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Jupiter: Forschende machen unerwartete Entdeckung unter seinen Dunstschleiern

Der Jupiter gibt Astronominnen und Astronomen bis heute Rätsel auf. Nun gelang ihnen eine verblüffende Entdeckung.

Ansicht des Planeten Jupiter.
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Wie sieht der Jupiter aus?

Der Jupiter ist ein Gasriese und der größte Planet in unserem Sonnensystem. Seine Oberfläche besteht aus Gaswolken, die riesige Bänder und Wirbel bilden. Das sorgt für eine fast unverwechselbare Oberfläche.

Dass auf dem Jupiter starke Winde herrschen, wissen Weltraumforschende schon seit Jahren. Doch unter der dicken Dunstschicht seiner Atmosphäre blieben viele wichtige Erkenntnisse bislang verborgen. Mithilfe modernster Teleskopie-Technik gelang es einem internationalen Team nun, einige Geheimnisse des Gasplaneten zu lüften.

Jupiter: Winde doppelt so stark wie ein Hurrikan

Letzten Monat stellte ein Team um Astronom Ricardo Hueso von der spanischen Universität des Baskenlandes ihre neuesten Beobachtungen auf dem größten Planeten unseres Sonnensystems im Fachjournal Nature Astronomy vor. Mithilfe des James-Webb-Teleskops entdeckten sie bisher unbekannte Starkwinde, die in etwa 40 Kilometern Höhe über dem Gasplaneten verlaufen.

Der Jetstream auf dem Jupiter verläuft in der unteren Stratosphäre des Gasriesen und erstreckt sich über eine Breite von mehr als 4.800 Kilometern. Doch nicht nur die Größe des Windfelds überrascht die Forschenden. Mit einer Geschwindigkeit von 515 Kilometern pro Stunde blasen die Jupiterwinde weitaus stärker als bislang angenommen. Zum Vergleich: Dieses zerstörerische Tempo ist doppelt so hoch wie das eines irdischen Hurrikans der Kategorie fünf.

Nicht nur der Jupiter stellt Weltraumforschende vor ein Rätsel. Auch diese Proben von der Oberfläche des Mars dürften einige überraschende Erkenntnisse bereithalten.

Gutgehütetes Geheimnis

Die Entdeckung auf dem Jupiter ist für die Astronominnen und Astronomen besonders aufschlussreich. Dabei wäre sie ohne das hochfortschrittliche James-Webb-Teleskop wahrscheinlich gar nicht möglich gewesen. Den Gasplaneten umgibt nämlich eine mehrschichtige Atmosphäre, die es Beobachtenden auf der Erde erschwert, Untersuchungen anzustellen.

„Was wir immer als verschwommenen Dunstschleier in der Jupiteratmosphäre gesehen haben,“ verriet Ricardo Hueso laut einer Pressemitteilung der NASA, „zeigt jetzt scharfe Merkmale, die wir zusammen mit der schnellen Rotation des Planeten verfolgen können“. Die neuen Beobachtungen sind für das Forschungsteam besonders wichtig, da sie die bislang unbekannten Wechselwirkungen unter den einzelnen Schichten der Atmosphäre des Jupiter aufzeigen können.

Die Arbeit der Forschenden ist mit den neuesten Entdeckungen also noch nicht getan. Ganz im Gegenteil, meint der amerikanische Astronom Leigh Fletcher. „Wenn die Stärke dieses neuen Jets mit diesem oszillierenden Stratosphärenmuster zusammenhängt, könnten wir erwarten, dass sich der Jet in den nächsten zwei bis vier Jahren erheblich verändert.“ Es gilt nun also die Winde auf dem Jupiter zu beobachten und auf Veränderungen zu untersuchen.

Quellen: „An intense narrow equatorial jet in Jupiter’s lower stratosphere observed by JWST“ (Nature, Oktober 2023), NASA

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