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Mars: Ungewöhnliche Erscheinung beobachtet – „das ist noch nie passiert“

Mit dem Obiter Maven konnte die US-Weltraumbehörde ein seltenes Phänomen erstmals einfangen. Auslöser dafür sind Solarstürme.

© Getty Images/SEBASTIAN KAULITZKI/SCIENCE PHOTO LIBRARY

Mysteriöser Mars: Diese 5 Rätsel um den Planeten konnte bis heute kein Forscher lösen

Der Rote Planet ist schon seit Jahrzehnten beliebtes Ziel offizieller Weltraumbehörden und privater Raumfahrt-Unternehmen. Dennoch gibt es einige Rätsel, die immer noch auf ihre Lösung warten.

Seit rund acht Jahren untersucht die NASA mit Maven den Orbit und die Oberfläche des Mars. Zum ersten Mal in diesem Zeitraum konnte die Sonde nun gleichzeitig zwei verschiedene Arten ultravioletter Auroras beobachten.

Mars: „Eines der hellsten Ereignisse“

Dass die Mars-Phänomene überhaupt auftraten, ist Sonnenstürmen zu verdanken, die bereits am 27. August 2022 begonnen hatten, wie es im Blog der NASA dazu heißt. Damals erfolgte eine Reihe an Ausstößen durch eine aktive Region auf der Sonne.

Begleitet wurden sie von einem koronalen Massenauswurf (CME), also einer massiven Explosion von Gas und magnetischer Energie, die die Sonne verlässt und sich im All ausbreitet. Wenige Tage später war der Mars davon betroffen.

Das Resultat: „Eines der hellsten Ereignisse solarer Energiepartikel (SEP), dass Maven jemals beobachtet hat“. Möglich war dies unter anderem, weil das Maven-Team anhand von Weltraumwetter-Modellen für CME im Voraus berechnen konnte, wann diese auf den Mars treffen würde.

Darum konnte eine Doppel-Aurora beobachtet werden

Die freigesetzten Partikel bombardierten die Mars-Atmosphäre laut NASA, wodurch Auroras mit ultravioletter Wellenlänge entstanden. Mavens Imaging Ultraviolet Spectrograph (IUVS) beobachtete dabei zwei Arten: eine diffuse und eine Protonen-Aurora.

Ein Grund für das gleichzeitige Erfassen beider Erscheinungen war das Timing. So befindet sich der Mars am Ende der Staubsturmsaison, die jedes Jahr während der größten Nähe zur Sonne auftritt. Die Stürme erwärmen die Atmosphäre genug, dass Wasserdampf die oberen Höhen erreichen kann. Dort wird er durch solare ultraviolette Strahlung aufgespalten und setzt Wasserstoffatome in der Atmosphäre frei.

Als der Sonnensturm auf den zusätzlichen Wasserstoff traf, erhellte sich die Tageslichtseite des Mars mit ultravioletten Emissionen. Diese Protonen-Aurora trat zufällig zu der Zeit auf, als noch dynamischere Energiepartikel, die tiefer in die Atmosphäre vordrangen, eine diffuse Aurora auf der gesamten Nachtseite auslösten.

Auch die Forschenden waren überrascht

Wie unerwartet das Phänomen war, erklärt Sumedha Gupta, Postdoc am Laboratory for Atmospheric and Space Physics der Universität von Colorado Boulder:

„Ich war so überrascht, eine Protonen-Aurora und eine diffuse Aurora gleichzeitig zu sehen, weil das noch nie passiert ist. Beide nehmen mit der solaren Aktivität zu, also hoffen wir, dass es weiter vorkommt!“

Sumedha Gupta, Laboratory for Atmospheric and Space Physics (Universität von Colorado Boulder)

Quellen: NASA

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