Ohne Schlaf geht gar nichts, so viel steht fest. Wer auf die Dauer zu wenig davon bekommt oder über einen längeren Zeitraum sogar gar keinen, kann ernste körperliche Schäden davon tragen. In extremen Fällen ist sogar Organversagen möglich. Auf der anderen Seite soll zu viel Schlaf ebenso schadhaft sein und das Schlaganfallrisiko erhöhen. Die wichtigste Frage ist demnach, wie lange sollte ich schlafen? Die Antwort darauf ist laut Forschenden recht eindeutig.

Wie lange schlafen? Besonderer Effekt ab einem Punkt

Bei der Frage, wie lange Schlafen eigentlich notwendig ist, sind sich Expert:innen einig. Sowohl Krankenkassen als auch Wissenschaft liegen in ihrer Bewertung bei rund sieben Stunden Schlaf, die die meisten Menschen benötigen. Dabei hängt es natürlich immer auch vom individuellen Schlafbedürfnis ab, ob auch mehr oder weniger Schlaf ausreichen kann.

Die Techniker Krankenkasse empfiehlt daher zum Beispiel Ferien zu nutzen, um dieses herauszufinden. Gehst du jeden Tag zur gleichen Zeit ins Bett und stehst ohne Wecker und ausgeschlafen auf, kannst du festhalten, wie lange du wirklich schlafen musst. Generell gilt es laut Schlafforschung auch, darauf zu achten, ob du bei viel Arbeit im Sitzen konzentriert bist, ohne schläfrig zu werden.

Ein eher überraschender Grund, aus dem Expert:innen zu sechs bis sieben Stunden Schlaf raten, ist ein besonderer Nebeneffekt. Forschende des Henry Ford Hospital in Detroit, Michigan, haben einer Studie zufolge Daten von 14.079 Personen, die zwischen 2005 und 2010 befragt wurden, ausgewertet. Laut dieser Analyse soll die Gesundheit des Herzens sehr konkret davon abhängen, wie lange wir schlafen.

So sollen Herzkrankheiten und Schlaf verknüpft sein

Ein essentielles Ergebnis der Studie sei es, dass „Personen, die sechs bis sieben Stunden pro Nacht schlafen, hatten das geringste Risiko an einem Herzinfarkt oder Schlaganfall zu sterben im Vergleich zu jenen, die weniger oder mehr Schlaf bekommen haben“. Im Detail wurde die Untersuchung am 15. bis 17. Mai 2021 auf der „American College of Cardiology’s 70th Annual Scientific Session“ vorgestellt.

Die Wissenschaftler:innen dahinter zufolge handelt es sich um die erste Analyse der Verbindung von grundlegendem kardiovaskulärem Risiko und der Schlafdauer. Sie soll darauf aufbauen, dass Schlaf, ebenso wie gesunde Ernährung, Rauchen und Sport, auch eine Rolle in diesem Bereich spielen könnte.

Was passiert eigentlich beim Schlafen mit dem Körper?

Müde wirst du, weil dein Körper dir signalisiert, dass er eine Pause braucht. Du merkst es daran, dass du dich weniger konzentrieren kannst und anfängst, zu gähnen. Aber auch der nötige Abbau von Stoffwechselprodukten, die sich tagsüber angehäuft haben, kann dich müde machen.

Im Gehirn wird unterdessen zur Vorbereitung auf den Schlaf das Hormon Melatonin ausgeschüttet. Es versetzt dich langsam auf Sparflamme, das heißt deine Körpertemperatur sinkt um wenige Zehntelgrad ab, Atmung und Puls verlangsamen sich und dein Blutdruck wird gesenkt.

Zu wenig und zu viel Schlaf: Das können die Folgen sein

Wer zu lange schläft, kann laut verschiedenen Studien mit unerwarteten Konsequenzen konfrontiert sein. Dazu zählen ein erhöhtes Risiko für Schlaganfälle, aber auch Diabetes Typ II und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Gewichtszunahme, eine höhere Sterblichkeitsrate, Depressionen, Unfruchtbarkeitsrisiko und Stimmungsschwankungen konnten ebenfalls schon dokumentiert werden, berichtet Focus Online.

Zu wenig Schlaf führt in erster Linie zu nachlassender Konzentration und weniger mentaler Leistungsfähigkeit. Dauerhafter Schlafmangel kann dagegen bis hin zu Halluzinationen, Persönlichkeitsstörungen und Suizidgedanken führen. Wird der natürliche Rhythmus des Körpers durch wenig Schlaf gestört, sind Muskeln, Atmung, Blutdruck, Stoffwechsel und andere Funktionen in Mitleidenschaft gezogen, berichtet de Apotheken-Umschau.

Tipps für besseren Schlaf

Geht es dir beim Schlafen nur um Erholung anstelle von Prävention, kannst du auch in diesem Fall noch einiges optimieren. Die Schlafqualität hängt nämlich von diversen Faktoren ab. Willst du wirklich tief und ungestört schlafen, achte zum Beispiel auf die folgenden Dinge.

Bei welchem Licht kann man am besten schlafen?

Rotes Licht hilft beim Entspannen. Das langwellige Licht fördert die Melatoninproduktion und macht müde und schläfrig. Willst du morgens gut aus dem Bett kommen, hilft dementsprechend blaues/ kaltweißes Licht.

Kann man nach dem Baden besser schlafen?

Hast du ein heißes Bad genommen vor dem Schlafengehen, kann das förderlich sein. Es ist möglich, dass du dadurch schneller und insgesamt besser schläfst.

Wie lange vor dem Schlafen kein Handy?

Um den Einfluss des Handy-Lichts auf deinen Schlaf zu minimieren, empfiehlt es sich, spätestens eine Stunde vor dem Schlafengehen alle entsprechenden Geräte auszumachen.

Übrigens: Neben der sehr konkreten Empfehlung, wie lange wir schlafen sollten, um unser Herz gesund zu halten, gibt es noch weitere Gründe für Schlaf. Weißt du dagegen nicht, wie du es am besten anstellen sollst, helfen verschiedene Tipps, um besser zu schlafen. Inzwischen gibt es sogar richtige Schlaf-Apps, die dabei unterstützen. Wer dagegen an unregelmäßiger Atmung und dadurch gestörtem Schlaf leidet, für den ist eine die beste Schlafposition.

Quellen: Techniker Krankenkasse, EurekAlert, Planet Wissen, Focus Online, Apotheken-Umschau

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