Im Südwesten Chinas ist am Freitag ein Booster (Hilfstriebwerk) einer Rakete vom Typ Langer Marsch 3B abgestürzt und hat dabei die Stadt Xiangdu nur knapp verfehlt. Wie GBTimes berichtet, wurden die Bewohner der Region zuvor gewarnt, dass es zum Absturz von Raketentrümmern kommen könne. Der Absturz des Boosters wurde deshalb nicht zufällig von Bewohnern gefilmt. Wie auf einem bei Twitter veröffentlichten Beitrag zu sehen ist, geht der Booster (einer von vier der Langer Marsch 3B) bei seinem Absturz auf einem Hügel in Flammen auf.

Gesundheitsrisiko für Schaulustige

Schaulustige näherten sich daraufhin der Absturzstelle und fanden den Booster immer noch brennend vor. Bei dem Absturz wurde niemand verletzt, allerdings gingen die Schaulustigen bei der Besichtigung der Trümmer ein großes Gesundheitsrisiko ein. Wie The Verge berichtet, ist der Treibstoff der Booster hochgiftig.

Warum chinesische Raketen nicht an der Küste starten

Rund um das Xichang Satellitenstartzentrum im Südwesten Chinas kommt es immer wieder zum Absturz vom Trümmerteilen. Die Stadt Xiangdu ist rund 700 Kilometer davon entfernt. Im Gegensatz zu Startrampen in den USA wurde der Xichang-Komplex aufgrund militärischer Überlegungen im Kalten Krieg weit entfernt von der Küste angelegt. Dadurch müssen Raketen eine längere Strecke über Land zurücklegen – während sie etwa bei Starts von Cape Canaveral in den USA nach dem Start ausschließlich über dem Meer fliegen.

Trotz Risiko: Startrampe bleibt in Betrieb

Bei Raketenstarts werden etwaige Absturzzonen genau festgelegt, die Bevölkerung der Gebiete vorgewarnt. Dennoch kommt es mitunter zu Unfällen. Teile einer Langer-Marsch-3B-Rakete stürzten im Jahr 1996 etwa direkt in eine Siedlung. Sechs Menschen wurden dabei getötet, 57 weitere verletzt. Neuere Raketentypen, etwa Langer Marsch 5, 6 und 7, werden von dem neuen Startkomplex Wenchang auf der Insel Hainan gestartet. Die Einrichtung Xichang soll aber noch einige weitere Jahre in Betrieb bleiben.

Tiangong-1: Deutschland nicht gefährdet

Raketenstarts werden daher weiterhin ein gewisses Sicherheitsrisiko für die Bevölkerung der südchinesischen Provinzen Sichuan, Guizhou, Yunnan und Guangxi darstellen. Das Risiko durch den Absturz des chinesischen Weltraumlabors Tiangong-1 soll im Vergleich dazu nur gering sein. Der Wiedereintritt des Objektes wird Mitte März erwartet. Das Gebiet, in dem Trümmer den Erdboden treffen können, ist riesig. Deutschland soll nicht gefährdet sein.

Dieser Artikel erschien zuerst auf futurezone.at.

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