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In fernen Galaxien: Eigenartige Strukturen entdeckt – „selbst für Forscher verblüffend“

Das James Webb Space Telescope enthüllt atemberaubende neue Bilder von 19 Galaxien, die die Astronomie revolutionieren. Diese Aufnahmen bieten beispiellose Einblicke in die Struktur und Evolution dieser Galaxien.

© NASA, ESA, CSA, STScI, Janice Lee (STScI), Thomas Williams (Oxford), und das PHANGS-Team

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Neue Bilder von Galaxien „sind außergewöhnlich“

Insgesamt veröffentlichte die NASA Ende Januar eine einzigartige Bildersammlung, die außergewöhnliche Strukturen im Inneren von 19 verschiedenen Galaxien zeigt. Das JWST ermöglichte diese Aufnahmen im Nah- und Mittelinfrarotlichtbereich und verblüfft damit nicht nur Laiinnen und Laien, sondern auch die wissenschaftliche Gemeinschaft.

Denn wenngleich sich viele Forschende bereits seit Jahrzehnten mit den gewaltigen Sternansammlungen auseinandersetzen, ist dies doch das erste Mal, dass Aufnahmen ihre Blasen und Filamente in solcher Detailgenauigkeit zeigen. Sie ermöglichen damit tiefe Einblicke in die Stern- und Galaxienentstehung sowie ihre komplexen Strukturen.

„Die neuen Bilder von Webb sind außergewöhnlich“, betonte Janice Lee, Projektwissenschaftlerin für strategische Initiativen am Space Telescope Science Institute in Baltimore. „Sie sind selbst für Forscher verblüffend, die dieselben Galaxien seit Jahrzehnten untersucht haben. Die Blasen und Filamente sind bis in den kleinsten jemals beobachteten Maßstab aufgelöst und erzählen eine Geschichte über den Zyklus der Sternentstehung.“

Chancen für die Wissenschaft

Als Teil des langjährigen Physics at High Angular resolution in Nearby GalaxieS (PHANGS)-Projekts entstanden die Aufnahmen aus der Zusammenarbeit von über 150 Forschenden aus aller Welt. Unterstützt wurden sie zudem durch frühere Daten, die man mittels anderer Observatorien, etwa dem Hubble-Weltraumteleskop, gesammelt hatte – und das hat sich gelohnt.

Denn die Bilder des JWST sehen nicht nur schön aus. Sie werfen auch Fragen auf. Auffällig sind etwa gewaltige Lücken, die sich im Gas und Staub der gewaltigen Spiralarme der Galaxien auftun. Sie könnten die Folge kolossaler Sternexplosionen, sogenannter Supernovae, sein, erklärt Adam Leroy, Professor der Astronomie an der Ohio State University in Columbus.

„Diese Strukturen neigen dazu, in bestimmten Teilen der Galaxien dem gleichen Muster zu folgen“, ergänzte Erik Rosolowsky, Professor für Physik an der Universität von Alberta im kanadischen Edmonton. „Wir stellen sie uns wie Wellen vor, und ihre Abstände sagen uns viel darüber, wie eine Galaxie ihr Gas und ihren Staub verteilt.“

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Zusammenarbeit ist gefragt

Zusätzlich zu den Bildern hat das PHANGS-Team den bisher größten Katalog von etwa 100.000 Sternhaufen veröffentlicht, der die Forschungsgemeinschaft einlädt, die Daten weiter zu analysieren.

„Der Umfang der Analysen, die mit diesen Bildern durchgeführt werden können, übersteigt die Möglichkeiten unseres Teams bei weitem“, so Rosolowsky. „Wir freuen uns darauf, die Gemeinschaft zu unterstützen, damit alle Forscher einen Beitrag leisten können.“ Die JWST-Beobachtungen bieten damit nicht nur atemberaubende Bilder, sondern auch die Grundlage für zukünftige Forschungen in der Astronomie und Astrophysik.

Quellen: NASA

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