Der Mars gilt als erdähnlichster Planet. Zwar misst er nur ein Drittel der Masse der Erde, dennoch gilt er als potentieller Kandidat für Leben für die Menschheit. Er ist abweisend und karg, seine Atmosphäre tödlich, und doch suchen wir auf ihm nach Spuren von Leben. Und so streifen bereits jetzt Vehikel über die rostige Oberfläche und machen jene Mars-Bilder, die hier zu sehen sind. Sie zeigen vor allem, dass die ferne Welt mehr mit unserer gemein hat, als bisher angenommen.

Mars-Bild des Tages (29.06.2022): Curiosity an der Windjana-Bohrstelle

Die Selbstportraits von Mars-Rovern wirken wie von Zauberhand gemacht. Dabei sind die Aufnahmen stets eine Zusammensetzung verschiedener Fotografien, die das menschliche Auge täuschen. Denn den Selfies fehlt in der Regel die “Selfie-Stange” im Bildausschnitt.

Für eine solche Aufnahme nutzt die NASA den sogenannten Mars Hand Lens Imager, kurz MAHLI. Aus dutzenden Einzelbildern der Kamera baute das Team um Curiosity ein Foto, das den Eindruck erzeugt von jemand anderes gemacht worden zu sein. 

Der Blick fällt auf die große Hauptkamera des Rovers, der Mastkamera (Mastcam), die direkt auf zwei kleine Löcher gerichtet ist. Im Zuge der Curiosity-Mission stellten die “Winjana”-Bohrungen eine wichtige Zwischenstation da. Bei “Winjana” handelte es sich um unterschiedliche Schichten von Sandstein, die der Rover 2014 untersuchte. Solche geologischen Formationen sagen viel über die Geschichte des Planeten aus – und könnten hinweise auf einst existierendes Wasser an der Oberfläche des Mars liefern. 

Mars-Bild des Tages (23.06.2022): Curiositys Hitzeschild im freien Fall

Hitzeschild fällt auf den Mars
23.06.2022: Kurz vor der Landung nimmt der Mars-Rover Curiosity jenen Moment auf, in dem die Landesonde das Hitzeschild abstößt. © NASA/JPL-Caltech/MSSS

Das Anlanden eines Mars-Rovers ist eine heikle Sache. Das Bodenpersonal zurück auf der Erde kann nur mutmaßen, ob alles funktionieren wird. Dazu gehört etwa, dass die Kapsel, die den Rover trägt, im richtigen Winkel auf die Atmosphäre des Planeten trifft. Sie bewegt sich noch mit mehreren tausend Stundenkilometern. In der Mars-Atmosphäre muss sich dann der Fallschirm öffnen und danach das Hitzeschild vom eigentlichen Landemodul abgestoßen werden.

Diese aufreibende Akt dauert nur wenige Minuten und entscheidet darüber, ob sich die Milliarden an Dollar und die jahrelange Arbeit ausgezahlt hat. Curiositys Mars Descent Imager, kurz MARDI, begann seine Tätigkeit bereits aus der Landekapsel heraus. Noch bevor der Rover überhaupt die Oberfläche berührt hat, knipste die Instrumentkamera dieses Bild vom abgestoßenen Hitzeschild. Die Oberfläche des Mars ist noch mehrere Kilometer weit entfernt.

Mars-Bild des Tages (22.06.2022): Der Nordpol

Wie auch auf der Erde besitzt der Mars Eiskappen an seinen Polen. Im Mai 2010 entstand dabei diese Aufnahme vom Nordpol unseres Nachbarplaneten. Die weiße Spirale besteht aus einer kilometerdicken Schicht aus Trocken- und Wassereis.

Die durchschnittliche Gesamtdicke der Eisschicht beträgt fast zwei Kilometer. Dass sich das gesamte Eis im Zuge eines Marssommers nicht verflüchtig, liegt vor allem auch an den extremen Temperaturen: Im Winter fällt das Thermometer bis unter Minus 125 Grad Celsius.

Die spiralförmigen Linien sind tiefe Becken, die kein Licht mehr auf ihren Grund lassen. Rechts unten klafft eine gewaltige Lücke in Richtung Nordpol. Bei diesem besonderen geologischen Maker handelt es sich um die Chasma Boreale-Schlucht, die von Nord nach Süd etwa 450 Kilometer lang ist.

Mars-Bild des Tages (21.06.2022): Mond Phobos und der Stickney-Krater

Fotografie des Mars-Mondes Phobos
21.06.2022: Der Mars hat zwei Monde. Phobos und Deimos. © NASA/JPL-Caltech/University of Arizona

Im Gegensatz zur Erde hat der Mars gleich zwei Monde. Phobos und Deimos umkreisen den Planeten auf festen Bahnen. Im September 2008 gelang der HiRISE-Kamera des Mars Reconnaissance Orbiter (MRO) eine detaillierte Aufnahme von Phobos, der in einer Entfernung von gerade einmal 6.800 Kilometern den Mars umkreist.

Das Bild ist eine Kombination verschiedener Daten aus Blau-Grün-, Rot- und Nah-Infrarot-Aufnahmen. Die daraus resultierende Farbaufnahme hebt selbst kleinste Akzente der Oberfläche des Trabanten hervor. Besonders markant ist hierbei der weiß-blau schimmernde Teil von Phobos. Astronom*innen erkennen in dieser Fläche jüngere Ablagerungen des Mondes.

Und markant ist auch das Erscheinungsbild. Phobos sieht aus wie eine Kartoffel, denn für eine nahezu perfekte Kugelform, wie sie unser Mond besitzt, ist der Mond schlicht zu klein. Die auf dem Bild beleuchtete Seite misst im Durchmesser 21 Kilometer. Der rechts im Bild liegende Stickney-Krater ist neun Kilometer groß.

Die Kraterränder weisen helle Linien auf. Hierbei kann es sich laut NASA um Erdrutsche handeln. Die Schwerkraft auf dem Mond beträgt nur ein Tausendstel von der auf unserem Planeten, wodurch teile der Oberfläche in die Kraterbecken absacken können.

Wie der Mond entstanden ist, stellt bis heute ein Rätsel dar. Die roten Flächen und Analysen lassen auf Regolith schließen. Dieses feine Material kommt auch auf der Marsoberfläche vor. Somit könnte Phobos wie auch unser Mond durch einen Meteoriteneinschlag auf dem Planeten selbst entstanden sein.

Mars-Bild des Tages (20.06.2022): Saisonale Hanglinien an einem frischen Krater

Kraterrand mit frischem Auswurf auf dem Mars
20.06.2022: Der Mars Reconnaissance Orbiter (MRO) nimmt seltsame Bodenaktivitäten wahr. © NASA/JPL-Caltech/University of Arizona

Das heutige Mars-Bild stammt vom Mars Reconnaissance Orbiter (MRO), der aus dem Orbit heraus die Oberfläche des roten Planeten untersucht. Aufnahmen wie diese erzeugen bei den Wissenschaftler*innen stets Neugierde. Denn der vom MRO fotografierte Krater weißt ungewöhnliche Eigenschaften auf.

Die Aufnahme des Kraterrandes ist nicht nur gestochen scharf, sie zeigt auch, dass die Einschlagsstelle noch relativ jung ist. Der Auswurf an den Hängen, die gut erhaltene Ejektadecke, des Kraters ist gut zu erkennen. Alles deutet darauf hin, dass hier vor nicht allzu langer Zeit ein Meteorit eingeschlagen ist.

Und noch etwas ist besonders: Die Hänge des Kraters sind von schmalen Linien durchzogen. Auf der Erde können solche Hanglinien durch saisonale Regenfälle, die Teile des Bodens aufweichen, entstehen. Wissenschaftler*innen bezeichnen diese markanten Spuren als recurrent slope linae (RSL), als wiederkehrende Hanglinien. Solche Linien können ein Zeichen dafür sein, dass Wasser saisonal – und für kurze Zeit – auf der Oberfläche des Mars vorhanden ist. Der Gefrierpunkt könnte durch einen hohen Salzgehalt herabgesetzt werden, wodurch es trotz der Kälte auf dem Planeten flüssig bleibe.

Wahrscheinlicher ist jedoch eine andere Theorie: Demnach würden im heißeren Sommer vereinzelte Schichten aus Sand abrutschen. Diese sogenannten Granulatlawinen können ab einem bestimmten Neigungswinkel und ohne Wasser zustande kommen.

