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Milchstraße: Forscher erzielen Durchbruch – doch die Ergebnisse sind „ein Schock“

Einem Team an der University of Sydney ist es gelungen, die Vergangenheit unserer Milchstraße so genau wie nie zu vor zu entschlüsseln. Das was sie sehen, nennen sie die „Unterwelt“.

Milchstraße
Unsere Milchstraße ist geheimnisvoll. © meberth - stock.adobe.com

Unsere Milchstraße hat schon einige Jahre auf dem Buckel und hat sich im Laufe der Zeit auch sehr stark verändert. Doch wie genau sie vor Jahr Milliarden ausgesehen hat, blieb ein Geheimnis. Doch eine neue Analysetechnik bringt nun Licht ins Dunkel. Mit diesen Ergebnissen hatte zu Beginn der Studie keiner der Forschenden gerechnet.

Milchstraße: Auf der Suche nach Überresten toter Sterne

Als sich der Astronom David Sweeney und sein Team an die Arbeit machten, haben sie nicht mit einem derartigen Durchbruch gerechnet. Denn der Milchstraße Daten über ihre Vergangenheit zu entlocken, ist äußerst herausfordernd. Will man etwa herausfinden, welche Sterne vor mehreren Millionen Jahren den Nachthimmel erhellten, muss man zuerst wissen, wo man suchen muss. Hier ist schon die erste Hürde.

Sterne leuchten durch eine fortwährende Kernfusion. Doch neigt sich ihre Lebensspanne dem Ende entgegen, gehen sie mit einem Knall. Doch die sogenannte Supernova sorgt dafür, dass die galaktischen Überreste des Sterns in irgendeine Richtung geschleudert werden. Das kann sogar so weit gehen, dass sie gar aus der Milchstraße heraus katapultiert werden. Wo dieser Stern einst geleuchtet hat, ist also schwer zu rekonstruieren.

Doch Sweeney und Kolleg*innen haben einen Weg gefunden, die geheimnisvollen Überreste alter Neutronensterne und schwarzer Löcher doch zu entdecken, wie ein Begleitartikel der University of Sydney zusammenfasst.

Dichter Sternen-Friedhof direkt unter uns

Dabei fanden sie heraus, dass die „galaktische Unterwelt“ dreimal so groß ist wie unsere Milchstraße selbst. Und dabei wurden gar 30 Prozent der stellaren Überreste gänzlich aus ihr herausgeschleudert.

Die Form des „Sternenfriedhofs“, der in Modellen vom Forschungsteam rekonstruiert wurde, hat auch wenig mit der sichtbaren, spiralförmigen Struktur unserer Milchstraße gemeinsam. Die „galaktische Unterwelt“ ist „aufgebläht“, was auf die vielen, vorangegangen, explosiven Supernovae zurückzuführen ist.

„Es war ein kleiner Schock“, erklärt der mitwirkende Dr. Sharma. „Ich arbeite jeden Tag mit Bildern der sichtbaren Galaxie, die wir heute kennen, und ich erwartete, dass die galaktische Unterwelt geringfügig anders, aber in großen Zügen ähnlich sein würde. Mit so einem radikalen Formwechsel hatte ich nicht gerechnet.“

Die Suche geht in eine nächste Phase

Doch der spannendste Part steht noch bevor. Für Sweeney, Dr. Sharma und die anderen heißt es nun die Suche zu vertiefen. Jetzt wo sie wissen, wo sie nachschauen müssen, wollen sie den stellaren Friedhof erkunden.

Willst du selber einen Blick riskieren, verraten wir dir, wie du die Milchstraße am Nachthimmel finden kannst. Manche sind derweil überzeugt, dass ganze vier feindliche Zivilisationen inmitten der Milchstraße – also auch unserem zu Hause – lauern könnten.

Quelle: University of Sydney

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