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Mysteriöse Spirale am Nachthimmel: Das steckt wirklich hinter den Aufnahmen

Immer wieder hält der Nachthimmel regelrechte Kunstwerke für seine Beobachter*innen bereit. Nicht immer lassen sich diese sofort erklären.

Spirale am Nachthimmel über Alaska
u00a9 Todd Salat

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Damals benannte man die acht Planeten unseres Sonnensystem noch „wandernden Sterne“: Heute trägt jeder der Planeten einen eigenen Namen.

Im nördlichen Teil Alaskas sind die faszinierenden Polarlichter ein bekanntes Phänomen. Doch eines Nachts konnte der Fotograf Todd Salat ein meteorologisches Ereignis beobachten, das ihm bisher unbekannt war. Eine blaue Spirale aus einem hellen Licht bildete sich vor dem grün schimmernden Hintergrund der Nordlichter und breitete sich schnell über den Nachthimmel aus, während sie immer größer wurde.

Phänomen am Nachthimmel einfach erklärt

„Ich war völlig überrascht und verblüfft, als ich zum ersten Mal ein weit entferntes helles Licht sah, das vom nördlichen Horizont auf mich zukam“, berichtete Salat im Interview mit spaceweather.com. „Zuerst dachte ich, es sei ein Düsenflugzeug, das durch ein paar Wolken fliegt. Dann nahm es die Form einer Spirale an und wurde schnell groß!“

So ungewöhnlich der Anblick für die Bewohnerinnen und Bewohner Alaskas auch gewesen sein mag, es ist bei weitem nicht das erste Mal, dass ein leuchtender Wirbel ihre Aufmerksamkeit auf sich zieht. Obwohl das Phänomen faszinierend ist, gibt es eine relativ einfache Erklärung dafür.

Wenige Stunden vor dem Auftauchen der Spirale startete das private Raumfahrtunternehmen SpaceX eine Falcon 9-Rakete mit Dutzenden von Satelliten als Teil seiner Transporter-7-Mission von der kalifornischen Vandenberg Space Force Base. Wenige Minuten nach dem Start fiel die erste Stufe der Rakete zurück auf die Oberfläche und landete sanft, während die Oberstufe der Falcon 9 weiter in die Umlaufbahn flog und ihre Mission beendete, bevor sie in einer taumelnden Spirale zurück zur Erde sank.

Beim Abstieg der Oberstufe der Falcon 9 wurde der restliche Treibstoff in die obere Atmosphäre abgelassen. Der Wasserdampf in den Gasen gefror zu winzigen, lichtreflektierenden Kristallen, wodurch die leuchtende Spirale am Nachthimmel entstand.

Alptraum für die Astronomie

Das Phänomen ist zwar faszinierend, aber nicht alle Beobachterinnen und Beobachter von Naturschönheiten wie Polarlichtern würden gerne mehr davon sehen. Schwärme von kleinen Satelliten, die den Nachthimmel füllen, werden zum Alptraum der Astronomie. Sie verschmutzen die unberührte Sicht auf den Himmel und streifen über die Sternenfelder.

Da die kommerzielle Raumfahrt immer zugänglicher und erschwinglicher wird, werden die leuchtenden Weltraumspiralen immer weniger geheimnisvoll sein. Wir werden in naher Zukunft wahrscheinlich mehr dieser Kunstwerke am Himmel sehen. Allerdings müssen wir uns über die Auswirkungen dieser Weltraummissionen auf unseren Planeten und seine Bevölkerung im Klaren sein.

Quelle: spaceweather.com

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