Mars-Bild des Tages (16.06.2022): Eisablagerungen am Südpol

Eiskappen und Felsformationen am Südpol des Mars
16.06.2022: Der Südpol des Mars ist für Forschende besonders interessant. Hier kann sich das Eis im idealfall ganzjährig halten. © NASA/JPL-Caltech/Univ. of Arizona

Der Mars ist nicht nur rau und unwirtlich. Der Planet beherbergt teilweise sogar ausgedehnte Eisschilde an seinen Polen. Damit ist jedoch noch kein Beweis dafür geliefert, dass es auf dem roten Planeten auch tatsächlich Wasser gibt. Die Temperaturschwankungen können beträchtlich sein. Während im Sommer das Thermometer auf bis zu 20 Grad klettern kann, wird es nachts bitterkalt. Teils liegen die Temperaturen dann 80 Grad unter Null.

Bei solchen Temperaturen gefriert nicht nur Wasser, sondern auch Kohlenstoffdioxid. Und davon ist in der Mars-Atmosphäre reichlich vorhanden. Das Eis des Mars besteht aus genau diesem gefrorenen Gas. Auf der Erde nutzen wir Trockeneis zum Sichern von Kühlketten bei der Lieferung leicht verderblicher Lebensmittel. Auf dem Mars hingegen setzt es sich über Nacht fest und kann genauso schnell wieder verschwinden.

Eis schmilzt auf dem Mars nicht einfach. Da es keine Feuchtigkeit gibt, verdampft das Eis bei höheren Temperaturen wieder zu Kohlenstoffdioxid. Am Südpol hingegen besteht die Möglichkeit, dass manche Eisschilde ganzjährig existieren. Die auf der Luftaufnahme zu sehenden Gruben, sind etwa 60 Meter breit. In und um diese hat sich eine etwa drei Meter hohe Schicht aus Trockeneis angesammelt.

Mars-Bild des Tages (15.06.2022): Opportunitys Blick auf den Lunokhod 2-Krater

Krater und Solarpanel auf dem Mars
15.06.2022: Opportunitys Blick auf den Lunokhod 2-Krater. © NASA/JPL-Caltech/Cornell/Arizona State Univ.

Der Mars-Rover Opportunity hatte seine Erschaffer*innen sicherlich ziemlich überrascht. Denn das Gefährt legte auf dem fremdem Planeten einen Streckenrekord hin und wies eine erstaunliche Lebensdauer auf. Im April 2014 machte die Panoramakamera Pancam eine Aufnahme der Umgebung. Auf dem gewähltem Bildausschnitt zu sehen: Der Lunokhod 2-Krater.

Der etwa sechs Meter breite Krater markiert den Punkt, an dem Opportunity weiter gefahren ist, als jedes andere Gerät, das von Menschen jemals auf einem fremden Planeten abgesetzt wurde. Bis zu diesem Ereignis hielt Lunokhod 2 seit 1973 den Rekord. Das sowjetische Gefährt untersuchte damals den Mond und legte laut Angaben des Navigations-Teams etwa 37 Kilometer zurück. Neuere Messungen widerlegten das und zeigten, dass der etwa 840 Kilo schwere Rover vor fünfzig Jahren eine Strecke von 39 Kilometern zurücklegte.

Opportunity fuhr während seiner gesamten Laufzeit eine Strecke von 45,16 Kilometern. Die rauen Witterungsbedingungen und ernstzunehmende „Erinnerungslücken“ im Speichersystem verhinderten am Ende jedoch eine Weiterreise. Die NASA erklärte 2019 die Mission daher für beendet.

Mars-Bild des Tages (14.06.2022): Landung von Perseverance

Perseverance an Seilen befestigt kurz vor der Landung auf dem Mars
14.06.2022: Perseverance steht kurz vor dem Touchdown. Nur noch wenige Zentimeter trennen den Rover auf diesem Bild vor der Marsoberfläche. © NASA/JPL-Caltech

Von den „Sieben Minuten des Schreckens“ sprach das Team im NASA-Kontrollzentrum. So lange dauerte es, bis der Rover Perseverance am 18. Februar 2021 die Mars-Oberfläche erreichte. In diesen sieben Minuten konnte einiges schiefgehen, konnten mehrere Jahre Arbeit und Milliarden an US-Dollars sich in Nichts auflösen.

Denn die Atmosphäre des Mars ist dünn, der Planet selbst so weit entfernt, dass an eine manuelle Steuerung des Landemoduls nicht zu denken ist. Mit knapp 20.000 Kilometern pro Stunde durchbrach die Kapsel, die Perseverance trug, die oberste Schicht der Marsatmosphäre; der Fallschirm öffnete sich in etwa elf Kilometern Höhe.

Doch der Fallschirm verhinderte nicht den freien Fall. Da die Atmosphäre des Mars nur einen Prozent der Dichte unserer Erdatmosphäre beträgt, mussten zusätzliche Bremstriebwerke gezündet werden. Die befanden sich an einem Gerüst über dem Rover, das sich von der Landekapsel löste, automatisch die Triebwerke zündete und Perseverance an Seilen langsam zur Oberfläche führte. Das alles geschah automatisch, vorprogrammiert.

Das Bodenteam der NASA konnte lediglich hoffen, dass die Sensoren der Landeeinheit sämtliche Parameter richtig berechneten. Auf dem Bild zeigt sich jener Moment, als Perseverance nur noch wenige Zentimeter über der Marsoberfläche schwebte. Der Sand unter dem noch glänzenden Fuhrwerk des Rovers wird durch die Bremsdüsen der Landeeinheit aufgewirbelt. Ein Video des waghalsigen Landeanfluges gibt es hier.

Mars-Bild des Tages (13.06.2022): Aufnahme der Valles Marineris-Hemisphäre

Punktperspektive des Planeten Mars
13.06.2022: 102 Aufnahmen des Viking Orbiters nutzten Wissenschaftler*innen, um dieses Mosaik des roten Planeten zu kreieren. © NASA/JPL-Caltech

Sollten menschliche Augen jemals den roten Planeten sehen, würden sie aus den Fenstern ihrer Raumkapsel vermutlich den Mars so sehen, wie er auf diesem Bild erscheint. Um eine so detailreiche Aufnahme des Planeten zu machen, musste die NASA 102 Bilder seines Viking Orbiters zusammentragen. Somit handelt es sich um kein einzelnes Bild, sondern um ein Mosaik, bei dem jeder Pixel etwa 0,6 Kilometer entspricht.

Astronaut*innen würden den Mars etwa aus einer Entfernung von 2.500 Kilometern genau so sehen. Sie würden mit etwas Glück ebenso auf den größten Canyon des Sonnensystems schauen. Die dunkle Narbe, das zerfurchte Land in der Nähe des Äquators, heißt Valles Marineris und durchzieht die Oberfläche auf einer Länge von 2.000 Kilometern. Der tiefste Punkt liegt bei acht Kilometern.

Westlich vom Valles Marineris zeigen sich drei dunkelbraune Punkte. In Gegensatz zu den teils gigantischen Kratern der Marsoberfläche, wuchsen an diesen Stellen die drei Tharsis-Vulkane in den Himmel. Jeder von ihnen ist über 25 Kilometer hoch. Hinter diesen, nicht sichtbar auf diesem Bild, erhebt sich der Olympus Mons in den Himmel. Mit 26 Kilometern Höhe ist er der höchste Berg im Sonnensystem.

Mars-Bild des Tages (02.06.2022): Viking 2 macht erste Bilder der Utopia Planitia

Viking 2-Lander auf der Utopia Planitia
02.06.2022: Am 3. September 1976 landete der Viking 2-Lander auf dem roten Planeten. © NASA/JPL-Caltech

Am 3. September 1976 landete Viking 2 auf dem Mars. Gleich nach dem Touchdown begann der Lander seinen Dienst und machte unter anderem dieses Foto des roten Planeten. Das Geröllfeld der Utopia Planitia, des „Niemandslandes“, erstreckt sich bis zum Horizont. Dort, in etwa drei Kilometern Entfernung, geht die orange braune Oberfläche in einen lachsfarbenen Himmel über.

