Das Thema mentale Gesundheit rückt in die Mitte der Gesellschaft. Auch immer mehr Apps widmen sich dem Sektor und helfen dir dabei, zu meditieren, dich in Dankbarkeit zu üben oder mit negativen Gedanken gesünder umzugehen. Doch viele Apps für mentale Gesundheit fallen durch einen nachlässigen Umgang mit der Privatsphäre ihrer User*innen auf, wie eine Untersuchung aufdeckte.

Apps für mentale Gesundheit machen Geschäft mit deinen Gefühlen

Rechercheur*innen von Mozilla untersuchten über 30 Apps für mentale Gesundheit oder Gebete. Viele davon erhielten das Siegel „Privatsphäre nicht inbegriffen“. In dieser Liste finden sich auch sehr bekannte Apps wie headspace, Waysa und Calm. Nicht selten dienen Apps dieser Kategorie dazu, dass du sehr intime Gedanken teilst, deine Stimmungen einträgst und verfolgen kannst und andere Angaben zu deiner generellen Gesundheit machst.

Seitens Mozilla heißt es gegenüber The Verge: „Die überwiegende Mehrheit der Apps für psychische Gesundheit und Gebete ist außergewöhnlich gruselig“. Privatsphäre fehle häufig komplett. „Sie tracken, teilen und nutzen die intimsten und persönlichsten Gedanken und Gefühle ihrer User […].“

Klare Warnung: „Ein Wolf im Schafspelz“

Der Großteil der Apps für mentale Gesundheit aus dem Test zeigt besorgniserregende Ergebnisse. Teilweise werden Transkripte mit Chatbots gesammelt. Deine persönlichen Daten werden an Drittanbieter für Werbezwecke weitergegeben. Während dich die Apps also in einer schwierigen Situation unterstützen wollen, tun sie das Gegenteil. Misha Roskow, einer der Analysten der Untersuchung, fasst zusammen: „Ein Wolf im Schafspelz.“

Allein die grundlegenden Sicherheitsstandards lassen bei vielen Apps zu wünschen übrig. So ließe man zu, dass die Nutzerinnen und Nutzer unsichere Passwörter für ihre Accounts vergeben, während sie im Anschluss sensible Gedanken über sich preisgeben.

Das Angebot an Online-Angeboten für mentale Gesundheit hat insbesondere durch die Corona-Pandemie nochmal einen höheren Stellenwert erreicht. Erst vor kurzen wurde sich auch die Wirksamkeit von Online-Selbsthilfegruppen angeschaut.

Quelle: The Verge, Mozilla

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