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Über der Antarktis: Forscher sehen merkwürdiges Phänomen am Himmel

Dank der Wolken bleibt es auf unserem Planeten kühl genug zum Leben. Doch die Exemplare über der Antarktis sind unnatürlich hell.

Antarktis
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Eiszeit auf der Erde

Unsere Erde hat in den letzten 2,6 Millionen Jahren schon 50 Eiszeiten durchlebt. Diese wurden nur von wärmeren Perioden unterbrochen. Auch in der Zukunft kann der Blaue Planet wieder von einer Eiszeit übermannt werden.

Wolken gibt es überall auf der Erde, auch wenn sie nicht immer zur gleichen Zeit da sind. Verdecken sie die Sonne, wird es selbst an einem warmen Sommertag plötzlich merklich kühler. Und genau das ist auch ihre Aufgabe. Sie dienen nämlich als Reflektoren für das Sonnenlicht. Forscher haben nun entdeckt, dass die Wolken über der Antarktis jedoch eine Besonderheit aufweisen.

Wolken über der Antarktis unnatürlich hell

Zwar wird der besonders gefährliche Teil der UV-Strahlung durch die Erdatmosphäre gefiltert. Dennoch braucht es weitere Schutzschilde, damit es auf der Erde kühl genug zum Leben bleibt. Dabei helfen Wolken ungemein. Je heller eine Wolke, umso mehr Sonnenlicht kann sie zurück in den Weltraum reflektieren.

Forschende haben dabei jedoch etwas Merkwürdiges festgestellt. Satellitenbilder aus der Antarktis zeigen, dass es dort besonders viele übermäßig helle Wolken gibt. Je weiter südlicher man reist, desto mehr schneeweiße Exemplare entdeckt man. In den nördlichen Breitengraden, also in der Arktis lässt sich dieser Effekt nicht beobachten.

Das Team um den Atmosphäreforscher Gerald Mace ist der Ursache auf den Grund gegangen. Aufgrund der Ozeaneigenschaften am südlichen Polarkreis konnten sie auch schnell die Verursacher finden: Phytoplankton.

Phytoplankton dient als Wolken-Bleiche

Die einzelligen Pflanzen kommen in den südlichen Breitengraden wesentlich häufiger vor als im Norden, erklärt Mace. Die Sonnenlicht verbrauchenden Organismen setzen während ihres Stoffwechsels Dimethylsulfid frei, beginnt Scientific die Erklärung des wissenschaftlichen Zusammenhangs. Dieser gasförmige Stoff steigt dis in die Atmosphäre auf. Dort bilden sich dann Aerosolpartikel, aus denen schließlich Wolken entstehen.

Eine Besonderheit: Durch das Dimethylsulfid sind die entstehenden Wolken in der Antarktis voller Wassertropfen. Das macht sie so hell. In der nördlichen Arktis hingegen gibt es weniger wolkenbildende Samen wie das Dimethylsulfid. Stattdessen dient das angeschwemmte Salz bei Gischt dafür, dass sich überhaupt die Zuckerwatte ähnlichen Objekte am Himmel bilden.

Globaler Effekt durch Einzeller-Pflanzen

Dennoch ist der Effekt, den das Phytoplankton auf die Wolkenbildung hat, ein globaler. Nichtsdestotrotz verhalt die Studie erstmal zu profunden Erkenntnissen. Nur durch die Beobachtung der Wolken in der Antarktis über einen Zeitraum von fünf Jahren gelang es dem Team eindeutige Zusammenhänge aufzuzeigen.

Weitere Studien sollen noch tiefer in die Materie gehen. Dieses Wissen kann etwa dazu beitragen die Wechselwirkungen zwischen Erde und All besser nachvollziehen zu können. Auch im Kampf gegen den Klimawandel können gewisse Pflanzen von Nutzen sein.

Quelle: Scientific American

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