Die Wissenschaftler*innen glauben in dieser Aufnahme die realen Sichtbedingungen und Farben auf unserem Nachbarplaneten zu sehen. Die Farbe des Himmels kommt durch die feinen roten Staubpartikel in der Atmosphäre zustande. Am linken, unteren Bildrand bedeckt ebenfalls eine dünne Schicht Staub den Lander.

Viking 2 machte nicht nur Aufnahmen der Marsoberfläche, sondern sammelte auch Daten über die Beschaffenheit des Bodens. Analysen zeigten, dass einige Chemikalien im Regolith Reste von Schwefel und Chlor enthalten. Auf der Erde entstehen solche Ablagerungen immer dann, wenn Meerwasser verdunstet.

Für die damalige Technik besaß Viking 2 eine ungewöhnlich lange Lebenszeit. Der Lander operierte auf der Marsoberfläche für drei Jahre und 221 Tage, bevor am 12. April 1980 die Batterien versagten.

Die Utopia Planitia ist eine der markantesten Landschaften des Planeten. Diese weite Fläche gilt als bisher größter entdeckter Einschlagskrater unseres Sonnensystems mit einem Durchmesser von etwa 3.300 Kilometern. Am 14. Mai 2021 landete der chinesische Zhurong-Rover im Zuge der Tianwen-1-Mission ebenfalls in diesem Gebiet.

Mars-Bild des Tages (01.06.2022): Opportunitys Schnappschuss eines Staubteufels

Staubteufel auf der Mars-Oberfläche mit Fahrspuren eines Rovers
01.06.2022: Gib es Tornados auf dem Mars? Fasst. Staubteufel sind auf unserem Nachbarplaneten oft anzutreffen. © NASA/JPL-Caltech

Opportunity hat bisher alle Rekorde gebrochen, die Rover auf dem Mars brechen können. In seinen 14 Jahren fuhr er 40 Kilometer weit und schaffte damit mehr Wegstrecke als jedes andere Gefährt, das bisher auf dem Mars gelandet ist. Dazu gehört auch der steilste Anstieg, der je auf einem fremden Planeten vollführt wurde. Und vermutlich gehört eines der spektakulärsten Bilder auch noch dazu.

Denn die heutige Aufnahme Opportunitys könnte nicht spannender sein. Sie zeigt rechts oben eine weiße Säule, die sich in den Mars-Himmel windet. Dem Rover gelang der Schnappschuss eines Staubteufels. Diese kleinen Wirbel sind keine Seltenheit, sie zu filmen, oder zu fotografieren, ist jedoch schwierig. Dabei steht Opportunity in einem Neigungswinkel von 31 Grad am Rande des Endeavour-Kraters, auf dem sogenannten Knudsen-Grat. Einen steileren Anstieg hat bis zu heute keine andere Mars-Sonde hingelegt.

Staubteufel entstehen auf der Erde vor allem in Wüstenregionen mit extrem hohen Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht. Wenn Sand und Staub durch die Sonne aufgeheizt werden, steigt die Luft nach oben und kann Wirbel erzeugen. Saisonal kommt es auch auf der Oberfläche des roten Planeten ebenfalls zu diesem Phänomen.

Für die Rover und deren Teams sind solche kleinen Wirbelstürme ein Segen. So sammelte sich etwa auf den Solarpanels des Rover Spirit über die Zeit viel Staub an. Die Mission musste 2009 beinahe abgebrochen werden, weil die feinen Marspartikel kaum noch Sonnenlicht zur Energieerzeugung durchließen. Bei einem sogenannten Cleaning Event zog ein solcher Staubteufel jedoch direkt über den Rover hinweg und reinigte damit auch die Panels.

Mars-Bild des Tages (31.05.2022): Curiosity überquert eine Düne

Sanddüne und Reifenspuren auf dem Mars
31.05.2022: Im Februar 2014 überquert Curiosity diese Düne auf dem Mars. Solche Manöver sind alles andere als leicht. © NASA/JPL-Caltech/MSSS

Mars-Rover müssen gegen alle Eventualitäten gewappnet sein. Das Bodenpersonal auf der Erde muss die Sonden bei einer durchschnittlichen Entfernung von 70 Millionen Kilometern stets neu ausrichten. Eine Steuerung in Echtzeit wie bei einer Simulation ist da nicht gegeben. Die einzelnen Befehle sind teils mehrere Minuten unterwegs zu unseren Nachbarplaneten, sodass jede Bewegung genaustens vorausgeplant werden muss.

Das heutige Mars-Bild zeigt eines dieser Manöver. Curiosity stieß nach einem Jahr auf dem Mars auf diese unscheinbare Düne. Zur linken und rechten Seite der Fahrspuren zeigen sich bereits spitze Steine und Geröll, das den Rädern Curiositys schnell zum Verhängnis werden kann.

Das Bild machte die Hauptkamera des Rovers am 538. Sol oder Marstages. Es entstand drei Tage, nachdem Curiosity die Düne überwunden hatte. Der Abstand zwischen den Radspuren beträgt etwa 2,7 Meter. Die Düne ist ungefähr einen Meter hoch und trägt den Namen „Dingo Gap“. Am Horizont im Osten erstreckt sich der Rand des Gale-Kraters.

Mars-Bild des Tages (30.05.2022): Spirit verschafft sich einen Überblick

Marslandschaft
30.05.2022: Spirit macht eine Pause an Larrys Lookout. © NASA/JPL-Caltech/Cornell

Spirit landete nach einer mehr als sieben Monate andauernden Reise auf dem Mars. Der Rover sollte den Wissenschaftler*innen die ersten mikroskopischen Aufnahmen von einem anderen Planeten senden. Oberstes Ziel: Spuren einstigen Lebens ausfindig machen.

Der Rover landete in der Meridiani-Planum-Hochebene, die einst ein flacher Ozean bedeckt haben soll. Diese befindet sich um knapp 160 Kilometer großen Gusev-Krater. Die erste Etappe führe Spirit von seiner Landstelle auf den zwei Kilometer entfernten Husband Hill.

Die Wegstrecke dorthin brachte den Rover an den Rand seiner Belastbarkeit. Nicht nur das felsige Bodenprofil machte Spirit zu schaffen, sondern auch die dort entstehenden Winde. Durch die Winde setzte sich Staub auf den Solarpanelen fest, wie die Aufnahme zeigt. Dadurch verlor der Rover immer mehr Energie, je höher den Hügel hinauffuhr.

Die Aufnahme entstand an „Larrys Lookout“ und zeigt im Hintergrund eine weite, trostlose Ebene. Der Aufstieg des Hügels gestaltete sich bis zum Schluss schwierig. Die Zick-Zack-Spuren im unteren, rechten Bildrand bezeugen, dass Spirit mit dem Bodenprofil zu kämpfen hatte.

Mars-Bild des Tages (25.05.2022): Sphärisches Panoramabild von Pathfinder

Sphärisches Panoramabild des Mars-Landers Pathfinder
25.05.2022: Die Aufnahme zeigt ein Mosaik verschiedener Bilder, den NASA-Lander Pathfinder und den Rover Sojourner zeigen. © NASA/JPL

Mit Pathfinder, zu deutsch „Wegbereiter“, entsendete die NASA ihren ersten Rover Sojourner auf den Mars. Diese konnte Gesteinsproben entnehmen und mit Hilfe von Sensoren in den Rädern die Härte des Bodens analysieren.

Die Panoramaaufnahme zeigt in ihrem Zentrum den Lander Pathfinder. Oben links im Bild untersucht Sojourner einen Stein. Der Rover ist mit gerade einmal 10,6 Kilogramm das kleinste Gefährt der NASA auf dem roten Planeten. Die Landung und der Einsatz des Rovers sollten lediglich eine Art technischer Demonstration darstellen. Nichtsdestotrotz lief die Mission ganze 83 Tage und lieferte wertvolle Erkenntnisse über die Beschaffenheit der Mars-Oberfläche.

Und im Gegensatz zu den Landezonen von Opportunity, Curiosity oder Perseverance zeigt der Landeplatz des ersten Rovers viele Tücken. Die großen Felsen zu allen Seiten hätten dem Lander bereits während der Landung zum Problem werden können.

