Veröffentlicht inScience

Astronomie: Mysteriöser Feuerball birgt überraschende Erkenntnisse

In der Astronomie schaut man sich nicht nur ganz aktuelle Phänomene an. Auch welche, die schon ein wenig zurückliegen, können noch spannende Erkenntnisse enthüllen.

© robert - stock.adobe.com

Sternschnuppen, Kometen, Asteroiden: Was ist der Unterschied?

Meteor, Meteoroid und Meteorit: Die Bezeichnungen klingen fast identisch, aber es gibt Unterschiede zwischen den Himmelskörpern. Das Video erklärt, was da durchs All fliegt.

Die Erde befindet sich gewissermaßen unter Dauerbeschuss aus dem All. Davon bekommen wir die meiste Zeit zwar herzlich wenig mit, trotzdem prasseln viele Objekte auf die Atmosphäre ein und verglühen dort. Eine Beobachtung in der Astronomie von 2021 hat Forschende seitdem schwer beschäftigt. Nun sind sie zu überraschenden Ergebnissen gekommen.

Astronomie: Ungewöhnlicher Ursprung für Feuerball entdeckt

Im Zentrum der Untersuchungen im Forschungsfeld der Astronomie stand dieses Mal ein ganz bestimmter Feuerball. Diesen hatte man bereits 2021 am Nachthimmel über Kanada gesehen und zunächst ging man davon aus, dass es sich um ein gewöhnliches Bruchstück eines größeren Kometen handeln musste. Doch in einer neuen Studie kommt man zu einem etwas anderen Ergebnis.

Ausgangspunkt der Überlegungen war nämlich die nachgezeichnete Flugbahn des betreffenden Objektes. Im Zuge der Untersuchungen stellte sich nämlich heraus, dass es seinen Ursprung in der Oortschen Wolke haben muss. Diese soll sich am äußersten Rand unseres Sonnensystems befinden. Sie gilt als theoretisches Konstrukt und ihre Existenz ist noch nicht bewiesen – sie gilt aber zumindest als sehr sicher.

Flugobjekt mit rätselhafter Beschaffenheit

Laut den Forschenden der neuen Untersuchung besteht die Oortsche Wolke vornehmlich aus eisigen Planetesimalen, also kleinen Vorläufern von Planeten. Dementsprechend konnte man davon ausgehen, dass Kometen mit dieser Herkunft ebenfalls aus Eis bestehen. Doch der Feuerball explodierte in einer Art und Weise, die eher auf eine felsige Beschaffenheit hindeutet.

Diese Erkenntnis stellt bisheriges Wissen über die Entstehung des Sonnensystems infrage. Wie der Physiker Denis Vida in einem Artikel bei Western News erklärt, unterstützt diese Entdeckung ein ganz neues Modell zum Sonnensystem. Eines, in dem anders als zuvor große Mengen an felsigem Material neben Eisobjekten in der Oortschen Wolke koexistieren. Das neue Ergebnis sei jedenfalls nicht mit den aktuell bevorzugten Modellen erklärbar und stellt ist damit bahnbrechend.

Auch spannend: Unsere kosmische Heimat birgt noch viele Rätsel zu ihrer Entstehung, aber auch jede Menge andere Phänomene. Jüngst machte man zum Beispiel eine gespenstische Entdeckung im Sonnensystem.

Lassen sich jetzt die Ursprünge des Lebens besser erforschen?

Die Beschaffenheit im Zusammenhang mit der entfernt liegenden Herkunft des Kometen brachte die Forschenden also ins Grübeln. Im Zuge dessen schauten sie in alten Aufzeichnungen nach, um zu überprüfen, ob es in der Vergangenheit womöglich weitere solcher Fälle gab. Tatsächlich konnten sie noch zwei weitere finden – von 1997 und 1979.

Das bedeutet, dass sehr selten felsige Objekte aus der Oortschen Wolke ihren Weg zu uns finden können und damit von viel weiter entfernt, als man es sonst kennt. Da die Wolke als Überbleibsel von der Entstehung des Sonnensystems gilt, man aber bislang nicht von derartigen felsigen Objekten ausging, stellt das also ein Novum dar.

Für die Experten und Expertinnen innerhalb der Astronomie stellt sich nun die Frage, wie und warum sie überhaupt felsig bleiben und wie exakt sie letztendlich auf die Erde treffen konnten. „Wir möchten unsere eigenen Ursprünge verstehen“, ergänzte Vida. Denn je besser man die Umstände versteht, unter denen sich das Sonnensystem formierte, desto besser wird man auch die Voraussetzungen für unser Leben verstehen.

Quellen: „Direct measurement of decimetre-sized rocky material in the Oort cloud“ (Nature Astronomy, 2022), Western News

Seit dem 24. Februar 2022 herrscht Krieg in der Ukraine. Hier kannst du den Betroffenen helfen.

Du willst mehr von uns lesen? Folge uns auf Google News.