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Kuhmist trägt zur Erderwärmung bei: Das soll jetzt dagegen helfen

Zur Erderwärmung trägt unter anderem der Ausstoß von Methan bei und dafür sorgt auch die weltweite Viehzucht. Doch jetzt scheint man ein Mittel dagegen gefunden zu haben.

Eine Kuh, im Hintergrund das Matterhorn.
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Klimawandel: Die Auswirkungen auf Natur und Gesellschaft

Der menschengemachte Klimawandel verändert unsere Welt mit vielfältigen Folgen. Welche Bereiche sind akut betroffen?

Der Klimawandel beschäftigt die Menschheit wie kaum ein anderes Thema derzeit. Eines der ganz großen Symptome ist dabei die kontinuierliche Erderwärmung, die vor allem durch den Ausstoß verschiedener Triebhausgase angetrieben wird. Dazu gehört auch Methan, das zu einem nicht unbeträchtlichen Anteil aus der Viehzucht in die Atmosphäre gelangt. Doch eine Entdeckung scheint die Lösung für diesen Teil des Problems zu sein.

Erderwärmung: Methan aus Kuhmist großes Problem

Methan ist ein besonders potentes Treibhausgas, das in Unmengen in die Luft geschleudert wird. Es kann Hitze 80-mal besser in der Atmosphäre halten als CO2 und verwandelt sich später in Kohlenstoffdioxid – dadurch bleibt der Treibhauseffekt besonders lange auf einem hohen Niveau. Das Gas ist damit ein zentraler Faktor beim Klimawandel, das unter anderem von sehr vielen Tieren ausgestoßen wird.

Der weltweite Viehbetrieb trägt stark dazu bei, denn Kühe sondern das Gas sowohl beim Wiederkäuen als auch durch ihren Kot im großen Umfang ab. Letzteres macht allein in den USA bereits zehn Prozent des gesamten Methanausstoßes des Landes aus – die dort gehaltenen 90 Millionen Tiere sind insgesamt für 37 Prozent verantwortlich.

Ein schwedisches Forschungsteam hat sich nun eine bestimmte Rotalgenart näher angeschaut, um zu prüfen, ob sie bei ausgeschiedenen Fäkalien helfen kann. Zuvor zeigte die Pflanze schon beim Wiederkäuen hoffnungsvolle Ergebnisse zur Reduktion des Gases. Und wie man nun herausfand, kann sie auch bei Ausscheidungen Methan um fast die Hälfte reduzieren.

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Bromoform ist Schlüssel zum Erfolg

Konkret geht es um die Rotalge mit der lateinischen Bezeichnung Asparagopsis taxiformis (AT). Die Forschenden haben diese besondere Pflanze für ihren Versuch zu Kuhkot gegeben. Dabei stellten sie einen reduzierten Methanausstoß um bis zu 44 Prozent gegenüber unbehandelten Ausscheidungen fest.

Das liegt vor allem am darin enthaltenen Bromoform, das auf natürliche Weise die Entstehung des Gases blockiert. Doch während sich vorherige Studien vor allem auf die Ernährung der Tiere mit AT konzentrierten, war es das erste Mal, dass man die Pflanze auf Fäkalien anwendete.

Übrigens: Einige Forscherinnen und Forscher schauen sich zur Bekämpfung des Klimawandels Katzenstreu an. Das mag ungewöhnlich klingen, ist aber sehr vielversprechend.

Spezielle Algenzucht jetzt geplant

Bei seinen Untersuchungen fand das Team auch heraus, dass der Kot von Tieren, die AT mit ihrer Nahrung erhielten, nicht weniger Methan absonderte als bei anderen. Da der Weg über die Ernährung aber das Gas zum Beispiel beim Aufstoßen stark verringert, scheint man das Problem nun auf zwei Wegen angehen zu können – über die Nahrung und im Nachgang über die Ausscheidungen.

Dazu soll nun eine spezielle Variante von AT herangezüchtet werden. Denn für gewöhnlich enthält diese Algensorte einen sehr hohen Anteil an Jod. In Rindern kann dies auch zu erhöhten Jod-Mengen in der Milch sorgen. Das wiederum kann zu Schilddrüsenproblemen beim Menschen führen und im Extremfall schlichtweg giftig wirken. Eine AT-Sorte mit weniger Jod scheint also die Lösung zu sein, mit der man dann die Tiere füttern kann.

Kommt Asparagopsis taxiformis zugleich beim Kot zum Einsatz, kann an dieser Stelle ein wichtiger Beitrag zur Eindämmung des Klimawandels geleistet werden.

Quelle: „Reducing methane production from stored feces of dairy cows by Asparagopsis taxiformis“ (Frontiers in Sustainable Food Systems 2023)

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