Mars-Bild des Tages (24.05.2022): NASA-Lander InSight fotografiert Sonnenuntergang

Mars Lander InSight vor Sonnenuntergang auf dem Mars
24.05.2022: Der Sonnenuntergang auf dem Mars wirkt weniger farbenprächtig, als bei uns auf der Erde. © NASA/JPL-Caltech

Das heutige Mars-Bild kommt von der Instrument Deployment Camera (IDC) des InSight Landers der NASA. Diese stationäre Sonde hielt am 25. April 2019 den Sonnenuntergang auf dem roten Planeten fest. Das primäre Ziel des Landers bestand bis vor kurzem darin, seismische Aktivitäten im Marsboden zu untersuchen. Einen so schönen Abendhimmel wie auf die heutigen Mars-Bild, wird es auf dem Mars jedoch nicht gegeben haben.

Die gelieferten Rohdaten wurden erst auf der Erde nachbearbeitet. Somit erhält der abgelichtete Sonnenuntergang das schwächer werdende, orange Licht, wie es das „irdische“ Auge hier auf der Erde gewohnt ist. Auf dem Mars hingegen würde dieser Sonnenuntergang in einem weitaus kälteren, blauen Licht erscheinen.

Dass Teile des Solarpanels des Landers zu erkennen sind, liegt auch daran, weil die Aufnahme künstlich aufgehellt wurde. In der eigentlichen Rohaufnahme ist InSight bereits nicht mehr zu erkennen.

Mars-Bild des Tages (23.05.2022): Curiositys Grüße von der Namib-Düne

Mars-Rover
23.05.2022: Inmitten des Gale-Kraters befindet sich eine Wüstenlandschaft mit hohen Sanddünen. © NASA/JPL-Caltech/MSSS

Auch Mars-Rover machen ab und zu Selfies von sich. Die interplanetare Grußkarte sieht nicht nur schön aus, sondern zeigt den Wissenschaftler*innen auch den Zustand des Gefährts. Das heutige Mars-Bild zeigt dabei den Rover Curiosity auf seinem Streifzug durch den Gale-Krater.

In den Kratern des Mars sammelt sich der Sand großer Stürme und so kommt es in diesen Regionen zu Dünenbildungen. Innerhalb des Gale-Krater wuchsen über die Zeit auch die sogenannten Bagnold-Dünen, die sich als 35 Kilometer langer Streifen über den Grund des Kraters ziehen. Die Dünen können teils mehrere Meter hoch werden und wandern etwa einen Meter pro Jahr, wie Luftaufnahmen der NASA zeigen.

Curiosity untersuchte die Namib-Düne, die in diesem Bild als graue Sandfläche zu erkennen ist. Die Düne hat ihren Namen von den ikonischen Sandbergen in der gleichnamigen Wüste Namib an der Westküste Afrikas.

Anfahrten auf solche Dünen sind mit großen Risiken verbunden. Wie fein der Sand ist, zeigen die Reifenspuren des Rovers. Proben des Sandes sollen den Forschenden Aufschlüsse über die Zusammensetzung der Dünen liefern.

Mars-Bild des Tages (19.05.2022): Staub auf InSights Solarpanelen

Mars-Bild des Tages
19.05.2022: Die Solarpanele des Landers InSight sind von Staub überzogen. © NASA/JPL-Caltech

Auf dem Mars herrschen widrige Bedingungen. Unser Nachbarplanet kann teils große Temperaturunterschiede aufweisen. Nachts fällt das Thermometer teils auf 100 Grad unter Null, tagsüber kann es frühlingshaft warm werden. In unregelmäßigen Abständen können so globale Stürme entstehen, um das Kalt-Warm-Gefälle auszugleichen. Für die NASA sind solche Umstände eine nicht zu unterschätzende Herausforderung.

Viel schwerer wiegt jedoch ein anderer Faktor. Denn die von Menschen geschaffene Technik auf dem roten Planeten wird vor allem durch eine Sache gefährdet: Staub. Die winzigen Partikel setzen sich aufgrund der immensen Trockenheit des Planeten überall fest. Da es in der Atmosphäre des Mars keine Anzeichen von Feuchtigkeit gibt, sind diese Staubkörner elektrostatisch geladen und bleiben an sämtlichen Oberflächen haften. Wenn also Rover und andere technischen Instrumente nicht gut genug abgedichtet wurden, können Kurzschlüsse entstehen oder die Solarpanele zugedeckt werden.

Dieses Schicksal ereilte nun auch den NASA-Lander InSight (Interior Exploration using Seismic Investigations, Geodesy and Heat Transport). Die Mars-Sonde könnte vor dem Aus stehen, denn die Forschung wird zurückgefahren. Das stationäre Instrument sammelt seit 2018 Daten zu seismischen Aktivitäten. Damit er seine Aufgabe auch erfüllen kann, besitzt der Lander zwei Solarpanele, die jeweils einen Durchmesser von über zwei Metern haben.

Wie das heutige Mars-Bild zeigt, sind diese Panele mit feinem Staub überzogen. Dadurch erhält der Rover auch immer weniger Strom. Die Ingenieur*innen der NASA haben nun den folgenschweren Entschluss gefasst, den am Lander montierten Roboterarm (oberer Bildrand) in den Ruhemodus zu versetzen. Dieser hatte noch bis vor kurzem die Solaranlage von InSight vom Staub befreit.

Mars-Bild des Tages (18.05.2022): Opportunitys Landestelle im Eagle-Krater

Landestelle des Mars-Rover Opportunity
18.05.2022: Der Eagle-Krater im Meridiani Planum ist die Landestelle des Mars-Rover Opportunity. © NASA/JPL-Caltech/Cornell

Punktlandung! Im Jahr 2004 landete der Mars-Rover Opportunity auf der Meridiani-Planum-Hochebene. Dabei segelte der Rover, gebremst von einem Fallschirm, direkt in den 22 Meter breiten Eagle-Krater. Mit einer Tiefe von knapp einem Meter stellten die Ränder des Kraters für den Rover kein besonderes Hindernis dar. Die von der NASA veröffentlichte Panorama-Aufnahme entstand aus über 550 Bildern und soll die realen Sichtbedingungen auf dem Roten Planeten zeigen.

Der Krater ist zu Ehren des „Eagle“-Raumfahrzeugs der Apollo 11 benannt und befindet sich an einer vielversprechenden Stelle. Denn Meridiani Planum soll, so vermuten Wissenschaftler*innen, einst anstelle einer Hochebene der Boden eines Ozeans gewesen sein. Erste Messungen Opportunitys direkt an der Landestelle stützen diese Hypothese.

Die Fahrspuren am oberen Kraterrand bezeugen, dass vor allem die dortigen, hellen Gesteinsablagerungen für die Forschenden von Interesse waren. Anhand von Untersuchungen speziell dieser Ablagerungen zeigte sich, dass über den Krater eins ein saurer und salzhaltiger Ozean existiert haben könnte. Eine weitere Etappe führte Opportunity in den Endurance-Krater, wo die gesammelten Erkenntnisse belegt werden konnten.

Mars-Bild des Tages (17.05.2022): Dünen im Endurance-Krater

Sanddünen in einem Krater
17.05.2022: Die Sanddünen im Endurance-Krater erwecken den Anschein zu vibrieren. © NASA/JPL-Caltech/Cornell

Wie Wasser schwappen Sanddünen im Tal des Endurance-Kraters gegeneinander. Die heutige Aufnahme knipste der NASA-Rover Opportunity, als er zwischen Mai und Dezember 2004 dem Endurance-Krater einen Besuch abstattete.

Das Team rund um Opportunity entschied sich dafür, den Rover nicht direkt in die Düne zu manövrieren. So spannend diese Szenerie ist, stellt sie für die Technik eine enorme Herausforderung da. Würde sich der Rover im weichen Sand des Kraterrandes festfahren, wäre eine Bergung nur mit großem Aufwand möglich. Aus sicherer Distanz jedoch gelang den Forschenden dieses Falschfarben-Panoramabild der Dünen des Endurance-Krater.

Vom Kraterrand aus konnte Opportunity außerdem Sedimentschichten untersuchen, die auf Perioden flüssigen Wassers hindeuten. Anhand der Daten fanden die Wissenschaftler*innen heraus, dass die urzeitliche Geschichte weitaus feuchter war, als der jetzige Zustand vermuten lässt. War die Region zwar nicht komplett überschwemmt, soll sich das kühle Nass über mehrere Zeiträume angesammelt haben und wieder versiegt sein.

