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James-Webb-Teleskop: 7 der spannendsten Entdeckungen

Mithilfe des fortschrittlichen James-Webb-Teleskops der NASA erlangen wir rasant neues Wissen über das Weltall. Das sind neun der faszinierenden Entdeckung der letzten Monate.

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Größter Planet im Universum - Anders als gedacht

Saturn ist nicht der größte Planet des Universums, sondern des Sonnensystems.

Die ersten Bilder vom James-Webb-Teleskop wurden der breiten Öffentlichkeit im Juli 2022 zugänglich gemacht. Seitdem sorgte es im Vorjahr immer wieder für Schlagzeilen und hilft uns dabei mehr über das Weltall zu verstehen. So nutzten es in den vergangenen Monaten viele verschiedene Teams unterschiedlicher Forschungsinstitute. Jedes von ihnen trug zu diesen verblüffenden, neuen Errungenschaften bei.

#1 Sternengeburten in den Säulen der Schöpfung

Der Adlernebel ist circa 7.000 Lichtjahre von unserer Erde entfernt und war lange ein prominenter Untersuchungsgegenstand des Hubble-Teleskops. Doch nur durch das James-Webb-Teleskop wurde innerhalb des Nebels Neues sichtbar. In der weit entfernten Struktur verstecken sich unzählige Protosterne. Das sind Sterne, die noch nicht abschließend entwickelt sind. Das Material muss sich noch weiter verdichten, damit dann die Wasserstoffverbrennung einschaltet, die die Sterne zum Leuchten bringt.

#2 Bilder der Phantom-Galaxie

Bei der Phantom-Galaxie handelt es sich um ein besonders ansehnliches Exemplar eines galaktischen Systems. Ihre perfekte Spiralform, die durch das James-Webb-Teleskop mithilfe von Infrarotmessung nachempfunden werden konnte, zeichnet sie aus.

Weitere Untersuchungen mit dem Weltraumteleskop offenbaren ein helles Galaxie-Zentrum. Außerdem entdeckte man eine merkwürdige, faserartige Struktur an den Spiralarmen. Forschende gehen davon aus, dass auch hier Sterne entstehen.

Im Vorjahr gelang es der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) die optischen Aufnahmen des Hubble-Telekops mit den Daten von James-Webb zu kombinieren. Das soll „Astronomen ermöglichen, Sternentstehungsregionen in den Galaxien zu lokalisieren, die Massen und das Alter von Sternhaufen genau zu messen und Einblicke in die Natur der kleinen Staubkörner zu gewinnen, die im interstellaren Raum treiben“, fasst die ESA zusammen.

#3 Geheimnisvolle Entdeckung am Wolf-Rayet-Stern

Als Wolf-Rayet-Stern bezeichnet man die freigelegten Kerne ehemals massenreicher Sterne. Genau so ein Exemplar (WR140) hat das James-Webb-Teleskop beobachtet und dabei mysteriöse wellenförmige Muster registriert. Sie bilden sich wie ein Ring um das Objekt herum ähnlich wie Wellen, wenn man einen Stein in Wasser fallen lässt.

Dieser Effekt darf keinesfalls mit den Beugungsmustern verwechselt werden, die standardmäßig bei Aufnahmen des Instruments entstehen. Schon in der Vergangenheit warnte man daher vor dem James-Webb-Teleskop beziehungsweise mahnte die Forschenden zur Vorsicht.

Forschende fanden heraus, dass die ringförmige Struktur bei WR140 durch die Wechselwirkung mit einem kleineren Begleitstern verursacht wird. Die beiden Exemplare sind von einer Staubwolke umgeben, die für die Sichtbarmachung der Kreise sorgt.

#4 Die Wolken des Titans im Detail

Der Saturnmond Titan verschlägt Forschenden seit jeher die Sprache. Dieser äußerst merkwürdige Ort verfügt etwa über Berge aus Wassereis oder ganze Seen aus Methan. Anders als andere Monde hat Titan ebenso eine dichte Atmosphäre. Diese ist mit Wolken aus Methan durchsetzt, wie man durch das James-Webb-Teleskop herausfand. Durch die weitere Beobachtung erhofft man sich neue Gase zu entdecken.

#5 James-Webb-Teleskop zeigt mysteriösen Nebel

Vor dem James-Webb-Teleskop galt der südliche Ringnebel als weniger spannend für die Weltraumforschung. Zu sehen ist dort unter anderem ein sterbender Weißer Zwerg, der Energiewellen aussendet. Hinter ihm muss sich außerdem ein weiterer Stern verbergen, der sich noch in der Blüte seiner Jahre befindet.

Dieses Doppelsternsystem erhielt jedoch nun besondere Aufmerksamkeit, als es durch eines der ersten James-Webb-Aufnahmen öffentlich gezeigt wurde. Der schwächelnde Weiße Zwerg leuchtet rot und ist von einem dunstigen Gas umgeben. Aber wo kommt es her? Gegenwärtig vermutet man einen dritten Stern, der den Betrachtenden jedoch vorerst verborgen bleibt, wie space.com erklärt.

#6 Brauner Zwerg mit staubigen Sandwolken

Eigentlich dient das James-Webb-Teleskop nicht dazu Exoplaneten ausfindig zu machen. Doch aus Versehen gelang ein Fund dieser Art – und dieser ist obendrein besonders merkwürdig. VHS 1256 b ist streng genommen kein Planet. Als Brauner Zwerg klassifiziert ist er größer als herkömmliche Planeten, jedoch für seine Art eher klein, was auf ein junges Alter schließen lässt.

Außerdem leuchtet er schwach im rötlichen Schein. Das deutet auf eine massive Bauweise hin, jedoch hat VHS 1256 b zu wenig Wasserstoff um eine normale Kernfusion voranzutreiben. Durch das James-Webb-Teleskop legte man außerdem offen, dass der Braune Zwerg über sandige Silikatwolken verfügt – so etwas hat man bei anderen Exemplaren dieser Güte noch nie gesehen.

#7 Weltraumteleskop entdeckt Galaxien-Kollaps

An sich ist es nicht ungewöhnlich, dass Galaxien im Weltraum miteinander kollidieren. Doch durch das James-Webb-Teleskop gelang es, einen Prozess aufzudecken, der während dessen heimlich vonstattengeht. Während die galaktischen Sternenansammlungen miteinander verschmelzen, entstehen neue Sterne. Besonders dabei ist vor allem die Geschwindigkeit. So soll der Prozess ganze zwanzig Mal schneller vonstattengehen als etwa in unserer Milchstraße.

Quelle: space.com, eigene Recherche

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