Ob du Kaffee mit Milch oder Kaffee ohne Milch trinkst, das hängt von deinen individuellen Vorlieben ab. Doch laut einer wissenschaftlichen Untersuchung ist eine Variante besser für dich und deinen Körper.

Wusstest du schon?
Es gibt mehr als 60 Kaffeesorten auf der Welt. Die beliebteste Sorte ist Arabica, die ganze 70 bis 75 Prozent der weltweiten Kaffeeproduktion ausmacht. Die Sorte Robusta wird aufgrund ihres Geschmacks häufig für Instant Kaffee verwendet und macht ungefähr 20 bis 30 Prozent der weltweiten Kaffeeproduktion aus. (Quelle: Jacobs Professional)

Diese Variante ist laut Studie besser

Ob Kaffee mit Milch oder ohne – bei vielen Menschen steht das Getränk für Genuss. Kaffee kann aber auch gesund sein. Wissenschaftler*innen aus Graz zeigten bereits 2014 in einer Studie, dass seine positive Wirkung unter anderem auf einen bestimmten Prozess namens Autophagie zurückzuführen ist. Prof. Dr. Frank Madeo erklärt:

„Es handelt sich dabei um eine Art Selbstverdauungsprogramm, das die Zellen reinigt und entgiftet. Ausgelöst wird diese zelluläre Müllabfuhr vor allem beim kontrollierten Fasten“, erklärt Prof. Dr. Frank Madeo.

Prof. Dr. Frank Madeo

Bei der Autophagie „identifiziert der Körper alte und defekte Zellbestandteile und markiert sie zur Zerstörung“ (laut MentalFoodChain). Das geschieht etwa beim Fasten, wenn dem Körper nicht genügend Energie zur Verfügung steht, um zerfallene Zellteile aufrechtzuerhalten. Auch Kaffee kann Autophagie auslösen. Die Voraussetzung dafür: Du trinkst Kaffee ohne Milch. Tierische Proteine können die Autophagie-Prozesse laut der Untersuchung aus Graz hemmen.

„Innerhalb von einer bis vier Stunden nach dem Konsum wurde in den Modellorganismen die zelluläre Autophagie aller untersuchter Organe – Leber, Skelett-Muskulatur und Herz – stark angekurbelt.“

Prof. Dr. Frank Madeo

Das Beste für alle, die kein Koffein trinken wollen oder dürfen: Sowohl dekoffeinierte als auch die herkömmliche Variante des Getränks sind gleich effektiv.

Wichtiges zu Autophagie
Der japanische Zellforscher Yoshinori Ohsumi wurde für seine Entdeckung der Autophagie-Mechanismen geehrt. 2016 wurde er mit dem Medizin-Nobelpreis ausgezeichnet. In der Begründung des Nobelpreiskomitees heißt es, dass die Arbeit des Forschers „das Verständnis dieses lebenswichtigen Prozesses dramatisch verändert“ hat (via aerzteblatt). Bei Krebs und neurologischen Krankheiten wie etwa Parkinson oder Alzheimer spielt der Prozess der Autophagie eine wichtige Rolle.

Diese Alternativen begünstigen positiven Effekt

Damit der positive Effekt von Kaffee aufrecht erhalten bleibt, empfehlen die Forschenden, den Kaffee „am besten schwarz oder mit pflanzlich basierter Milch, wie Mandel- oder Kokosmilch“ zu trinken. Willst du also den Autophagie-Prozess unterstützen, ist es ratsam auf Kuhmilch im Kaffee zu verzichten.

