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Satellit fast kollidiert: Fataler Dominoeffekt knapp abgewendet

In unserer Erdumlaufbahn gibt es inzwischen so viele Satelliten, dass es eng wird. Wie ein junges Beispiel zeigt, kann das auch für uns zur Gefahr werden.

Satellit neben der Erde
u00a9 dimazel - stock.adobe.com

Eiszeit auf der Erde

Unsere Erde hat in den letzten 2,6 Millionen Jahren schon 50 Eiszeiten durchlebt. Diese wurden nur von wärmeren Perioden unterbrochen. Auch in der Zukunft kann der Blaue Planet wieder von einer Eiszeit übermannt werden.

Diverse Satelliten und andere Apparate in der Umlaufbahn befinden sich auf unterschiedlichen Höhen. Doch im eher niedrigen Bereich, dem low earth orbit, entdeckt man die meisten. Kollidieren hier zwei Objekte, birgt es jedoch auch ein großes Risiko. Der entstehende Dominoeffekt wäre durch uns nicht aufzuhalten. Trümmerteile könnten auch die Erde treffen, ohne dass wir die Kontrolle über die Situation haben. Und das wäre vor wenigen Tagen beinahe passiert.

Weltraumschrott: Abgeschaltete Satelliten & Trümmer im Orbit

Der erste Satellit im Orbit wurde bereits 1957 hinaufbefördert. Sputnik 1 diente als Testlauf und hatte keine andere Aufgabe, als um die Erde zu kreisen und ein wiederkehrendes Signal abzugeben. Nach einem Jahr beendete man den Versuch und der Satellit wurde auf die Erde zurückgeholt.

Doch inzwischen geht man nicht mehr so sorgsam mit Satelliten in der Erdumlaufbahn um. Ausrangierte Modelle werden häufig einfach abgeschaltet und reihen sich in sich anhäufenden Weltraumschrott ein.

Beinahe-Kollision: 6 Meter bis zum Unglück

Dazu zählte auch das Modell Cosmos 2361 (25590), das seit 1998 unseren Planeten begleitet. Der Satellit diente Russland vor seiner Ausrangierung vor allem für die Telefonkommunikation, wie die NASA informiert.

Cosmos 2361 wäre am 27. Januar beinahe mit einem SL-8 Raketenkörper zusammengestoßen. Das meldete die kommerzielle Weltraumfirma LeoLabs auf Twitter. Ihren Angaben nach verpassten sich die beiden Objekte nur um knappe sechs Meter. Eine Katastrophe konnte also nur haarscharf abgewendet werden.

Worst Case Szenario ist ein verheerender Dominoeffekt

Denn wären der Satellit und das Teilstück der SL-8 wirklich kollidiert, hätte das schwere Folgen für das Leben auf der Erde haben können. Laut Angaben von Leo Labs befinden sich die beiden Objekte nämlich in einer kritischen Höhe von 950 – 1050 Kilometern.

„Diese Region hat aufgrund einer Mischung aus Aufbruchsereignissen und verlassenen verfallenen Objekten ein erhebliches Potenzial zur Trümmererzeugung in LEO (Low Earth Orbit).“, fügen die Expert*innen der Erklärung an.

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Im Falle der Kollision hätte eine ganze Kettenreaktion an Ereignissen beginnen können. Dieses „Worst Case Scenario“ kann schwerwiegende Folgen auch für uns haben:

  1. Die Unterbringung neuer Satelliten im Orbit wäre von massiven Herausforderungen begleitet.
  2. Durch die extreme Vermehrung von Weltraumschrott könnten auch funktionsfähige und wichtige Satelliten beschädigt werden. Das hätte je nach Objekt die Folge, dass etwa der Mobilfunk ausfällt oder das Internet in Teilen der Welt nicht mehr funktioniert.
  3. Bewirkt der Dominoeffekt, dass Satelliten weiter absacken, könnten sie ungehindert auf die Erde stürzen. Insofern nicht alle Teile durch die Atmosphärenwirkung verglühen, sind auch menschliche Siedlungen potentiell gefährdet (via Welt).

Quelle: Twitter / @LeoLabs_Space, Welt, NASA, eigene Recherche

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