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Wurmlöcher: Neuartiges Modell könnte sie aufspüren

Forschende haben ein neuartiges Modell entwickelt. Es könnte dabei helfen, Wurmlöcher als solche zu erkennen.

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Schwarze Löcher – das solltest du wissen

Über Schwarze Löcher gibt es vieles zu wissen. Wir verraten dir einige der wichtigsten Fakten über die geheimnisvollen Giganten.

In der Welt der Science-Fiction nehmen Wurmlöcher seit Jahrzehnten eine wichtige Rolle ein. Meinst dienen sie dazu, weite Distanzen zu überbrücken. Doch auch in der realen Welt scheint die Forschung nicht allzu weit davon entfernt, diese Weltall-Highways zu identifizieren. Tatsächlich könnten sie uns längst begegnet sein.

Wurmlöcher könnten hinter bekanntem Phänomen stecken

Seit der Physiker Ludwig Flamm 1916 erstmals einem Wurmloch ähnliche Konstrukte beschrieb, hat sich in unserem Verständnis über diese Tore in fremde Welten einiges getan. Einen wichtigen Schritt taten dabei in den 1930er Jahren Albert Einstein und Nathan Rosen. Im Rahmen ihrer Untersuchungen zur Feldgleichung griffen sie Flamms Konzept auf und entwickelten es weiter.

Einstein und Rosen stellten damals die These auf, dass Wurmlöcher eine Art Verbindung zwischen Schwarzen und Weißen Löchern, den hypothetischen Gegenstücken zu Schwarzen Löchern, darstellen könnten. Sie tauften ihre Schöpfung auf den Namen „Einstein-Rosen-Brücke“ – und noch heute arbeiten Forschende aus aller Welt daran, sie zu entschlüsseln.

Mit anderen Worten: Hinter einigen Schwarzen Löchern könnten sich ebendiese Brücken verbergen. Im Rahmen einer Studie entwickelte ein Team der bulgarischen Sofia Universität ein Modell, das dabei helfen soll, diese Tore zu identifizieren. Dazu stellten sie unterschiedliche Annahmen darüber auf, wie sich Materie, die dem Ereignishorizont, also dem äußersten Rand eines Schwarzen Lochs, nahekommt, verhalten müsste.

Haben wir sie schon entdeckt?

In der Theorie sollte sich Materie, die ein statisches Schwarzes Loch umkreist, anders verhalten, als wenn es sich dabei um ein Wurmloch handelt. Denn: Teilchen, die dem Horizont zu nahe kommen und in dessen Strudel geraten, erzeugen starke elektromagnetische Felder. Sie polarisieren das von der heißen Materie ausgehende Licht mit einer klaren Signatur. Im Wirkungsbereich von Wurmlöchern sollte diese Signatur leicht abweichen.

Nun haben wir im Laufe der vergangenen Jahrzehnte gleich mehrere Schwarze Löcher entdeckt. Eines von ihnen befindet sich sogar im Zentrum unserer Milchstraße und trägt den Namen Sagittarius A*. Mit seiner Arbeit wirft das Team um Valentin Deliyski einige wichtige Fragen auf, gibt aber darüber hinaus auch erste Antworten.

So gehen die Forschenden davon aus, dass sich Schwarze Löcher und Wurmlöcher durchaus voneinander unterscheiden lassen. Sie gehen davon aus, dass uns möglicherweise bereits Einstein-Rosen-Brücken untergekommen sind, die die Wissenschaft noch nicht als solche zu identifizieren in der Lage war. Das neue Modell könnte uns dabei helfen, sie künftig zu erkennen.

Quellen: „Polarized image of equatorial emission in horizonless spacetimes: Traversable wormholes“ (2022, Physical Review D)

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