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Mars-Rover: Ihre wichtigste Aufgabe können sie womöglich nicht erfüllen

Die beiden Mars-Rover der NASA durchkämmen den roten Planeten und sammeln diverse Proben. Doch ihre Instrumente können die drängendste Frage wahrscheinlich nicht beantworten.

Mars-Rover
u00a9 Sasa Kadrijevic - stock.adobe.com

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Unser Nachbarplanet steckt für uns noch voller Geheimnisse. Doch obwohl noch kein Mensch einen Fuß auf den roten Planeten gesetzt hat, konnte die Forschung bisher einige Erkenntnisse sichern. Diese sind den Mars-Rovern (Curiosity und Perseverance) zu verdanken, die verschiedenen Gegegenden durchkämmen, Pröbchen sammeln und mit Boardinstrumenten analysieren. Doch die Suche nach Leben könnte schon jetzt einem vorläufigen Ende verdammt sein.

Leben auf dem Mars: Bisherige Versuche gescheitert

Das erklärt zumindest ein neuer Fachartikel, die vor kurzem im Nature Communications veröffentlicht wurde. Dieser bezieht sich auf eine Studie von dem Molekulargenetiker Armando Azua-Bustos und seinem Team. In dieser haben sie die Boardinstrumente der Sonden Viking 1, Viking 2, aber auch der beiden Mars-Rover Perseverance und Curiosity einem Test unterzogen. Nun machen sie auf Nachweisgrenzen aufmerksam.

Bisherige Versuche, früheres Leben auf dem Mars nachzuweisen, gelang durch das Sammeln von Proben die genannten Rover und Sonden. Mithilfe der integrierten Gaschromatographie mit Massenspektrometrie-Kopplung (GG-MS) von Viking wurden die Funde beispielsweise erhitzt und vaporisiert. Doch selbst auf kleinster Ebene ließen sich keine Nachweise auf Leben entdecken.

Dabei, so die Forschenden, scheint nachgewiesen, dass man zumindest Spuren entdecken sollte. Immerhin geht man in der Wissenschaft davon aus, dass Meteoriten, Kometen und der Staub auf dem roten Planeten die gesuchten Bausteine enthalten sollten.

2 Prozent des Bodens sollte voller Leben sein

Berücksichtigt man diese Faktoren, sollten eigentlich zwei Prozent des Mars-Bodens ebenjene Signaturen enthalten, nachdem die Wissenschaft so verzweifelt sucht. Im Falle der Viking-Lander konnte jedoch nachgewiesen werden, dass Perchloratsalze im Marsboden Spuren auf Leben noch vor Probeentnahme zerstört haben mussten. Man ging sogar davon aus, dass die Annahme, es gab jemals Leben auf dem Mars, womöglich falsch sei.

Später entdeckte dann der Curiosity Rover, dass es Wasser auf dem roten Planeten gegeben haben muss. Dieses Indiz veranlasste Forschende der NASA dazu, weiter nach Spuren von Leben Ausschau zu halten. Der weiterentwickelte Perseverance-Rover sollte es finden.

Rover-Instrumente unzureichend (Beweis)

Inzwischen rollt dieser durch das alte Flussdelta im Jezero-Krater auf dem roten Planeten. Hier hat man die besten Chancen, das Gesuchte auch zu finden. Perseverance hat sogar organische Stoffe entdeckt. Jedoch könnten diese auch von außen zu unserem Nachbarplaneten gekommen sein. Daher sei „der Nachweis eines biologischen Ursprungs unmöglich“.

Diese These verhärtet sich nun durch die Erkenntnisse von Armando Azua-Bustos und Kolleg*innen. Sie haben diverse Instrumente vom Mars-Rover Perseverance, aber auch Curiosity und den Viking-Sonden in der Atacama-Wüste in Chile erprobt. Hier findet sich rotes Gestein ähnlich zu dem aus dem Mars. Zudem wissen die Forschenden in diesem Fall, dass in der trockensten und ältesten Wüste auf unserer Erde Leben vorhanden ist.

Doch mit den hochentwickelten Mars-Rover-Instrumenten ließ sich in keinem Fall Leben nachweisen. „Unsere Ergebnisse betonen, wie wichtig es ist, Proben zur Erde zurückzubringen, um endgültig zu klären, ob jemals Leben auf dem Mars existiert hat.“, erklären sie daher entschieden.

Quelle: „Life on Mars, can we detect it?“ (Nature Communications, Februar 2023), „Dark microbiome and extremely low organics in Atacama fossil delta unveil Mars life detection limits“ (Nature Communications, Februar 2023)

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