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Handyversicherung abschließen: Informiere dich, sonst zahlst du drauf

Eine Handyversicherung abzuschließen ist nicht immer der beste Schutz.
Eine Handyversicherung abzuschließen ist nicht immer der beste Schutz.
Foto: imago images/Westend61
Es gibt für quasi alles Versicherungen: Autos, Krankheitsfälle, Brüste – und auch Handys. Ob sich der Extra-Schutz für dein Smartphone wirklich lohnt und welche Anbieter es gibt, liest du bei uns.

Im digitalen Zeitalter sind deine mobile Geräte immer in deiner Nähe. Schließlich willst du nicht, dass ihnen etwas passiert. Wenn du jetzt googelst, wie du dein Handy schützen kannst, stößt du unvermeidlich auf Versicherer, die das Smartphone unter Vertrag nehmen wollen. Aber lohnt sich das überhaupt? Wir klären dich darüber auf, wann es ratsam ist, eine Handyversicherung abzuschließen.

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Handyversicherung abschließen: Warum überhaupt?

Es passiert immer wieder: Dein Smartphone fällt auf die Erde oder ins Wasser, schwupps, ist ein Bruch oder anderer Schaden entstanden. Bereits im Falle eines Displaybruchs bist du mit einer professionellen Reparatur dann schnell bei einem dreistelligen Rechnungsbetrag. Passiert dir öfter ein Missgeschick, kann das auf Dauer ganz schön teuer werden. Noch dazu greifen Haftpflicht- und Hausratsversicherungen nur in bestimmten Fällen und dein Smartphone bleibt dabei häufig außen vor.

Viele Versicherer und Mobilfunkanbieter haben deshalb seit einiger Zeit Angebote im Programm, die deinem Gerät einen Extra-Schutz bieten. Doch nicht immer ist es sinnvoll, eine Handyversicherung abzuschließen. Wir zeigen dir, warum das so ist und worauf du achten musst, damit du nicht in die Kostenfalle tappst.

Handyversicherung: Was kosten sie und welche Schäden werden abgedeckt?

Handyversicherungen orientieren sich am Neuwert deines Geräts. Für neuere Smartphones lohnt sich eine Versicherung also eher, weil es einen höheren Wert zu schützen gilt. Bei den meisten Anbietern zahlst du monatlich fünf bis zehn Euro. Die meisten der Versicherungen sind täglich kündbar. Und lass dich nicht irreführen: Mit Handyversicherungen können auch Tablets in Schutz genommen werden.

Zunächst einmal solltest du dir im Klaren darüber sein, welche Leistungen eine Handyversicherung überhaupt abdeckt. Das hängt vom Anbieter selbst ab. Die grundsätzlich übernommenen Schäden sind aber bei den meisten gleich:

  • Sturzschäden
  • Bruchschäden
  • Flüssigkeitsschäden
  • Schäden durch Brand, Explosion, Überspannung oder Kurzschluss
  • Diebstahl, bei vielen allerdings nur mit Selbstbeteiligung
  • Material- und Konstruktionsfehler, sofern nicht über die Herstellergarantie geregelt

Diese Schäden werden in den allermeisten Fällen nicht versichert:

  • Schäden an deinem Handy, die vor dem Abschluss der Versicherung da waren

Diese 10 Top-Anbieter versichern dein Handy

Hast du dich dafür entschieden, eine Handyversicherung abzuschließen, ist es zunächst gar nicht leicht, sich für eine zu entscheiden. Allzu häufig musst du dich durch Kleingedrucktes wühlen, um im Preisvergleich auch ja nichts zu vergessen. Deshalb haben wir für dich einen vertrauenswürdigen Preis-Leistungs-Vergleich herausgesucht.

Denn die Kollegen von Chip.de haben erst Ende 2018 umfangreich Handyversicherungen getestet. Als Sieger stach ein Anbieter besonders hervor. Welche außerdem dein Smartphone schützen wollen, zeigen wir dir:

  1. Friendsurance Premium/Alecto GmbH
  2. HandySchutzbrief Premium/Assurant
  3. Extraschutz+/Extrapolice24
  4. Ohne Selbstbeteiligung/Onlineversicherung.de
  5. HandyVersicherung/Telekom
  6. Handyversicherung Premium /O2
  7. R+V Geräteschutz 1 Jahr/R+V
  8. Smartphone- und Tablet-Versicherung/Vodafone
  9. Schutzklick 2 Jahre/Schutzklick
  10. Plusschutz 2 Jahre/Saturn-Mediamarkt

