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Mars: Fremdartiges Material wirft Fragen auf – „seltsame Chemie“

Trotz aller Bemühungen bleibt der Mars unglaublich geheimnisvoll. Gefundene Steinproben verweisen auf eine rätselhafte Ära des roten Planeten.

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Mysteriöser Mars: Diese 5 Rätsel um den Planeten konnte bis heute kein Forscher lösen

Der Rote Planet ist schon seit Jahrzehnten beliebtes Ziel offizieller Weltraumbehörden und privater Raumfahrt-Unternehmen. Dennoch gibt es einige Rätsel, die immer noch auf ihre Lösung warten.

Aktuell gehen Forschende davon aus, dass auf dem Mars einst Leben möglich gewesen sein muss. Man vermutet zumindest einfache Lebensformen, die sich in den ehemaligen Wasseransammlungen des roten Planeten getummelt haben könnten. Zu diesem Zweck ist der Mars-Rover Perseverance aktuell im Jezero-Krater auf Spurensuche. Doch statt Antworten liefert das Gefundene nur noch mehr Fragen.

Mars-Rover liefert Erkenntnisse zur Geschichte des roten Planeten

Auch wenn Perseverance immer nur kleine Pröbchen von Mars-Steinchen und Geröll sammelt, sind die Daten aus ihnen so ergiebig, dass gleich mehrere Teams sie analysieren und entsprechende Studien verfassen. Gleich drei von ihnen beschäftigen sich mit der Geschichte des roten Planeten. Für eine Forschungsgruppe steht fest: In der Region des Jezero-Kraters, wo der Mars Rover im Februar 2021 landete, müssen früher zumindest die Voraussetzungen für Leben geherrscht haben.

Für die Analyse kam SHERLOC, ein Spektrometer für den ultravioletten Bereich, erstmalig zum Einsatz. Durch diese neue Ingenieurskunst, mit der Perseverance ausgestattet ist, gelingt die Untersuchung erster Bodenproben noch bevor sie in einer Folgemission zur Erde gebracht werden. Die Geologin und Planetenwissenschaftlerin Eva Scheller und ihr Team haben somit herausgefunden, dass der Jezero-Krater zwei Perioden gehabt haben muss, in denen er mit Wasser und womöglich einfachen Lebensformen gefüllt war.

Heutige Zusammensetzung komplett weltfremd

Inzwischen ist davon nicht mehr viel zu erkennen. Immerhin soll das auch bereits 3,8 Milliarden Jahre her sein. Circa eine Milliarde Jahre später hat sich dort eine Salz-Sole samt „komischer“ Chemikalien gebildet.

„In dieser Art von Umgebung sehen wir eine sehr, sehr seltsame Chemie, die auf der Erde überhaupt nicht üblich ist, aber auf dem Mars häufiger zu sein scheint, weil wir diese Art von Materialien jetzt in fast allen Missionen gesehen haben“, erklärt die Geologin in einem Interview mit vice. Jedoch haben sie noch keine Theorie unter welchen Bedingungen die Stoffe entstanden sein können.

Suche nach Leben wird fortgesetzt

Auch die anderen beiden Forschungsgrippen tappen nach wie vor im Dunkeln. Mit dem PIXL-Röntgenmikroskop gelang es einem zweiten Team immerhin drei mögliche Entwicklungsphasen von Proben der Séítah-Formation in einer Studie zu skizzieren. Doch ein genauer Hinweis aus Leben fehlt.

Ähnlich sieht es bei dem Team um den Astronomen James F. Bell III  aus. Hier untersuchte man den Mars mithilfe der Mastercam-Z. Aber auch in diesem Fall muss man sich vorerst geschlagen zeigen: „Wir haben keine überzeugenden Beweise für Ablagerungssedimente in den Kraterbodenregionen gefunden, die bisher mit dem Rover erkundet wurden.“, heißt es in der dazugehörigen Studie. Vereinfacht gesagt heißt das: Spuren auf früheres Leben fand auch das dritte Team nicht.

Dennoch lassen sich die Forschenden nicht entmutigen. Zumindest Scheller und Kolleg*innen wollen tiefer Graben und nach organischen Materialien Ausschau halten. Das passt zum Glück perfekt, denn aktuell ist Perseverance in einer besonderen Region des Jerezo-Kraters unterwegs. Die NASA hofft dort endlich auf Ablagerungen zu treffen, die diese drängende Frage beantworten können.

Quelle: vice, „Geological, multispectral, and meteorological imaging results from the Mars 2020 Perseverance rover in Jezero crater“ (November 2022, Science Advances), „Alteration history of Séítah formation rocks inferred by PIXL x-ray fluorescence, x-ray diffraction, and multispectral imaging on Mars“ (November 2022, Science Advances)

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