Mittlerweile gibt es zahlreiche Alternativen:

  • Sojadrink
  • Mandeldrink
  • Reisdrink
  • Haferdrink
  • Lupinendrink
  • Erbsendrink
  • Kokosdrink
  • Nussdrink

Biophysiker Thomas Finkenstädt erklärt gegenüber RP Online bereits 2016, dass manche Kuhmilchalternativen den wichtigen Prozess der Autophogie sogar anregen:

„Pflanzliches Protein vor allem in Soja und Weizen regt die Autophagie stark an. Das liegt daran, dass diese Lebensmittel sehr viel Spermidin enthalten. Ein Polyamin, dass die Autophagie stimuliert.“

Thomas Finkenstädt

Spermidin ist eine endogene Substanz, die erstmals in männlicher Samenflüssigkeit entdeckt wurde. Mittlerweile wissen wir aber, dass sie in allen Körperzellen existiert. Bei Experimenten an Mäusen konnten wir sehen, dass Spermidin auch bei altersbedingtem Haarausfall hilft und das Herz schützt.

Übrigens: Spermidin findest du auch in diesen Lebensmitteln.

Kaffeebohnen.
Kaffeebohnen © Getty Images/Serhii Tychynskyi

Die Forschenden aus Graz befürworten allerdings keine strenge vegane Lebensweise. Prof. Dr. Frank Madeo erklärt: „Es geht darum, tierische Proteine in der Ernährung zu minimieren, nicht zu eliminieren. Dies könnte gerade dann wichtig sein wenn man schon ein paar Stunden gefastet hat, nämlich nach dem Nachtschlaf.“

So viel Kaffee wird in Deutschland getrunken
Kaffee ist das beliebteste Heißgetränk in Deutschland. Laut Statista lag der Pro-Kopf-Verbrauch von Kaffee bei zuletzt rund 164 Liter im Jahr.

5 weitere Fakten zu Kaffee

Abgesehen davon, dass Kaffee den Autophagie-Effekt in deinem Körper anregen kann, gibt es auch weitere interessante Fakten zum Heißgetränk (laut eatsmarter):

  1. Kaffee steigert die allgemeine Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit.
  2. Das Getränk schmeckt frisch am besten, denn nach einer Weile verändert er den Geschmack und wird ranzig.
  3. Kaffee entzieht dem Körper kein Wasser, sondern wirkt lediglich harntreibend. Der Grund: Koffein stimuliert kurz die Nierenfunktion. Dennoch ist das Getränk nicht als Durstlöscher geeignet. Dafür eignet sich Wasser.
  4. Kaffee kann laut Forschenden der Harvard Schoof of Public Health die Stimmung erhellen. Zwei bis drei Tassen täglich könnten das Risiko an Depressionen zu erkranken, um 15 Prozent verringern.
  5. Aber: Nicht alles beim Kaffee ist positiv. Für die Umwelt kann er schädlich sein, da für neue Plantagen häufig Wälder weichen müssen. Zusätzlich schädigen eingesetzte Pestizide die Biosphäre. Daher ist es ratsam fair gehandelten Bio-Kaffee zu kaufen.

Weitere spannende Infos zu Kaffee

Egal, ob du deinen Kaffee weiterhin mit Milch oder Kaffee ohne Milch trinken möchtest – eine Sache solltest du unbedingt beachten: Trinke erst ein Glas Wasser, bevor du deinen ersten Kaffee am Morgen zu dir nimmst. Beachte außerdem, dass du maximal vier Tassen Kaffee am Tag trinken solltest. Hast du außerdem schon von Pilzkaffee oder Mushroom Coffee gehört?

Bei der Wirkung von Kaffee auf den Körper sind Forschende außerdem auf noch mehr positive Effekte gestoßen. Und diese drei Kaffee-Apps könnten deinen Kaffeegenuss noch spaßiger machen.

Übrigens: Expert*innen empfehlen auch, Tee ohne Milch zu trinken. Auch hier hemmen tierische Proteine die positive Wirkung des Warmgetränks. Das führt uns zur Frage: Ist Milch überhaupt gesund?

Quellen: Universität Graz, MentalFoodChain, Jacobs Professional, Statista, aerzteblatt, RP Online, eatsmarter, eigene Recherche

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