Chip testete die Angebote in drei Kategorien:

  • Leistungsumfang
  • Schadensregulierung
  • Vertragsgestaltung

Wie bereits 2017 liegt der Anbieter Alecto GmbH mit seiner Handyversicherung Friendsurance auf Platz eins. Im Gegensatz zur Konkurrenz könne er mit erträglichen jährlichen Kosten punkten (bis maximal 120 Euro), lege keine Kündigungsfristen fest und bestimme die Schadensregulierung anhand eines einfachen Online-Formulars – alles sehr kundenfreundlich.

Für ein Samsung Galaxy S9 mit 64 GB Speicher kostet die Friendsurance im Basis-Tarif 47,88 Euro im Jahr. Im Premium-Tarif zahlst du keine Selbstbeteiligung, die Deckungssumme liegt bei 500 Euro. Sie versichert Sturz-, Wasser- und Stoßschäden an deinem Smartphone und das weltweit. Für ein iPhone Xs Max liegt der jährliche Beitrag übrigens gleich bei 95,88 Euro. Die Apple-Geräte zählen eben zu den Handys, die am häufigsten kaputtgehen.

Hohe Versicherungskosten sichern allerdings noch nicht den vollen Leistungsumfang. Das Ranking von Chip kann dir aber schon einmal dabei helfen, die Spreu vom Weizen zu trennen. Informiere dich bei den Anbietern gut über die Angebote. Immerhin kannst du bei vielen täglich kündigen, das macht die Entscheidung weniger endgültig.

Verbraucherschützer: Handyversicherungen sind teuer und unnütz

Auch die Verbraucherzentrale hat 2018 Handyversicherungen unter die Lupe genommen. Ihr Fazit: "Das vermeintliche Rundum-sorglos-Paket hat seine Tücken und nutzt in den meisten Fällen nur dem Vermittler und dem Versicherer". Viele der Policen sind teuer und greifen noch nicht einmal, wenn es hart auf hart kommt.

So ist es möglich, dass du inklusive Gerätewert und Versicherung einen jährlichen dreistelligen Betrag bezahlst, den du im Falle der Fälle auch für eine Reparatur ausgeben würdest. Noch höhere Versicherungsbeiträge zahlst du, wenn du dein Handy gegen Diebstahl versichern lässt. Einige Nachtklauseln sorgen zudem dafür, dass nur Diebstähle, die zwischen 6 und 22 Uhr passieren, versichert sind.

Zumeist hohe Selbstbeteiligungen tun ihr Übriges zu deinem Kostenpaket. Manche Versicherer bieten dir außerdem ein Ersatzgerät statt die Erstattung der Reparatur deines Smartphones an. Das muss nicht zwingend das Gerät sein, das du vorher besessen hast. Bist du einfach nur unachtsam mit deinem Gerät gewesen oder hast es unbeaufsichtigt gelassen, greifen viele Versicherungen ebenfalls nicht.

Fazit: Handyversicherung abschließen, aber ohne Druck

Wenn ein Schaden an deinem Smartphone eine echte finanzielle Katastrophe bedeuten würde, dann lohnt es sich für dich eine Handyversicherung abzuschließen. Lass dich außerdem von Verkäufern nicht unter Druck setzen, die wollen, dass du deinen Gerätekauf direkt mit einer Versicherung desselben komplettierst. Das kannst du meist auch noch 30 Tage danach und bei den oben genannten Anbietern laufend machen.

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Lies dir immer gut die Versicherungsbedingungen durch, vor allem daraufhin, welche Nachweise du im Zweifel erbringen musst. Wie zum Beispiel willst du nachweisen, dass du dein Handy "sicher mitgeführt" hast? Eine Hausratversicherung (falls du eine hast) greift bei deinem Handy übrigens nur, wenn es im Rahmen eines Einbruchs, Brands oder Wasserlecks Schaden genommen hat. Dann wird dir der Neuwert erstattet.

Übrigens musst du nicht immer gleich eine Versicherung in Betracht ziehen. Ist dein Handy-Display kaputt, wende zunächst diesen Trick an. Außerdem kannst du einfache Kratzer auf dem Handy-Display leicht selbst entfernen. Daneben gibt es diese sieben Tipps zum richtigen Handyschutz.

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