Vor wenigen Wochen erst stellte die NASA ein ungewöhnliches Video online. Es dokumentiert die akustischen Fähigkeiten eines Schwarzen Lochs. Mit dem weit verbreitetet Irrtum, es gäbe keine Geräusche im Weltraum, räumte die US-Weltraumbehörde damit zumindest aus.

NASA-Tonspur von Schwarzem Loch: Von gruselig bis aufregend

Die Dokumentation der NASA befasst sich mit dem Schwarzen Loch im sogenannten Perseushaufen. Dieser befindet sich etwa 240 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt und liegt im Sternbild Perseus.

Schon 2003 entdeckten Astronom*innen in dessen Zentrum den zu diesem Zeitpunkt tiefsten gemessenen akustischen Ton im Universum. Schnell wurde das schwarze Loch im Zentrum damit in Verbindung gebracht.

Die beteiligten Forschenden fanden heraus, dass das Zusammenspiel von Druckwellen und heißem Gas in der Umgebung des Objektes Töne erzeugt, die Menschen nicht hören können – etwa 57 Oktaven unter dem mittleren C.

Auf Facebook und YouTube veröffentlichte die NASA nun eine neue Vertonung der Phänomens inklusive Video mit Tonspur. Es gibt die erzeugten Geräusche des schwarzen Lochs in 34 Sekunden wieder. Bisher verzeichnete der Beitrag allein auf YouTube bereits über zwei Millionen Aufrufe und rund 1.700 Kommentare. Die NASA schreibt auf Facebook:

„Hello Darkness, my old friend.

Willst du einem Schwarzen Loch zuhören? Das Schwarze Loch im Zentrum des Perseushaufens sendet Druckwellen aus, die das Gas des Haufens kräuseln, was wir in eine Note übersetzen können.“

Facebook/NASA’s Goddard Space Flight Center

Nutzer sind gespalten in ihrer Reaktion

Das Urteil fällt vielfältig aus. Während einige Nutzer*innen die Aufnahmen „hypnotisch“ finden, ist es für andere „gruselig“ oder geradezu „erschreckend„. Selbst von einem „kosmischen Horror“ und dem Klang „körperlosen Seelen“ ist die Rede. Viele Zuhörerinnen und Zuhörer zeigen sich aber auch begeistert davon und finden es „genial“ oder „wundervoll„. Andere wiederum sind zwar angetan, aber gleichzeitig unentschlossen: „Es ist umwerfend, aber ich hab etwas Angst vor dem Geräusch„.

Dass Töne im All überhaupt möglich sind, ist laut NASA übrigens kaum bekannt:

„Der beliebte Irrtum, es gäbe keine Geräusch im All hat seinen Ursprung in dem Fakt, dass fast das ganze Universum ein Vakuum ist, das kein Medium für die Ausbreitung von Schallwellen bietet.

Ein Galaxiehaufen hat dagegen ausreichend Gas, das hunderte oder sogar tausende Galaxien in sich einschließt, wodurch ein Medium für das Reisen der Klangwellen gegeben ist.“

NASA

Hörbar gemacht hat die NASA das Schwarze Loch übrigens durch das Extrahieren von Schallwellen außerhalb des Zentrums und deren Resynthetisierung in für den Menschen wahrnehmbare Töne. Dazu wurden sie 57 bis 58 Oktaven nach oben skaliert. 

Es sind auch nicht die ersten Geräusche dieser Art aus dem All. Forschende des MIT konnten bereits die „Echos“ von Schwarzen Löchern umwandeln.

Quellen: NASA, Facebook/NASA’s Goddard Space Flight Center

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