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Skurriler Exoplanet entdeckt – er hat einen Schweif wie ein Komet

WASP-69b ist ein Exoplanet der etwas anderen Art. Denn wie ein Komet zieht dieser Heiße Jupiter einen gewaltigen Schweif aus Materie hinter sich her.

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Ähnlich den Planeten in unserem Sonnensystem warten auch Exoplaneten mit unterschiedlichen Extremen auf. Einige von ihnen sind so kalt, dass sich auf ihrer Oberfläche kaum mehr finden lässt als eine tote Eiswüste. Andere wiederum sind dermaßen heiß, dass es schier unmöglich scheint, eine Sonde in ihre Atmosphäre zu entsenden. Zu ihnen gehört auch WASP-69b, der sich in einer Entfernung von etwa 160 Lichtjahren zur Erde befindet.

Exoplanet mit Rekord-Schweif entdeckt

Es sind nicht nur seine Temperaturen, die diesen Himmelskörper zu etwas besonderem machen. Denn neben der Beschaffenheit seiner Atmosphäre ist auch ihr Verhalten einzigartig. Anders als der Jupiter, mit dem WASP-69b wohl am ehesten vergleichbar ist, zieht der Gasriese nämlich einen gewaltigen Schweif hinter sich her. Er zieht die Gase des Planeten mit einer Geschwindigkeit von gut 200.000 Tonnen pro Sekunde aus dessen Atmosphäre und löst diese somit nach und nach auf.

Ein Team der University of California, Los Angeles (UCLA) entdeckte die Flucht der Gashülle und veröffentlichte seine Forschungsarbeit Anfang Januar im Astrophysical Journal. Sie beschreiben das Geschehen als einen Kometen-ähnlichen Schweif, der sich über eine Strecke von circa 563.270 Kilometern erstreckt.

„Arbeiten früherer Gruppen zeigten, dass dieser Planet einen Teil seiner Atmosphäre verliert, und deuteten auf einen dezenten oder vielleicht gar keinen Schweif hin“, zitiert SciTechDaily Dakotah Tyler, Doktorandin an der UCLA und Erstautorin der neuen Studie. „Wir haben diesen Schweif nun jedoch definitiv nachgewiesen und gezeigt, dass er mindestens siebenmal länger ist als der Planet selbst.“

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WASP-69b – ein Heißer Jupiter

WASP-69b gehört mit seinen Eigenschaften zu einer ganz besonderen Klasse von Exoplaneten, er ist ein sogenannter Heißer Jupiter. Diese gasförmigen Riesen zeichnen sich durch eine sehr enge Umlaufbahn zu ihrem jeweiligen Stern aus. Aufgrund dieser Nähe weisen sie extrem hohe Oberflächentemperaturen auf.

Ähnlich wie Jupiter bestehen sie hauptsächlich aus Gasen wie Wasserstoff und Helium. Ihre Atmosphären können komplexe chemische Zusammensetzungen aufweisen, beeinflusst durch die extremen Temperaturen und Strahlungsbedingungen. Viele heiße Jupiter sind zudem wahrscheinlich in einer gezeitensynchronen Rotation mit ihrem Stern, was bedeutet, dass sie immer die gleiche Seite ihrem Stern zuwenden, ähnlich wie der Mond der Erde.

Extreme Widerstandsfähigkeit

Mit den enormen Mengen an Materie, die der Exoplanet pro Sekunde verliert, müsste man davon ausgehen, dass schon bald nichts mehr von ihm übrig ist – oder? Nicht so ganz, erklärt Tyler. „Mit der etwa 90-fachen Masse der Erde verfügt WASP-69b über ein so großes Materialreservoir, dass selbst der Verlust dieser enormen Menge an Masse im Laufe seines Lebens keine großen Auswirkungen haben wird.“ Es bestehe daher keine Gefahr „dass er innerhalb der Lebenszeit des Sterns seine gesamte Atmosphäre verliert“.

„Die Widerstandsfähigkeit dieses Planeten in einer so extremen und lebensfeindlichen Umgebung ist eine starke Mahnung für uns alle. Trotz der zahlreichen Herausforderungen, mit denen wir konfrontiert sind, ist unsere Fähigkeit, zu widerstehen und zu überwinden, oft viel größer, als uns bewusst ist. Unsere Probleme mögen entmutigend erscheinen, aber wie WASP-69b haben wir das Zeug dazu, weiterzumachen.“

Dakotah Tyler

Quellen: „WASP-69b’s Escaping Envelope Is Confined to a Tail Extending at Least 7 Rp“ (The Astrophysical Journal, 2024); SciTechDaily

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