Mars-Bild des Tages (16.05.2022): Seismologische Untersuchen

InSight Solarschild auf dem Mars
16.05.2022: Der stationäre Lander InSight sucht im Inneren des Planet nach Antworten, die auch die Entstehung der Erde betreffen. © NASA/JPL-Caltech

Nicht nur die Oberfläche des Mars ist für die Wissenschaft von großer Bedeutung. Es stellt sich nicht allein die Frage, ob Leben auch außerhalb der Erde bewiesen werden kann, sondern wie es überhaupt zur Entstehung von Gesteinsplaneten gekommen ist. Der Mars-Lander InSight (Interior Exploration using Seismic Investigations, Geodesy and Heat Transport) sollte dieser Frage nachgehen.

Bereits 2018 landete InSight in der Nähe des Äquators des Roten Planeten. Der stationäre Lander brachte von seiner Reise verschiedenste Instrumente auf unseren Nachbarplaneten. So sollten ein Seismometer und eine Wärmeflusssonde Erkenntnisse darüber liefern, wie die inneren Gesteinsplaneten des Sonnensystems entstanden ist. Dafür müssen die Dicke der Planetenkruste, die Zusammensetzung des Gesteins und die Wärme des Kerns analysiert werden.

Planetenforschende gehen davon aus, dass die inneren Gesteinsplaneten durch einen Vorgang entstanden sind, der als Akkretion bezeichnet wird. Demnach sollen sich Merkur, Venus, Erde und Mars durch das Verschmelzen kleinerer Himmelskörper geformt haben. Im Inneren der Protoplaneten stieg der Druck so weit an, dass sich glühende Kerne bildeten.

Das heutige Mars-Bild zeigt einen der zwei Solarmodule des InSight-Landers. Sie messen etwa zwei Meter im Durchmesser und versorgten die technische Instrumente mit ausreichend viel Strom. Die Mission musste schließlich 2001 eingestellt werden, weil sich elektromagnetischer Staub im Zuge von Sandstürmen auf den Solarpanelen festsetze.

Eine am Lander montierte Rammsonde drang lediglich einige zehn Zentimeter in den Mars-Boden vor. InSight hatte dennoch wertvolle Erkenntnisse geliefert. So wissen die Forschenden jetzt, dass der Aufbau des Mars dem der Erde sehr ähnelt. Außerdem besitzt der Mars einen flüssigen Kern.

Mars-Bild des Tages (12.05.2022): Durch Wind geformte Felslandschaft

Dünen und Canyons auf dem Mars
12.05.2022: Der Mars Reconnaissance Orbiter (MRO) machte im Februar 2016 diese Aufnahme vom Roten Planeten. © NASA/JPL-Caltech/University of Arizona

Der Mars Reconnaissance Orbiter (MRO) macht die vermutlich schönsten Aufnahmen des Roten Planeten. In regelmäßigen Abständen enthüllt uns die kleine Sonde immer neuer charakteristische Landschaften des Mars. Das ist nicht nur schön anzusehen, sondern hilft Wissenschaftler*innen ungemein neue Zielobjekte für künftige Mars-Missionen auszuwählen.

Das heutige Mars-Bild zeigt eine solche Landschaft, die neben ihrer Schönheit unter dem jeweiligen Filter auch neue Erkenntnisse liefert. Bei der geologischen Formation auf dem Foto des MRO handelt es sich um von Winden geschaffene Plateaus, sogenannten Yardangs. Diese tafelähnlichen Hügel werden durch Erosion geschaffen und sind vor allem in Regionen mit lockeren Sedimentgestein anzutreffen.

Auf der Erde gibt es solche Formationen etwa in den Wüstenregionen Nordchinas oder der Sahara. In der Regel lassen sich über die Formen auch Rückschlüsse darüber schließen, in welche Richtung die Winde wehen. Für künftige Landungsmission sind solche Informationen unabdingbar.

Eine große Gefahr für Rover besteht zum Beispiel darin, dass durch Winde getragene Staubpartikel die Solarpanele verdeckten. Verliert ein Rover daraufhin seine Energie, ist er für das Bodenteam auf der Erde faktisch verloren. Zu wissen wie der Wind steht, kann solchen Szenarien vorbeugen.

Mars-Bild des Tages (11.05.2022): Globaler Sandsturm

Zwei Bilder vom Mars
11.05.2022: Extreme Wetterlagen sind auf dem Mars keine Seltenheit. Globale Sandstürme gehören dazu. © NASA/JPL-Caltech/MSSS

Das Klima auf dem Mars ist extrem. Während es an einem sonnigen Tag in Äquatorialnähe mal 20 Grad Celsius warm sein kann, fällt die Temperatur auf der Nachtseite auf bis zu minus 80 Grad Celsius. Wie auch bei uns auf der Erde versucht die Atmosphäre diese Unterschiede durch Winde auszugleichen.

Doch genau diese Luftströme können für alles von Menschenhand Geschaffene auf dem Mars zum Verhängnis werden. Nicht selten herrschen Windgeschwindigkeiten von 400 Kilometern pro Stunde. Der aufgewirbelte Staub kann teils bis zu 60 Kilometer in die Höhe steigen. Aufgrund der Trockenheit können die Staubpartikel elektrostatisch geladen sein. Solche Stürme können der Technik von Rovern wie Curiosity oder Perserverance gefährlich werden.

Das heutige Mars-Bild des Tages stammt vom Mars Global Surveyor Orbiter der NASA und zeigt einen dramatischen Wetterwechsel innerhalb eines Monats. Das linke Bild des Planeten entstand im Juni 2001. Ein Monat später knipste die Mars Orbiter Camera der Sonde ein weiteres Bild. Auf diesem ist der Mars beinahe vollständig von Staub eingehüllt.

Mars-Bild des Tages (10.05.2022): Spirits Spuren im Sand

Fahrrillen auf der Marsoberfläche
10.05.2022: Mars-Rover Spirit machte eine Aufnahme seiner eigenen Fahrspuren im Mars-Sand. © NASA/JPL-Caltech/Cornell

Nach dem Mars-Rover Sojouner schickte die NASA Spirit zum Roten Planeten, um nach Spuren von einstigen Wasser zu suchen. Außerdem sollte der Rover die klimatischen Bedingungen des Planeten genauer unter die Lupe nehmen. Nicht nur war Spirit weitaus größer und besser ausgestattet als sein Vorgänger, sine Instrumente erlaubten es ihm außerdem Rückschlüsse auf die klimatische Vergangenheit des Mars zu ziehen.

Und so landete Spirit am 04. Januar 2004 im Gusev-Krater. Das Landemanöver gilt bis heute als eines der schwierigsten, die im Zuge einer solchen Erkundungsmission durchgeführt wurden. In dieser Region herrschen starke Winde, die eine Landung zu einem teils unkalkulierbaren Risiko machen.

Spirits Mission war für 90 Tage angesetzt und wurde ständig verlängert, bis der Rover schließlich im April 2009 endgültig im Sand stecken blieb. Bis in den Januar 2010 versuchte das Team um Spirit den Rover zu befreien. Die letzten Signale erreichten die Bodenstation auf der Erde im März 2010.

Mars-Bild des Tages (06.05.2022): Routineuntersuchung an Curiositys Rädern

Räder eines Mars-Rovers
06.05.2022: Durch die teils scharfkantigen Steine wurden Curiositys Räder bereits arg in Mitleidenschaft gezogen. © NASA/JPL-Caltech/MSSS

Seit 2012 streift Curiosity durch sein Operationsgebiet, dem Gale Krater. Über Jahre hinweg erklimmt der Rover dabei den darin liegenden, fünf Kilometer hohen Mount Sharp. Eine solche Reise ist mit einigen Risiken verbunden. Nicht nur muss der Rover teils heftige Sandstürme aushalten, sondern sich auf durch unwegsames Terrain seinen Weg bahnen.

Im April 2016 entstand diese Aufnahme der Räder des Rovers. Curiosity besitzt sechs davon, die alle einen eigenen Motor haben. Die zwei äußeren Räder können sich jeweils eigenständig drehen. Somit soll das Gefährt der NASA sich bestmöglich auf der fremden Oberfläche bewegen können. Damit das gelingt, haben die Räder von Curiosity Rillen in den Rädern.

