten.“

Geht man nun davon aus, dass frühe Mikroben sich so wie auf der Erde verhielten, dann verbrauchten sie Unmengen an CO2 und Wasserstoff und stießen dabei Methan aus. Doch das könnte einen Klimawandel auf dem Mars erzeugt haben. Anders als bei uns auf der Erde hätte der aber nicht für die Erwärmung des Planeten gesorgt, sondern er wäre eingefroren.

  • Übrigens: Obwohl es wohl noch ein wenig dauern wird, gibt es schon jetzt Überlegungen dazu, wie wir Menschen auf dem Mars leben könnten. Forschende sind aber nicht gerade angetan von der Vorstellung.

Lebensfeindlicher Mars in Rekordgeschwindigkeit

Sauterey ergänzt, dass dieser Prozess durch die Entnahme von Wasserstoff aus der Atmosphäre durch die Mikroben angestoßen wurde – und er sich sehr schnell vollzogen haben soll.

„Nach unseren Resultaten muss die Atmosphäre des Mars durch biologische Aktivität sehr schnell komplett verändert worden sein, innerhalb einiger weniger zehn- oder hunderttausend Jahre.“

Dr. Boris Sauterey

Warum ist der Mars so kalt?

Durch die Entnahme von CO2 und Wasserstoff bei gleichzeitigem Ausstoß von Methan sei die Atmosphäre ausgedünnt. Aber warum ist eine rapide Abkühlung die Folge? Die durchschnittliche Mars-Temperatur beträgt nämlich -65° Celsius. Auf der Erde sorgt aber der gleiche Prozess für Erwärmung.

Regis Ferrière von der Universität Arizona erklärt gegenüber The Register, dass auf dem altertümlichen Mars durch die hohe Dichte an CO2 und Wasserstoff und deren Aufeinanderprallen sich H2 in ein mächtiges Treibhausgas entwickelt haben soll. Nichtsdestotrotz haben die Mikroben es schneller verbraucht, als Methan sich an seiner Stelle festsetzen konnte, um für denselben wärmenden Effekt zu sorgen wie hier.

Dann fror der Marskern ein und das Magnetfeld des Planeten löste sich zunehmend auf. Ohne dessen Schutz war der Mars Solarwinden ausgeliefert, die weiter große Teile der Atmosphäre abgetragen haben.

Hat Leben auf dem Mars überlebt?

Noch ist nicht bekannt, ob irgendwelches Leben von damals die Zeit überdauert hat oder nicht. Auch ist nicht klar, wie lange der Mars überhaupt bewohnbar blieb für die Mikroben. Sollte aber etwas überlebt haben, muss es eine neue Energiequelle gefunden und sich tief unter die Oberfläche verkrochen haben, um nicht einzufrieren.

Und wer weiß: Vielleicht wurde Leben auf dem Mars schon entdeckt und es wurde bislang nur verschwiegen. Zudem besteht auch die Möglichkeit, dass die NASA versehentlich Leben auf den Mars gebracht hat. Und dann gibt es ja noch besonders irre Verschwörungstheorien zum Mars – wir haben dir drei ausgesucht.

Quellen: „Early Mars habitability and global cooling by H2-based methanogens“ (Nature Astronomy, 2022), Space.com, The Register

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