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„Es sollte nicht möglich sein“: Signal aus dem All kehrt alle 22 Minuten wieder

Ein Signal aus dem All versetzt derzeit die Astronomie in Aufruhr. Es kehrt alle 22 Minuten wieder und sollte so nicht möglich sein.

Explosion
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Das bisherige Verständnis von astrophysikalischen Phänomenen wird durch ein pulsierendes Signal aus dem All in Frage gestellt, das von einem seltsamen Himmelskörper namens GPM J1839-10 ausgeht. Dieses kosmische Objekt, welches 15.000 Lichtjahre entfernt liegt, sendet alle 22 Minuten Radiowellen aus, ein Rhythmus, der erheblich langsamer ist als der bekannter pulsierender Radioquellen. Überraschenderweise wurde dieser langsame Puls für über drei Jahrzehnte aufgezeichnet, ohne dass er bislang entdeckt wurde.

Signal aus dem All wirft Fragen auf

Dr. Natasha Hurley-Walker vom Knotenpunkt des Internationalen Zentrums für Radioastronomieforschung (ICRAR) an der Curtin University in Australien, die die entsprechende Studie leitete, vermutet, dass es sich bei GPM J1839-10 um einen sich langsam drehenden Magnetar handeln könnte. Sollte sich diese Hypothese bestätigen, könnte sie das derzeitige Verständnis solcher Himmelsobjekte auf den Kopf stellen. Denn sie widerspricht dem herkömmlichen Verhalten dieser für ihre starken Magnetfelder bekannten Sternüberreste.

Den ersten Hinweis auf die Existenz solcher Objekte lieferte die Entdeckung eines weiteren ungewöhnlichen Objekts in der Milchstraße, GLEAM-X J162759.5-523504.3. Dieses Objekt wurde 2022 identifiziert und sendete etwa alle 18 Minuten Radiosignale aus, die jedoch nach 2018 verschwanden. Hurley-Walkers Team suchte nach ähnlichen Objekten und entdeckte schließlich das Signal aus dem All von GPM J1839-10 mit Hilfe des Murchison Widefield Array in Australien.

GPM J1839-10 liegt unterhalb der „Todeslinie“

Magnetare, eine Art von Neutronensternen, zeichnen sich durch ihr starkes Magnetfeld aus. Die Fähigkeit eines Magnetars, starke Radioemissionen zu erzeugen, hängt davon ab, dass seine Magnetfeldstärke eine bestimmte Schwelle überschreitet, die als „Todeslinie“ bekannt ist. GPM J1839-10 scheint jedoch eine Ausnahme zu sein. Obwohl er aufgrund seiner langsamen Rotationsgeschwindigkeit unterhalb der „Todeslinie“ liegt, hat er beständig Radiowellen ausgestrahlt.

„Unter der Annahme, dass es sich um einen Magnetar handelt, sollte es nicht möglich sein, dass dieses Objekt keine Radiowellen erzeugt“, betonte Hurley-Walker. „Aber wir sehen sie.“

Die in der Fachzeitschrift Nature veröffentlichten Ergebnisse sind nicht nur revolutionär, sondern auch rätselhaft. Das langsam pulsierende Signal aus dem All könnte dazu führen, dass die Physik von Magnetaren und ähnlichen Himmelskörpern neu überdacht wird, und so unser Verständnis des Kosmos bereichern.

Quellen: „A long-period radio transient active for three decades“ (Nature, 2023); International Centre for Radio Astronomy Research

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