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Mars: Rätsel um mysteriöse Beben offenbar gelöst

Auf dem Mars rumort es. Zu den Beben gibt es einige Erklärungsansätze, doch ein neuer könnte das Geheimnis wirklich gelöst haben.

© Getty Images/ Bhavik Jagani / EyeEm

Mysteriöser Mars: Diese 5 Rätsel um den Planeten konnte bis heute kein Forscher lösen

Der Rote Planet ist schon seit Jahrzehnten beliebtes Ziel offizieller Weltraumbehörden und privater Raumfahrt-Unternehmen. Dennoch gibt es einige Rätsel, die immer noch auf ihre Lösung warten.

Schon lange fasziniert der Mars Laien wie Weltraumforschende gleichermaßen. Letztere nehmen ihn dementsprechend möglichst genau unter die Lupe und entdecken dabei immer wieder neue Phänomene. Dazu zählen auch wiederholt auftretende Beben. Doch wie genau entstehen sie? Dazu gibt es jetzt eine neue Theorie.

Mars: Beben entstehen durch Plumes

In der Vergangenheit konnten Forschende etliche Beben auf dem Mars registrieren – die NASA entdeckte sogar ein „Monster“ von einer Erschütterung auf dem roten Planeten. Doch die genauen Ursachen für die Ereignisse blieben bislang mysteriös. Denn auf der Erde sorgen sich verschiebende Kontinentalplatten sowie aktive Vulkane für Beben – beides gibt es aber auf dem Mars nicht oder wurde noch nicht entdeckt. In einigen Fällen geht man zumindest von Meteoriteneinschlägen aus.

Die beiden US-Forscher Adrien Broquet und Jeffrey Andrews-Hanna haben nun eine neue Studie veröffentlicht, in der sie den Ursachen auf den Grund gehen. Ihrer Ansicht nach sollen demnach sogenannte Plumes dafür verantwortlich sein.

Diese gibt es auch auf der Erde und dabei handelt es sich um heißes Gesteinsmaterial, das aus dem tieferen Erdmantel nach oben strömt. Plumes sind verantwortlich für den Hotspot-Vulkanismus, der unabhängig von Plattentektonik auftreten kann. Und genau solch einen Plume wollen die beiden Forscher gefunden haben.

Unerwartete Mars-Aktivitäten

Für Andrews-Hanna und Broquet sind die Aktivitäten vor allem auf der Ebene Elysium Planitia unerwartet. Zumal der Mars am Abkühlen ist und die Mehrheit aller vulkanischen und plattentektonischen Vorkommnisse in den ersten 1,5 Milliarden Jahren stattgefunden haben.

Auch spannend: Beben verweisen nicht nur auf die Existenz von Plumes. Mit ihrer Hilfe konnte man auch neue Erkenntnisse zur Beschaffenheit und Struktur der Mars-Kruste gewinnen.

Unterhalb der genannten Ebene haben die Forscher nun einen Plume mit einem gigantischen Durchmesser von 4.000 Kilometern entdeckt. Das geht jedenfalls aus ihren gesammelten Daten hervor, die den Beweis für einen Plume liefern.

Dieser wiederum ist eine natürliche Erklärung für Vulkanismus auf dem Mars. Daraus schlussfolgert man, dass Plumes die treibende Kraft hinter dem bislang verborgenen Vulkanismus auf dem Mars sind und für die Entstehung von ganzen Gegenden wie zum Beispiel die Tharsis-Region verantwortlich sind.

Quelle: „Geophysical evidence for an active mantle plume underneath Elysium Planitia on Mars“ (Nature Astronomy, 2022)

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