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Exoplanet verdutzt Forscher: Seine Existenz ist völlig unklar

Ein neuer Exoplanet sorgt für Rätselraten in der Forschung. So wie er ist, dürfte es ihn eigentlich gar nicht geben.

Ein Exoplanet im Weltraum.
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Immer wieder stoßen Forscherinnen und Forscher im Weltraum auf Phänomene und Objekte, die mit dem aktuellen Wissensstand nicht zu erklären sind. Nun hat man einen neuen Exoplaneten gefunden, dessen Ursprung noch nicht bekannt ist.

Exoplanet: TOI-1853 b ist wie Neptun und doch ganz anders

In 544 Lichtjahren Entfernung hat ein Forschungsteam den Orangen Zwerg TOI-1853 ausfindig gemacht, in dessen Nähe man auch einen neuen Exoplaneten fand. Diesen taufte man schlicht TOI-1853 b und er umkreist seinen Stern in nur 30 Stunden, statt 365 Tage wie bei der Erde. Dafür ist er aber auch 50-mal näher dran.

Durch die Nähe ist TOI-1853 b sehr heiß, denn dort sollen Temperaturen von bis zu 1.200 Grad Celsius vorherrschen. Das Besondere ist aber laut der neuen Studie, dass der Exoplanet fast so groß ist wie Neptun, aber sechsmal dichter sein soll. Seine Masse gleicht also eher der des Saturns. Dabei ging man bislang davon aus, dass Himmelskörper dieser Größe diese Dichte gar nicht erreichen können. Normalerweise sind ähnlich dichte Planeten kleiner. Bei ähnlicher Masse wiederum sind andere Objekte nahezu alle doppelt so groß.

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Mögliche Kollision könnte Ursprung sein

Noch wissen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nicht, wie der Exoplanet entstanden sein könnte – es gibt lediglich erste Theorien. In einem möglichen Szenario könnte TOI-1853 b durch den Zusammenstoß zweier Supererden entstanden sein. Falls das der Fall sein sollte, müssten sich aber noch Überreste des zweiten Planeten finden lassen.

In einer anderen Überlegung könnte TOI-1853 b vormals eine andere, ovale Umlaufbahn gehabt haben. Dadurch könnte er einen Großteil seiner Atmosphäre eingebüßt haben, weil er bei seinen Umrundungen noch näher an seinem Stern vorbeigezogen ist. Das wiederum könnte auch die Umlaufbahn in die jetzige Form gebracht haben. Zudem könnte es sein, dass TOI-1853 b zu gleichen Teilen aus Felsen und Wasser besteht – entsprechend könnte die Atmosphäre reich an Wasserdampf sein.

Eine umfassendere Untersuchung des Exoplaneten könnte aber noch sehr schwer ausfallen. Dazu müsste man sich die Atmosphäre anschauen, die aber vermutlich sehr dünn sein dürfte – wenn es sie denn überhaupt noch gibt.

Quelle: „A super-massive Neptune-sized planet“ (Nature 2023)

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