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Suche nach außerirdischem Leben: Dieser Asteroid könnte alles verändern

Ob und wie wir außerirdisches Leben finden können, ist eine der wohl größten Fragen der Menschheit. Ihrer Antwort könnten Forschende nun etwas nähergekommen sein.

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Sind wir Menschen im All wirklich allein? Immer wieder diskutiert die Wissenschaft über die Frage, ob es außerirdisches Leben im Universum gibt. Das Fermi-Paradoxon will die Frage beantworten, warum wir allein sein könnten.

Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAKs) könnten möglicherweise aus den kalten Regionen des Weltraums stammen. Das geht aus einer neuen Untersuchung des Asteroiden Ryugu hervor und könnte bedeuten, dass wir unsere Suche nach außerirdischem Leben völlig falsch aufgestellt haben. Denn bislang ging man davon aus, dass PAKs in der nähe heißer Sterne entstehen.

Außerirdisches Leben auch in kalten Regionen?

Die Ende 2023 veröffentlichte Studie umfasste ein internationales Team, bei dem australische Forschende des WA-Organic and Isotope Geochemistry Centre (WA-OIGC) der Curtin Universität eine Schlüsselrolle spielten. Um die Ursprünge der PAKs zu untersuchen, führte das Team kontrollierte Verbrennungsexperimente mit australischen Pflanzen durch. Sie verglichen diese im Labor erzeugten PAKs mit denen, die in Fragmenten des Asteroiden Ryugu gefunden wurden, den 2020 ein japanisches Raumschiff zur Erde zurückbrachte, und dem Meteoriten Murchison, der 1969 in Australien landete. Doch was sind PAKs überhaupt?

Bei polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffen handelt es sich um eine große Gruppe organischer Verbindungen. Sie bestehen aus zwei oder mehr miteinander verbundenen aromatischen Ringen, die sich ausschließlich aus Kohlenstoff- und Wasserstoffatomen zusammensetzen. Diese Ringe sind in flachen, plattenförmigen Strukturen angeordnet und können – noch viel wichtiger – Hinweise auf außerirdisches Leben sein. Denn: Auf der Erde entstehen PAKs in erster Linie durch unvollständige Verbrennungsprozesse von organischen Materialien wie Holz, Kohle, Öl, Gas, Tabak oder auch bei Waldbränden und Vulkanausbrüchen.

Der Vergleich, den die Forschenden anstellten, ermöglichte es ihnen, die Bindungen zwischen den Kohlenstoffisotopen in den PAKs zu analysieren und Licht auf die Temperaturen zu werfen, bei denen diese Moleküle gebildet wurden.

„Wertvolle Einblicke“

Professorin Kliti Grice, Direktorin des WA-OIGC und ARC Laureate Fellow, erklärte, dass PAKs auf der Erde häufig vorkommen, aber auch in Asteroiden und Meteoriten existieren. Die Forschung zielte darauf ab, die Bedingungen zu verstehen, unter denen diese organischen Verbindungen im Weltraum gebildet wurden. Ihre Analyse ergab, dass kleinere PAK-Moleküle wahrscheinlich in der kalten Leere des Weltraums entstanden seien. Größere hingegen seien wahrscheinlich unter wärmeren Bedingungen in der Nähe von Sternen oder innerhalb von Himmelskörpern aufgekommen.

Dr. Alex Holman, Mitautor der Studie und Mitglied des WA-OIGC, betonte die Bedeutung des Verständnisses der isotopischen Zusammensetzung von PAKs. Dieses Wissen helfe, die Bedingungen und Umgebungen zu entwirren, in denen diese Moleküle erschaffen wurden. Dadurch liefere die Forschung wertvolle Einblicke in die Geschichte und Chemie von Himmelskörpern wie Asteroiden und Meteoriten.

„Diese Forschung gibt uns wertvolle Einblicke, wie sich organische Verbindungen jenseits der Erde bilden und woher sie im Weltraum kommen“, so Dr. Holman. „Der Einsatz von Hightech-Methoden und kreativen Experimenten hat gezeigt, dass ausgewählte PAK auf Asteroiden im kalten Weltraum gebildet werden können.“

Quelle: „Polycyclic aromatic hydrocarbons in samples of Ryugu formed in the interstellar medium“ (Science, 2023); Curtin University

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