Bei einer Routineinspektion zeigte sich, dass die aus Aluminium bestehenden Räder bereits arg in Mitleidenschaft gezogen sind. Scharfe Steine haben Löcher zwischen den Stegen oder Rillen der Räder gerissen. Tests auf der Erde hatten gezeigt, dass bei drei gerissenen oder gebrochenen Stegen der Rover bereits 60 Prozent seiner Lebenszeit hinter sich habe.

Die Aufnahme machte die Mars Hand Lens Imager-Kamera (MAHLI), mit der die Wissenschaftler*innen auch Bohrungen des Rovers genaustens beobachten können.

Mars-Bild des Tages (05.05.2022): Canyon im Melas Chasma

Canyon auf dem Mars
05.05.2022: Der Canyon in Form eines Drache gehört zum größten Canyon im Sonnensystem. © NASA/JPL-Caltech/University of Arizona

Der Mars Reconnaissance Orbiter zieht als kleiner künstlicher Trabant seit mehr als 16 Jahren um den Mars. Mithilfe seiner HiRISE-Kamera macht die Sonde Luftaufnahmen des Planeten, die für die Kartographie und Bestimmung von Landezonen unabdingbar sind. Die Marsoberfläche von oben, das ist nicht nur Kunst, sondern ein wichtiges Forschungsfeld.

Und doch: Oft verwandelt sich die karge Landschaft dieses Wüstenplaneten durch die Linse von HiRISE beinahe schon in die künstlerische Interpretation der fremden Welt. So entstand am 04. Juli 2007 dieses Bild eines Drachen. Dabei handelt es sich um einen Canyon im südwestlichen Gebiet Melas Chasma.

Die eigenartige Landschaft gehört zum größten Canyon des Sonnensystems, dem Valles Marineris. Es erstreckt sich über 4.000 Kilometer und ist teils 700 Kilometer breit. Die gewaltigen Schluchtformation ist bis zu sieben Kilometer tief.

Mars-Bild des Tages (04.05.2022): Die Bodenprofile des Mars

Kamera am Mast auf dem Mars
04.05.2022: Die Aufnahme Curiositys zeigt das vielseitige Bodenprofil der Marsoberfläche. © NASA/JPL-Caltech/MSSS

Treibender Sand, scharfkantige Felsen und Gestein: Das ist der Weg, den Curiosity nehmen muss, um den fünf Kilometer hohen Mount Sharp zu erklimmen. Wie schwierig der Gelände bis an die Spitze ist, zeigt die heutige Aufnahme. Die unterschiedlichen Bodenprofile sind eine Herausforderung für Mensch und Material. Damit der Rover auf seiner Reise keinen Schaden nimmt, muss die gesamte Route bis zum Gipfel im Vorfeld Meter für Meter geplant werden.

Bei seinen Zwischenstopps hat Curiosity jede Menge Zeit, um Bodenproben zu sammeln. Auf dem Bild ist deutlich das graue Loch einer Bohrung zu erkennen. Die heutige Aufnahme entstand an Curiositys 2711. und 2712. Mars-Tag oder Sol. Oben links zeigt sich das Ziel der Reise: die Spitze des Mount Sharp.

Auch für dieses Bild gilt, dass sie für das menschliche Auge aufbereitet wurde. Durch den Weißabgleich erfährt die Landschaft einen sehr „irdischen“ Eindruck. Das hilft dem Navigationsteam und Wissenschaftler*innen Besonderheiten auf der Oberfläche besser zu erkennen.

Mars-Bild des Tages (03.05.2022): Ingenuity blickt auf einen Trümmerhaufen

03.05.2022: Ingenuity machte dieses Bild von Perseverance Rückenschale und Fallschirm. © NASA/JPL-Caltech

Die weiße runde Schale sieht aus wie ein abgestürztes UFO. Und tatsächlich handelt es sich bei dem Objekt um ein außerirdisches Gebilde, denn Menschen haben diese Trümmer auf dem Roten Planeten zu verantworten. Was die Aufnahme des Mars-Helikoper Ingenuity hier zeigt, sind die Überreste des Landesmoduls von Perseverance.

Oben links im Bild ist deutlich der Fallschirm zu erkennen. Das weiße kuppelhafte Gebilde ist die Rückenschale, die den Rover beim Eintritt in die Mars-Atmosphäre schützen sollte. Ingenieure des Mars Sample Return-Programms hatten um eine Aufnahme dieser Trümmer gebeten. Über die jetzige Beschaffenheit der Materialien hoffen sie Erkenntnisse für zukünftige Landeoperationen zu sammeln.

Das Mars Sample Return-Programm wird in Zukunft wohl das ambitionierteste Projekt der NASA im Zusammenhang mit unseren Nachbarplaneten sein. Ziel der Mission soll es sein, Gesteinsproben von Perseverance abzuholen und mit einer Rakete wieder zur Erde zu schicken. Die Stabilität der Materialien ist für eine solche Mission von größter Bedeutung.

Mars-Bild des Tages (22.04.2022): Sojourners Jungfernfahrt

Mars-Rover dreht seine Runden auf dem Roten Planeten
22.04.2022: Bereits Ende der 90er Jahre drehte ein kleiner Rover auf dem Roten Planeten seine ersten Runden. © NASA/JPL

Seit mehr als zwanzig Jahren fahren von Menschen gemachte Maschinen auf der Oberfläche einer fremden Welt. Schon 1999 landete das Landemodul Pathfinder mit seiner wertvollen Fracht: Dem ersten Mars-Rover Sojourner.

Das Bild entstand durch die Kamera von Pathfinder, der die Erkundungstouren von Sojouner dokumentierte. Deutlich zu erkennen sind die dunkleren Fahrspuren des Rovers. Während seines Streifzuges hatte dieser unter der Sand- und Stauboberfläche verborgenes Material aufgewühlt, das der Wissenschaft erste wertvolle Hinweise über die Zusammensetzung der Oberfläche lieferte.

In einem so frühen Stadium der Mars-Erkundungen gaben die damaligen Ingenieure dem Rover aufgrund der schwierigen Verhältnisse keine lange Lebenszeit. Die Mission des ersten Rovers sollte lediglich sieben Tage andauern. Am Ende lieferte Sojourner mehr Daten als erhoffe zurück zur Erde und war schließlich ganze 83 Tage im Einsatz.

Mars-Bild des Tages (21.04.2022): Wolkenverhangener Sonnenuntergang

Wolken und Gesteinsformation
21.04.2022: Bei seinem Streifzug durch den Gale-Krater machte Curiosity auch diese Aufnahmen vorbeiziehender Wolken. © NASA/JPL-Caltech/MSSS

Ob Krater, Wüsten oder Schluchten: Die Oberfläche des Mars zeugt von einer fremden, lebensfeindlichen Welt. Umso erstaunlicher ist es, wenn uns die Fotografien dieses Planeten nahezu irdische Verhältnisse zeigen.

Dem Mars-Rover Curiosity war es gelungen nicht nur die steinige Landschaft des Gale-Krater aufzunehmen, sondern auch die Witterungsbedingungen anschaulich zu dokumentieren. Das heutige Bild zeigt einen wolkenverhangenen Sonnenuntergang auf dem Roten Planeten.

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Die Aufnahme entstand aus 21 einzelnen Bildern, wobei die Farben den irdischen Lichtverhältnisse angepasst wurden. Eine solche Bildbearbeitung lässt uns nicht nur den Mars vertrauter erscheinen, sondern hilft Wissenschaftler*innen auch geologische Details auf der Oberfläche besser zu erkennen.

Mars-Bild des Tages (20.04.2022): Perseverance Fallschirm

Fallschirm auf der Marsoberfläche
20.04.2022: Perseverance wirft einen Blick zurück auf seinen Fallschirm. © NASA/JPL-Caltech/ASU/MSSS

Das muss eine weiche Landung gewesen sein. Am 6. April 2022 warf der frisch gelandete Mars-Rover Perseverance noch einmal einen Blick zurück auf seinen Fallschirm. Seine MastCam-Z-Kamera knipste dieses Foto aus einer größeren Entfernung. Der Fallschirm leuchtet orange auf zwischen den dunklen, schroffen Felsen des Jezero-Kraters.

Bisher ist der Rover seit mehr als vierhundert Tagen auf dem Roten Planeten. In dieser Zeit hat er sich nur wenig von seiner ursprünglichen Landstelle entfernt. Die Erkundung des Mars ist eine schwierige Angelegenheit. Es braucht Jahre, bis auch nur ein wissenschaftliches Instrument die Oberfläche des Planeten erreicht.

