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Schwarzes Loch: Bahnbrechender Beweis endlich geglückt

Schwarze Löcher sorgen noch immer für jede Menge Fragezeichen. Doch ein Mysterium konnte man nun endlich lüften.

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Schwarze Löcher – das solltest du wissen

Über Schwarze Löcher gibt es vieles zu wissen. Wir verraten dir einige der wichtigsten Fakten über die geheimnisvollen Giganten.

Im Universum gibt es zahlreiche Schwarze Löcher, die vor allem eines gemeinsam haben: Sie sind noch immer schwer zu begreifen und sorgen für reichlich fragende Gesichter innerhalb der Wissenschaftsgemeinde. Jüngst konnte man aber immerhin eine alte Theorie endlich beweisen. Für die Forschung ist das ein Durchbruch.

Schwarzes Loch: Jetzt bewiesen – es dreht sich wirklich

Schon seit geraumer Zeit war man sich innerhalb der Weltraumforschung sicher, dass sich ein Schwarzes Loch dreht. Ein Hinweis dafür sind mächtige Strahlen, die von den Polen abgefeuert werden und von denen man annahm, dass sie durch die Rotation angetrieben werden.

In der benachbarten Galaxie Messier 87 befindet sich in 55 Millionen Lichtjahren Entfernung von der Erde aus ein supermassives Schwarzes Loch, dessen Schatten man nun für eine neue Studie mit Ergebnissen des Event Horizon Teleskops darstellen konnte.

Wie bei anderen Beispielen auch existiert dort eine Akkretionsscheibe aus Gasen und Staub, wobei einiges des Materials im Loch für immer verschwindet. Ein kleiner Teil wird allerdings mit 99,99 Prozent der Lichtgeschwindigkeit hinausgeblasen, wofür die Drehung verantwortlich sein soll.

Auch spannend: Vermutlich wirst du nie mit einem in Kontakt kommen. Aber wir erklären dir dennoch, wie tödlich ein Schwarzes Loch sein kann.

Strahlenzyklus beweist Rotation

Um zum Beweis zu gelangen, wertete man Teleskop-Beobachtungen aus 22 Jahren aus – von 2000 bis 2022. Dabei entdeckte das Forschungsteam einen alle elf Jahre wiederkehrenden Zyklus bei einem Strahl, der um einen zentralen Punkt am Rand des Schwarzen Lochs seine Rotationsrichtung ändert, also eine Präzession durchläuft. Das deutet wiederum eine Fehlstellung zwischen der Rotationsachse des Lochs und seiner Akkretionsscheibe an, was wiederum dazu führt, dass der beobachtete Strahl wie ein Kreisel wackelt.

Diese Präzession stellt somit den Beweis dar, dass sich das Schwarze Loch in Messier 87 um die eigene Achse dreht. Für die Forschung könnten sich daraus neue Erkenntnisse zum Verständnis der geheimnisvollen Objekte ergeben. Dass es zusätzlich eine Fehlstellung gibt, könnte auf die Entstehung des Schwarzen Lochs verweisen: „Etwas Verrücktes“ soll geschehen sein, wie der Forscher Dr. Ziri Younsi erklärt. „An einem Punkt in seiner Geschichte ist etwas Gewalttätiges passiert.“

Quelle: „Precessing jet nozzle connecting to a spinning black hole in M87“ (Nature 2023)

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