Vereinfacht gesagt handelt es sich bei Ethereum 2.0 um eine Weiterentwicklung von Ethereum. Konkret kommt eine Konsensebene (Eth2) hinzu, die die Ausführungsebene (Eth1) erweitern soll. Schon jetzt findet das neue Modell vereinzelt Anwendung, bis 2023 soll es das Basisprodukt aber komplett ersetzen. Der Kryptomarkt-Analyst Jamie Douglas Coutts rechnet für dieses Ereignis mit einem nicht unwesentlichen Kurssprung.

Ethereum-Kurs könnte um 110 Prozent zulegen

Coutts ist Senior Marktstruktur-Analyst bei Bloomberg Intelligence und Kryptowährungen sind sein Spezialgebiet. Schon im Laufe der kommenden Wochen rechnen er und andere Branchenbeobachter*innen mit anhaltenden Gewinnen. Grund dafür ist das bevorstehende Upgrade, das vorrangig den Einsatz der Beacon-Chain vorsieht. Sie soll das Netzwerk künftig koordinieren und als neue Konsensebene dienen.

Mit dem neuen Produkt ermöglicht die Ethereum Foundation außerdem den Umstieg auf den Konsensmechanismus Proof of Stake (PoS). Bislang verwendete Ethereum ähnlich wie Bitcoin und andere Blockchains den sogenannten Proof of Work (PoW). Anstelle der Rechenleistung soll künftig ein Losungsverfahren basierend auf Anteilsnachweisen darüber entscheiden, wer einen Block an die Kette anhängen darf. Seine Analyse führt Coutts im Crypto Outlook von Bloomberg Intelligence aus.

„Traditionelle Anleger könnten feststellen, dass sich die Spielregeln mit Ethereum geändert haben. Ethereum entwickelt sich zu einem Crossover-Asset mit einer einzigartigen Mischung aus Aktien-, Rohstoff- und monetären Eigenschaften. Eines unserer Discounted-Cashflow-Modelle kommt derzeit auf einen Ether-Wert von 6.128 US-Dollar, was einem Aufwärtspotenzial von 110 % gegenüber dem aktuellen Stand entspricht.“

Jamie Douglas Coutts

Risiken bleiben bestehen

Sowohl Verzögerungen als auch Fehler bei der Fusion könnten negative Auswirkungen auf den Kurs haben, merkt der Analyst an. Das Hauptrisiko bestehe allerdings für die Neubewertung in einem unterdurchschnittlichen Wachstum der Transaktionsgebühren. „Sobald die nächste Phase, das ‚Sharding‘, die Basiskette in 64 einzelne ‚Shards‘ aufteilt und damit den Blockraum der Schicht 1 drastisch vergrößert, dürften die Gas Fees entsprechend sinken“, so Coutts.

Es bleibt also zunächst abzuwarten, wie sich der Kurs mit dem Umstieg auf Ethereum 2.0 tatsächlich verändern wird. Allerdings scheinen derzeit bereits viele Zeichen darauf hinzuweisen, dass wir zumindest im Voraus mit einem starken Wertanstieg rechnen können.

Quelle: Bloomberg Intelligence: Crypto Outlook

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