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„Außerirdische Megatechnologie“ bereits entdeckt? So wollen sie Forscher identifizieren

Ein fünfköpfiges Team von Physikern will außerirdischen Megaschiffen auf die Schliche kommen. Sie wissen auch schon, was es dazu braucht.

UFO im Orbit der Erde
© Aliaksandr Marko - stock.adobe.com

Fermi-Paradoxon: Wo sind die Aliens?

Sind wir Menschen im All wirklich allein? Immer wieder diskutiert die Wissenschaft über die Frage, ob es außerirdisches Leben im Universum gibt. Das Fermi-Paradoxon will die Frage beantworten, warum wir allein sein könnten.

Seit Jahrzehnten suchen Forschende nach Hinweisen auf außerirdisches Leben und konzentrieren sich dabei hauptsächlich auf potenziell bewohnbare Exoplaneten. Doch ein Team von Physikern geht einen Schritt weiter: Sie möchten das Laser Interferometer Gravitationswellen Observatorium (LIGO) nutzen, um Signale aus dem All zu analysieren. Ihr Ziel ist es, Beweise für gigantische Raumschiffe innerhalb der Milchstraße zu identifizieren.

Signale aus dem All: Das könnten sie verraten

Im Jahr 1950 schon publizierte der Physiker Enrico Fermi seine Gedanken über extraterrestrische Intelligenz. Die heute als Fermi-Paradoxon bekannte These besagt, dass es längst hochentwickelte Zivilisationen geben müsse, die interstellare Raumfahrt entwickelt und ihre gesamte Galaxie besiedelt hat. Um so paradoxer erscheint es, dass die Menschheit bislang keinerlei stichhaltige Hinweise darauf finden konnte.

So werden in der wissenschaftlichen Gemeinschaft Stimmen lauter, die neue, exotische Wege der Suche fordern. Eine Idee besteht darin, Signale aus dem All zu untersuchen. Speziell interessiert sich das Team um Luke Sellers vom Advanced Propulsion Physics Laboratory der University of California für Gravitationswellen.

Im Rahmen einer Forschungsarbeit, die die Physiker auf dem Preprint-Server arXiv veröffentlichten, legen sie Nahe, dass das LIGO ebendiese Wellen nachweisen könnte. Ferner wäre es denkbar, dass „außerirdische Megatechnologie“ Gravitationswellen in ihrem „Kielwasser“ hinterlassen, die wir noch auf der Erde messen können. Sie nennen diese Raumschiffe Rapid And/orMassive Accelerating spacecraft (RAMAcraft), also schnelles und/oder massives beschleunigendes Raumfahrzeug.

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Faktoren müssen erfüllt sein

Den Wissenschaftlern zufolge müsse ein solches Raumschiff eine Größe ähnlich der des Planeten Jupiter aufweisen. Nur so würden die Gravitation die notwendige Stärke erreichen, um auf der Erde als solche identifiziert werden zu können. Doch sei die Größe nicht der einzig relevante Faktor, der bei künftigen Untersuchungen eine Rolle spielen müsse.

So sei auch die Geschwindigkeit des Objekts von großer Relevanz. Es müsse mit etwa einem Zehntel der Lichtgeschwindigkeit reisen – das entspricht circa 29.979 Kilometern pro Sekunde. Außerdem dürfe es nicht weiter als 326.000 Lichtjahre von der Erde entfernt sein.

Es bleibt abzuwarten, ob das Team seine Ideen in die Tat umsetzen wird. Sollte dies gelingen, könnte es einen völlig neuen Ansatz zur Suche nach außerirdischem Leben eröffnen und möglicherweise die jahrzehntelange Suche revolutionieren.

Quelle: „Searching for Intelligent Life in Gravitational Wave Signals Part I: Present Capabilities and Future Horizons“ (2022, arXiv)

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