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Rover wie Perseverance können nicht einfach vor Ort repariert werden und sind unersetzbar. Wissenschaftler*innen planen daher die Routen mit Bedacht und programmieren die Strecken vor. So sollen die Instrumente auch wirklich alle wissenschaftliche relevanten Punkte ansteuern und der Rover dabei geschützt werden. Sollte sich auch nur ein Rad dieses Multi-Millionen-Dollar-Projekts festfahren, könnte die Mission vorbei sein.

Mars-Bild des Tages (19.04.2022): Saisonales Eis am Nordpol

Rote Oberfläche mit Eis
19.04.2022: Im Mai 2020 nahm der Mars Reconnaissance Orbiter dieses Bild des Nordpols auf. © NASA/JPL-Caltech/University of Arizona

So rot wie auf diesem Bild leuchtet die Oberfläche des Mars in der Regel selten. Die hier gezeigte Aufnahme machte der Mars Reconnaissance Orbiter (MRO) im Mai 2020. Damals flog die Sonde über die nördlichen Polarregionen des Planeten. Hier ist es so kalt, dass tatsächlich ein Gemisch aus Wassereis und gefrorenen Staubpartikeln existieren kann.

Das weiße Band zeigt jedoch keine gewöhnlichen Gletscher oder Eisberge, wie sie am Nord- und Südpol der Erde zu finden sind. Saisonal bedingt fällt gefrorenes Kohlenstoffdioxid auf die Oberfläche des Mars. Die schneeweißen Schichten sind Trockeneis, die die darunter liegenden Schichten zusammenhalten.

Wissenschaftler*innen erhoffen aus diesen Regionen mehr über die Vergangenheit des Planeten zu erfahren. Die hochauflösende HiRISE-Kamera der Sonde zeigt feine Linien in dieser eisigen Landschaft. In von Eis eingeschlossenen Luftkammern könnten sich Hinweise darauf finden lassen, wie sich das Klima über die vergangenen Milliarden Jahre verändert hat.

Mars-Bild des Tages (11.04.2022): Erosion auf dem Roten Planeten

Gesteinslandschaft Mars
11.04.2022: Über lange Zeit haben die Winde des Mars diese Steine geschliffen. © NASA/JPL-Caltech/MSSS

NASA´s Mars-Rover Curiosity erstellte dieses Landschaftsbild am 15. März 2022. Zu sehen ist eine karge Einöde aus Gestein, Sand und Staub, die sich über einem Hügel verliert. Interessant jedoch sind die helleren Felsen auf dem Bild, die die Wissenschaftler*innen als Krokodilrücken bezeichnen.

Derzeit klettert Curiosity den 5,5 Kilometer hohen Berg Mount Sharp hoch. Währenddessen kann er verschiedene Gesteinsschichten untersuchen. Aus den unterschiedlichen Sedimentschichten versprechen sich Astronom*innen Spuren einstigen Lebens zu entdecken.

Dabei stößt der Rover im Zuge seines Aufstiegs auch immer wieder auf Hindernisse wie diesem schuppigen Gesteinsfeld. Winde haben das Sandgestein über einen langen Zeitraum zu spitzen Zacken geformt. Curiosity hatte bisher mit mehreren dieser Felder zu kämpfen, da die spitzen Steine den Rädern gefährlich werden können.

Mars-Bild des Tages (07.04.2022): Neuer Einschlagskrater mit hellem Auswurf

Einschlagskrater auf dem Mars
07.04.2022: Relativ selten zeigen sich Einschlagsstellen mit hellem Auswurf von Gestein und Schutt. © NASA/JPL-Caltech/University of Arizona

Auf dem Mars schlagen in relativ regelmäßigen Abständen Meteoriten ein. Die dünne Atmosphäre des Planeten ermöglicht es, dass auch weitaus größere Objekte die Oberfläche erreichen als auf der Erde. Die noch „frischen“ Einschläge sind mit Hilfe des Mars Reconnaissance Orbiters (MRO) gut zu erkennen. Sie hinterlassen ihre Spuren.

Durch den weitaus niedrigen Luftdruck fliegt das aufgewirbelte Material mehrere hundert Meter weit und präsentiert sich den Astronom*innen als dunkler Strahlenkranz. Relativ selten hingegen zeigte sich das umgekehrte Schauspiel, wenn ein Meteorit helleres Gestein und Schutt aus den tieferen Erdschichten freilegt und über der Landschaft verteilt.

Das heutige Bild fängt einen solchen Moment ein. Der noch frische Krater misst etwa 13 Meter im Durchmesser. Der Einschlag geschah in einem Gebiet, dass von eher dunklem Sand und Staub bedeckt ist und die eher rote Oberfläche des Planeten verdeckt.

Mars-Bild des Tages (06.04.2022): Trockeneis an Kraterrändern

Kraterrand auf dem Mars
06.04.2022: Selbst fernab der Polregionen kann in sonnenabgewandten Kratern Eis existieren. © NASA/JPL-Caltech/University of Arizona

Die Winter auf der Erde sind im Vergleich zu den Wintern auf dem Mars wahre Wärmeperioden. Auch unser Nachbarplanet weißt Pole aus Eis auf, doch sind diese weitaus kleiner als hier bei uns auf der Erde. Das mag ein Widerspruch sein, doch im Winter fällt das Thermometer in den Polregionen auf Minus 128 Grad Celsius.

Die Atmosphäre des Mars besteht zu fast 96 Prozent aus Kohlenstoffdioxid. Es fällt kein Schnee, jedenfalls nicht im herkömmlichen Sinne. Die weißen Landschaften des Planeten bestehen aus gefrorenem Kohlenstoffdioxid, aus Trockeneis.

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Die heutige Aufnahme zeigt nicht die eisigen Pole des Planeten, sondern vereiste Kraterränder weit entfernt davon. Auf den sonnenabgewandten Seiten der Krater besteht die Möglichkeit, dass Eis viel länger erhalten bleibt. Auf dem Bild zeit sich dieser Frost als weiße Ablagerung.

Mars-Bild des Tages (05.04.2022): Luftaufnahme des Victoria-Kraters

Krater auf dem Mars
05.04.2022: Aufnahme des Victoria-Kraters durch die HiRISE-Kamera des Mars Reconnaissance Orbiters © NASA/JPL-Caltech/University of Arizona/Cornell/Ohio State University

800 Meter misst der Victoria-Krater und ist vermutlich eines der schönsten Landschaftsmerkmale des Roten Planeten. Sein Rand scheint langsam zu erodieren und in das Innere der einstigen Einschlagsstelle zu fallen. Opportunity verbrachte ganze 14 Monate an den Ausläufern des Victoria-Kraters. Im Uhrzeigersinn umrundete der Rover die Hänge und fand auf der westlichen Seite einen Durchgang, der flach genug war, um das Innere zu erforschen.

Das beinahe ikonische Foto des Victoria-Kraters wurde durch die High Resolution Imaging Science Experiment-Kamera (HiRISE) des Mars Reconnaissance Orbiters aufgenommen und prägt bis heute unser Bild vom Mars als eine rote, unwirtliche Welt.

Mars-Bild des Tages (04.04.2022): Perserverances erkundet potentielle Flussbecken

Karte eines Mars-Deltas
04.04.2022: Die Aufnahme stammt von der HiRISE-Kamera des Mars Reconnaissance Orbiters und zeigt die Landestelle des Mars-Rovers Perseverance. © NASA/JPL-Caltech/ASU/MSSS/University of Arizona

Wieso sollten Menschen auf einem Planeten ohne Sauerstoff und ohne Anzeichen biologischen Lebens nach Wasser suchen? Der Mars gilt bis heute als potentieller Kandidat für das kühle Nass, obwohl seine Luft so trocken ist, dass Staubpartikel elektromagnetisch geladen sind.

Antworten auf die Frage nach Wasser liefern vor allem Aufnahmen aus dem Orbit des Planeten. So fotografiert der Mars Reconnaissance Orbiter mit Hilfe seiner HiRISE-Kamera seit nunmehr 16 Jahren die Oberfläche des Roten Planeten. Mittlerweile sind sehr genaue Karten des Mars entstanden, welche die NASA als gebündelte Weltkarte online gestellt hat.

