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Signal von Planeten aufgefangen: Forscher hoffen auf außerirdisches Leben

Forschende haben einen Exoplaneten mit Magnetfeld aufgespürt. Ihre Untersuchung könnte den Grundstein für völlig neue Ansätze auf der Suche nach außerirdischem Leben legen.

Exoplanet vor einem Stern
u00a9 Vadimsadovski - stock.adobe.com

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Eine Forschungsgruppe hat einen möglicherweise bewohnbaren, erdgroßen Planeten namens YZ Ceti b identifiziert. Er umkreist einen Stern, der etwa 12 Lichtjahre von der Erde entfernt ist. Anlass zu ihrer Theorie gaben Messungen eines Signals aus dem All.

Signal aus dem All – das bedeutet es

Die Forschenden Sebastian Pineda und Jackie Villadsen beobachteten ein sich wiederholendes Radiosignal, das von dem Stern YZ Ceti ausging. Sie stellten die Theorie auf, dass die Radiowellen durch die Wechselwirkungen zwischen dem Magnetfeld des Exoplaneten und dem Stern, den er umkreist, erzeugt wurden. Diese Forschung gibt Aufschluss über die Umgebung von Sternen und kann bei der Suche nach potenziell bewohnbaren Planeten in anderen Sonnensystemen helfen.

Das Magnetfeld der Erde sorgt nicht nur dafür, dass alle Kompassnadeln in dieselbe Richtung zeigen. Es trägt auch dazu bei, das bisschen lebenserhaltende Atmosphäre auf der Erde zu erhalten, indem es hochenergetische Teilchen und Plasma ablenkt, die regelmäßig von der Sonne ausgestoßen werden.

„Vielversprechende Methode, um weitere zu finden“

Da Magnetfelder unsichtbar sind, sei es schwierig, festzustellen, ob ein entfernter Planet tatsächlich ein Magnetfeld hat, erklärt Villadsen. „Wir suchen nach Planeten, die nahe an ihren Sternen liegen und eine ähnliche Größe wie die Erde haben. Diese Planeten sind viel zu nah an ihren Sternen, als dass man dort leben könnte, aber weil sie so nah sind, pflügt der Planet durch einen Haufen Zeug, das vom Stern kommt.“

Wenn der Planet ein Magnetfeld hat und durch genügend Sternmaterial pflügt, wird der Stern helle Radiowellen aussenden. Die Stärke dieses Signals aus dem All kann dann gemessen werden, sodass die Forscher feststellen können, wie stark das Magnetfeld des Planeten sein könnte.

„Die Suche nach potenziell bewohnbaren oder lebenstragenden Welten in anderen Sonnensystemen hängt zum Teil davon ab, ob felsige, erdähnliche Exoplaneten tatsächlich Magnetfelder haben“, sagt Joe Pesce, Programmdirektor des National Radio Astronomy Observatory bei der NSF. „Diese Forschung zeigt nicht nur, dass dieser spezielle felsige Exoplanet wahrscheinlich ein Magnetfeld hat, sondern bietet auch eine vielversprechende Methode, um weitere zu finden.“

Bisher bester Kandidat

Der kleine rote Zwergstern YZ Ceti und sein bekannter Exoplanet YZ Ceti b stellen ein ideales Paar dar. Denn der Exoplanet befindet sich so nahe am Stern, dass er eine volle Umlaufbahn in nur zwei Tagen zurücklegt. Wenn das Plasma von YZ Ceti vom magnetischen „Pflug“ des Planeten abprallt, tritt es in Wechselwirkung mit dem Magnetfeld des Sterns selbst, was Radiowellen erzeugt, die stark genug sind, um auf der Erde beobachtet zu werden. Die Stärke dieser Radiowellen kann dann gemessen werden, sodass die Forscher feststellen können, wie stark das Magnetfeld des Planeten sein könnte.

YZ Ceti b ist zwar der bisher beste Kandidat für einen felsigen Exoplaneten mit einem Magnetfeld, aber der Fall ist noch nicht abgeschlossen. Die Forschenden sind sich einig, dass es in Folge der Studie von Pineda und Villadsen eine Menge Folgearbeiten geben wird, bevor eine wirklich eindeutige Bestätigung der von einem Planeten verursachten Radiowellen vorliegt.

Quellen: National Science Foundation; „Coherent radio bursts from known M-dwarf planet-host YZ Ceti“ (Nature Astronomy, 2023)

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