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Bizarrer Exoplanet bricht grundlegende Regeln des Universums

Ein Exoplanet weißt ein merkwürdiges Phänomen auf. Er bewegt sich falsch.

Exoplaneten im Weltall
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Was sind eigentlich Gasplaneten?

Erklärvideo über Gasplaneten und wie sie entstanden sind.

In unserem Sonnensystem folgen alle Planeten einer recht gleichbleibenden Bahn um die Sonne. Auch in anderen Bereichen des Universums wurde diese Regel wiederholt beobachtet. Doch manchmal kommt es vor, dass ein Exoplanet, wie auch WASP-131b, aus der Reihe tanzt. Die Frage nach dem „Warum?“ ist hier entscheidend.

Exoplanet mit einzigartiger Umlaufbahn

Der 855 Lichtjahre entfernte Exoplanet WASP-131b verwundert die Forschungsgemeinde, da er sich nicht in einer festlegten Planetenbahn zu bewegen scheint. Dabei sagt der Forschungsstand, dass die festgelegten und in vielen Teilen des Universums recht gleichbleibenden Rotationen von Planeten Sinn ergeben, wenn man bedenkt, wie die Systeme entstehen.

Zugrundeliegend auch für unser Sonnensystem ist zumeist eine protostellare Wolke, aus der sich dann der Stern bildet, um den dann später die Planeten kreisen. Besagte Wolke bringt in der Regel eine gewisse Eigenrotation mit, erklärt das Wissenschaftsmagazin phys.org. Ist der Stern entstanden, bilden sich aus der protoplanetaren Scheibe um ihn die Planeten. Daher sind die Rotationsbewegungen an den Stern gekoppelt und auch mit zunehmendem Abstand zu ihm in regelmäßigen Bahnen angelegt.

Kozai-Effekt könnte Beobachtung erklären

Wieso ist das jedoch beim Exoplaneten WASP-131b anders? Mithilfe verschiedener Analysemethoden stellten Forschende fest, dass sich der Exoplanet, anders als sonst im Kosmos beobachtet, „in einer hohen, fast polaren, rückläufigen Umlaufbahn“ befindet. Vereinfacht gesagt: Er bewegt sich eher in einer fest senkrechten Bahn um den Stern als in einer waagerechten.

Dieses Phänomen wird unter dem Begriff Kozai-Effekt zusammengefasst. Allerdings findet sich diese Abweichung der Umlaufbahn eher bei kleinen Planeten oder Monden. Für die Forschenden steht fest: Das System um den anomalen Exoplaneten hat eigentlich nicht die nötigen Voraussetzungen, um den Kozai-Effekt als Erklärung zuzulassen.

Viele Gasplaneten weisen Phänomen auf

Womöglich gibt ein Blick auf seine Beschaffenheit erste Hinweise. Die Masse ist mit der des Saturn vergleichbar. Nichtsdestotrotz hat WASP-131b einen zwanzig Prozent größeren Durchmesser als der größte Planet in unserer Nachbarschaft – Jupiter. Durch diesen Umstand nennen ihn Astronom*innen auch einen Zuckerwatte-Planeten.

Klar ist, dass viele Gasplaneten in anderen Sternensystemen eine fast polare Umlaufbahn um ihren Stern aufweisen. Genau genommen sind ein Viertel aller bisher beobachteten Heißgas-Exoplaneten betroffen. Das veranlasst die Wissenschaft dazu ein genaueren Blick auf die Planetenentstehung zu werfen. Womöglich könnten Vorgänge in der protoplanetaren Scheibe die Anomalie erklären. Dafür ist jedoch noch einiges an Forschungsarbeit notwendig.

Quelle: phys.org

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