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10.000 Schritte am Tag – diese fiese Wahrheit steckt hinter der Regel

Life Science: Mythen und Fakten zu den wichtigsten Fragen des Alltags
Fr, 22.11.2019, 11.32 Uhr

Life Science: Mythen und Fakten zum Thema Gesundheit

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Immer wieder hört man, man soll 10.000 Schritte am Tag gehen. Doch was ist da überhaupt dran? Die wahre Geschichte der Fitness-Regel wird dich enttäuschen.

Geht es um Fitness und körperliches Wohlbefinden, hält sich eine vermeintliche Regel hartnäckig: Du sollst am Tag 10.000 Schritte am Tag gehen. Die angebliche Mindestgrenze für ausreichend Bewegung im Alltag soll dich gesund halten. Die Frage ist jedoch: Woher kommt das angebliche Fitness-Gebot überhaupt? Die Antwort könnte überraschen, denn anders als vermutet, steckt alles andere als eine wissenschaftliche oder gar getestete Erkenntnis dahinter. Die "Regel" entstammt einfach nur einem schlauen Marketing-Gag.

10.000 Schritte am Tag: Alles nur Werbung

Viele Fitnesstracker, smarte Uhren und entsprechende Apps arbeiten heute damit: der Regel für 10.000 Schritte am Tag. Angeblich soll das nämlich die magische Grenze sein, mit der du dich ein Leben lang gesund und fit hält. Aber: Alles ganz ohne Beweise, wie sich herausstellt, wenn du etwas genauer hinschaust. Denn das angebliche Fitness-Gebot hat seinen Ursprung nicht in der Wissenschaft, sondern in 50 Jahre alter Werbung.

Wie der Spiegel berichtet, nutzte die Firma Yamasa 1964 den Hype um die Olympischen Spiele in Japan und brachte den ersten transportablen Schrittzähler auf den Markt, den "Manpokei". Übersetzt heißt das: 10.000-Schritt-Zähler. Mit dem Namen war auch das Marketing klar: 10.000 Schritte am Tag seien nötig, um gesund zu bleiben, so jedenfalls die Werbung. Eine wissenschaftliche Studie, die dies bestätigte, gab es nie.

In den vergangenen Jahren jedoch hat die "Regel" mit der Zunahme an Fitnesstrackern und -apps noch an Bedeutung gewonnen, selbst die Weltgesundheitsorgsanisation WHO setzte dem Spiegel zufolge über Jahre darauf und empfahl 10.000 Schritte am Tag. Und da keiner nachfragte, glauben wir an einen Mythos. Dabei gibt es ausreichend Zweifel an der magischen Grenze.

So viele Schritte sollen es wirklich sein

Angeblich sollen auch weniger Schritte pro Tag ausreichen, um den Gesundheitseffekt zu erreichen. Ende Mai 2019 erschien im Fachmagazin Jama Internal Medicine eine Studie, die die tägliche Schrittzahl mit dem Sterberisiko verglich. Das Ergebnis: Bei Frauen, die mindestens 4.400 Schritte pro Tag machten, verringerte sich das Sterberisiko nach vier Jahren, jedenfalls im Vergleich zu Frauen, die nur 2.700 Schritte schafften. Die Grenze lag der Studie zufolge bei 7.500 Schritten. Das würde bedeuten, dass alles darüber hinaus, also auch 10.000 Schritt am Tag, keinen weiteren Unterschied in der Lebenserwartung zur Folge hätte. Unklar ist allerdings, wieso sich die Frauen weniger bewegten.

Aber auch andere Studien weisen auf eine geringere Anzahl als 10.000 Schritte am Tag hin. Allerdings gibt es auch Untersuchungen, die auf 15.000 bis 18.000 Schritte kommen, die langfristig positiv auf die Gesundheit wirken sollen.

Fun Facts zu 10.000 Schritten am Tag

Willst du noch mehr zur 10.000-Schritte-"Regel" erfahren? Hier einige Fun Facts von Fit for Fun:

  • In einer Studie der Stanford University, in der Schrittzähler-Daten weltweit ausgewertet wurden, kam heraus, dass Nutzer der Geräte auf 4.900 Schritte am Tag kamen. Deutschland liegt mit 5.200 Schritten knapp darüber.
  • Ein Büroangestellter, der mit Auto zur Arbeit fährt, kommt nur auf etwa 2.000 bis 3.000 Schritte pro Tag.
  • 1.000 Schritte entsprechen in etwa einer Strecke von 700 bis 900 Metern.
  • Wer 10.000 Schritte geht, verbrennt circa 300 Kilokalorien Energie.
  • Um ein Stück Würfelzucker "abzulaufen", brauchst du 500 Schritte.

Willst du es trotzdem schaffen, 10.000 Schritte am Tag zu laufen, womöglich sogar trotz Home Office, dann schau dir mal diesen Selbstversuch an.

10.000 Schritte am Tag? Ein Mythos

Eine Einigung über 10.000 Schritte am Tag ist also aus wissenschaftlicher Perspektive noch nicht in Sicht. Klar ist aber, dass viel Bewegung immer gut ist, aber die 10.000-Schritte-Regel nicht mehr als ein reiner Werbegag ist – zumindest bis wir uns wissenschaftlich gesehen eines Besseren belehren lassen dürfen.

Nutzt du Fitnesstracker, schau dir einmal diese Alternativen zur Samsung Galaxy Fit (e) sowie das beliebte Yamay-Fitness-Armband für unter 30 Euro an. Wir erklären dir auch, warum Fitnesstracker nichts für Auftragskiller sind. Auch kurios: Ein Fitnesstracker will wissen, warum weniger Schlaf sogar gut für dich ist.

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