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Exoplaneten: Forschern gelingt Entdeckung dank revolutionärer Methode

Die Entdeckung eines neuen Exoplaneten ist eine Sache. Aber dieses Mal ist auch die Art und Weise, wie es Forschenden gelungen ist, von großer Bedeutung.

Darstellung eines Exoplaneten.
u00a9 Aaron Alien - stock.adobe.com

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Bei der Untersuchung des Universums stoßen Forschende immer mal wieder über neue Exoplaneten. Bei ihrer Suche nach neuen Objekten kommen verschiedene Methoden und Strategien zum Einsatz. Bei einem neuen Fund gelang ihnen ein Novum, das zukünftige Projekte nachhaltig beeinflussen kann.

Exoplaneten: Kombinierte Bildgebung ermöglicht neuen Fund

Die europäische Weltraumbehörde ESA hat nun über eine neue Entdeckung berichtet. Konkret geht es dabei um den Exoplaneten HIP 99770 b. Dieser ist an sich schon eine Meldung wert, doch mindestens genauso spannend ist die Art und Weise seiner Entdeckung. Denn dafür kombinierte man zum ersten Mal direkte und indirekte Bildgebungsverfahren.

Für gewöhnlich kommt nur einer der beiden Wege zum Einsatz, der jeweils seine ganz eigenen Vor- und Nachteile mit sich bringt. Beim direkten Verfahren schaut man mit dem Teleskop ins All und erkennt einen Planeten direkt. Dazu müsste dieser aber weit entfernt von seinem Stern positioniert sein, da er sonst von dessen Licht verdeckt wird. Bei der indirekten Bildgebung wird eigentlich nur von der Existenz eines Planeten ausgegangen, weil man sich seinen Effekt auf den jeweiligen Stern anschaut.

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Datenbank mit zwei Millionen Sternen war Ausgangspunkt

Bislang hat man etwa 5.000 Objekte durch das indirekte, jedoch nur 20 durch das direkte Verfahren gefunden. Letzteres führt stets dazu, dass man blind auf einen Stern schaut und hofft, etwas in seiner Umgebung zu sehen. Deswegen wollten Forschende etwas Neues ausprobieren. Dazu nahm das Team zunächst Daten des Hipparcos-Gaia-Katalogs für Beschleunigungen zur Hand.

Darin sind von fast zwei Millionen Sternen Positionen und Bewegungen festgehalten. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hielten innerhalb der Datenbank Ausschau nach Sternen, die ihre Position auf eine Weise wechselten, die auf einen großen Planeten in ihrer Nähe deuteten. Anschließend wendete man das Subaru-Teleskop auf Hawaii an und konnte so HIP 99770 b ausfindig machen.

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HIP 99770 b ist besonders massiv

Der Exoplanet ist etwa 16-mal so massiv wie der Jupiter. Dessen Stern ist auch kein Winzling und soll doppelt so massig sein wie unsere Sonne. Außerdem strahlt er besonders lichtintensiv: Die Umlaufbahn von HIP 99770 b um seinen Stern ist eigentlich dreimal länger als die des Jupiters und trotzdem empfängt der Planet die gleiche Lichtmenge. Zudem könnte das Objekt Kohlenmonoxid und sogar Wasser enthalten, wie der führende Autor der Untersuchung THAYNE CURRIE gegenüber Inverse erklärte.

Für die Forschung eröffnen sich durch das kombinierte Suchverfahren neue Möglichkeiten. So könnte es möglich sein, viele neue Exoplaneten zu entdecken.

Quellen: „Direct imaging and astrometric detection of a gas giant planet orbiting an accelerating star“ (Science 2023), Inverse, ESA

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