Anonymous erklärte der russischen Regierung den „Cyberkrieg“, nachdem Wladimir Putin einen Angriffskrieg gegen die Ukraine am 24. Februar 2022 startete. Zahlreiche Menschen möchten sich nun an den Cyberangriffen gegen Russland beteiligen. Doch die Staatsanwaltschaft warnt Hobby-Hacker*innen.

Cyberangriffe auf Russland: Lieber nicht

Der Oberstaatsanwalt Markus Hartman von der Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime NRW (ZAC) erklärt gegenüber dem Handelsblatt, dass sich die strafrechtliche Bewertung von Cyberangriffen auch im Kontext des Krieges in der Ukraine „ausschließlich an den Vorgaben des Strafgesetzbuches und der Strafprozessordnung“ orientieren.

Weltweit versuchten Menschen auf unterschiedlichen Wegen, der Ukraine zu helfen, allerdings gebe es in Deutschland keine Sonderregelung für die aktivistischen Attacken.

„Es bereitet mir aktuell Sorge, dass Hackerangriffe zu einer weiteren Eskalation des Konflikts beitragen.“

Markus Hartman

Der Oberstaatsanwalt ist nicht der Einzige, der sich sorgt. Auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) weist darauf hin, dass etwa Angriffe auf IT-Systeme verboten sind. Es gebe ein „erhebliches Gefährdungspotential“ beim Hacken von Webseiten und bei DDoS-Angriffen. Es seien zudem Vergeltungsmaßnahmen denkbar.

Was sind DDoS-Angriffe?
„Ein DDoS-Angriff ist eine spezielle Art der Cyber-Kriminalität. Der Distributed-Denial-of-Service (DDoS) Angriff ist ein „verteilter“ Denial-of-Service (DoS) Angriff, der wiederum eine Dienstblockade darstellt. Diese liegt vor, wenn ein angefragter Dienst nicht mehr bzw. nur noch stark eingeschränkt verfügbar ist. Auslöser ist in den meisten Fällen eine mutwillig herbeigeführte Überlastung der IT-Infrastruktur“, so Myra Security.

Hacking von Anonymous hat bereits Folgen

Erst kürzlich wurde bekannt, dass der Cyberangriff von Anonymous auf den russischen Energiekonzern Rosneft Folgen hat. Das hat das Hackingkollektiv Anonymous bisher ebenfalls seit der Erklärung des „Cyberkriegs“ gegen die russische Regierung gemacht. Zudem warnen weitere Expert*innen davor, dass wegen des Krieges in der Ukraine auch ein Cyberangriff in Deutschland möglich ist.

Quelle: Handelsblatt, Myra Security

Seit dem 24. Februar 2022 herrscht Krieg in der Ukraine. Hier kannst du den Betroffenen helfen.

Du willst mehr von uns lesen? Folge uns auf Google News.