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Dabei zeigen sich den Forschenden immer wieder auch landschaftliche Besonderheiten, die einen zutiefst irdischen Ursprung haben könnten. Unter anderem weist das zerklüftete Bodenprofil Muster auf, die den Flussdeltas auf unserer Erde ähnlich sind. Auch Ablagerungen von Sedimenten könnten davon zeugen, dass einst für einen längeren Zeitraum Wasser an der Oberfläche existiert haben könnte.

Der „follow the water“-Strategie der NASA nach sollen Rover genau an solchen Stellen landen, die bereits durch ihre topografischen Formen Hinweise auf Wasser liefern. Perseverance landete im Jezero-Krater, dessen Ausläufer einem einstigen Flussdelta gleichen. Wissenschaftler*innen der Weltraumbehörde haben die Ausläufer des Deltas in der Fotografie aufgehellt. Die Gräben an Perseverance Landestelle könnten Flussbecken sein.

Mars-Bild des Tages (31.03.2022): Opportunitys Spuren im Sand

Fahrspuren im Sand
31.03.2022: Opportunitys Spuren auf dem Mars. © NASA/JPL-Caltech

Opportunity brachte uns den Mars näher als keine andere Mission zuvor. Der Rover untersuchte den Planeten von 2004 bis zu jenem Staubsturm im Jahr 2018, der ihm zu Verhängnis werden sollte. Dabei wissen wir durch Opportunitys Streifzüge nun, dass die geologischen Formationen des Mars tatsächlich Hinweise einstigen Wassers auf der Oberfläche liefern könnten. Im krassen Gegensatz dazu steht diese Aufnahme des Rovers. Die Navigationskamera Opportunitys warf am 4. August 2010 einen Blick zurück. Eine Wüstenlandschaft verliert sich am Horizont, keine natürlichen Wegmarker sind zu erkennen. Das Bild vermittelt ein bedrückendes Gefühl größter Einsamkeit und Isolation. 

Während der gesamten Mission legte der Rover einen Weg vom 45,16 Kilometern zurück. Über 5.111 Sol war Opportunity im Einsatz, bevor der Kontakt nach 14 Jahren und 219 Tagen komplett abbrach. Legendär sind die letzten Worte Opportunitys: “My battery is low and it´s getting dark.” Natürlich würde eine Maschine nie so sprechen. Menschen lesen gerne Bedeutsames aus Nachrichten heraus, vor allem wenn diese aus den Fernen des Alls, sprich von einer anderen Welt, kommen.  

John Callas, Projektleiter der Mission, wird zu Opportunity sicherlich ein emotionales Verhältnis aufgebaut haben, schließlich hat er die letzten Code-Zeilen des Rovers zu Gesicht bekommen – und diese für die Öffentlichkeit übersetzt. Die Fehlermeldungen des Rovers zeigen, dass die Batterie aufgebraucht war und das Solarpanel nicht mehr genug Licht in Elektrizität umwandeln konnte. Batterie leer, Stromerzeugung nicht möglich, funkte Opportunity zur Erde. Callas muss es als seine Pflicht angesehen haben, den entsprechenden Code nach all den Dienstjahren in eine gebührende Botschaft zu übersetzen.  

Mars-Bild des Tages (30.03.2022): Curiosity entdeckt verdächtige Felsformation

Felswand auf dem Mars
30.03.2022: Manche Gesteinsformationen auf dem Mars könnten ein Beweis dafür liefern, dass einst Wasser existiert haben könnte. © NASA/JPL-Caltech/MSSS

Über Luftaufnahmen und geologischen Daten sind sich Forschende ziemlich sicher, dass einst flüssiges Wasser auf dem Mars existiert haben muss. Die Zeichen seien demnach überall zu sehen. So zeigen Fotografien des Mars Reconnaissance Orbiters etwa Gesteinsformationen, die auf frühzeitliche Flussdelta hindeuten könnten. Und schließlich liefern uns die Mars-Rover die vermutlich die sichersten Daten für das einst kühle Nass.

Felsformationen, aus nächster Nähe abfotografiert, spielen bei der Erforschung des Planeten eine große Rolle. Das heutige Mars-Bild zeigt eine Felswand, die Curiosity bereits 2014 abfotografiert hat. Wissenschaftler*innen gehen davon aus, dass die charakteristische Form Sedimentablagerungen am Grund eines einstigen Sees zeigen.

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Curiositys Blick fällt auf einen Felsvorsprung des „Hidden Valley“. Die einzelnen dünnen Schichten des Felsens könnten Flussablagerungen sein. Eine solche Struktur entsteht in der Nähe eines Flussdelta immer dann, wenn Wasser neue Erdschichten in das Delta schiebt. Auch andere Felsformationen auf dem Roten Planeten werden auf solche Spuren hin untersucht. So hat Curiosity während seiner jahrelangen Mission bereits einige sphärische Steine entdeckt, die einst Wasser rundgeschliffen haben könnte.

Mars-Bild des Tages (29.03.2022): Curiositys Lebenszeichen aus einem Sandsturm

Mars-Rover in Sandsturm
29.03.2022: Curiosity machte diese Aufnahme am Rande des Gale-Kraters während eines Sandsturmes. © NASA/JPL-Caltech/MSSS

Der Mars ist eine unwirtliche Welt – und das gilt nicht nur für die lebensfeindliche Zusammensetzung seiner Atmosphäre. Die Temperaturunterschiede auf dem Planeten sind ebenfalls extrem. An einem optimalen Marstag können am Äquator teils frühlingshafte Temperaturen von bis zu 20 Grad Celsius auftreten. Auf der Nachtseite jedoch fallen die Temperaturen bis auf Minus 80 Grad.

Große Temperaturunterschiede erzeugen starke Winde, die mit bis zu 400 Kilometern pro Stunde über die Oberfläche des Roten Planeten rasen. Aufgrund der geringeren Gravitation und keinerlei Feuchtigkeit in der Atmosphäre halten sich Staub und Sand lange in der Luft.

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Das heutige Foto zeigt den Mars-Rover Curiosity während eines solchen Sandsturms an den Hängen des Gale-Krater. Staub verdunkelt den Himmel, sodass kaum Sonnenlicht auf die Oberfläche trifft. Im Hintergrund verdeckt der Sturm die nordöstlichen Ausläufer des Kraterrandes.

Dabei ist die Aufnahme ein Mosaik aus verschiedenen Bildern, die durch die Armkamera des Rovers entstanden. Der Mars Hand Lens Imager (MAHLI) wurde während der Nachbereitung des Bildes retuschiert, sodass es den Anschein erweckt, als habe jemand anderes den Rover auf seiner Reise fotografiert.

Mars-Bild des Tages (28.03.2022): Landeanflug von Perseverance

Aufnahme Landeanflug Perseverance
28.03.2022: Die HiRISE-Kamera des Mars Reconnaissance Orbiter (MRO) fotografiert den Landeanflug von Perseverance. © NASA/JPL-Caltech/University of Arizona

Seit 2006 schwebt der Mars Reconnaissance Orbiter (MRO) über unseren Nachbarplaneten. Die Hauptaufgabe des Satelliten besteht darin, die Oberfläche des Mars zu kartografieren. Dabei sollen die Aufnahmen möglichst hochauflösend sein, um eine akkurate Darstellung der geologischen Besonderheiten zu garantieren. So trägt der Orbiter unter anderem die HiRISE-Kamera mit sich.

HiRISE (High Resolution Imaging Science Experiment) hat eine Auflösung von einem Pixel pro Meter Oberfläche. Die Kamera des MRO soll damit in der Lage sein auch kleine Objekte auf dem Mars sichtbar zu machen, etwa hydrothermale Quellen.

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Durch einen glücklichen Zufall knipste die HiRISE-Kamera dieses Bild vom Mars. Unscharf zu erkennen ist ein kleiner, weißer Fleck. Was die hochauflösende Kamera des Marsorbiters hier aufnahm, war der Landeanflug des neuen Rovers Perseverance. Der glitt am Ende eines Fallschirms in die Ausläufer des Jezero-Kraters, in dem fossile Spuren mikrobakteriellen Lebens vermutet werden.

Die Umstände für eine solche Aufnahme könnten nicht extremer sein. Während Perseverance sanft Richtung Oberfläche fiel, bewegte sich der Orbiter etwa 700 Kilometer weit entfernt mit einer Geschwindigkeit von 3 Kilometern pro Sekunde. Die große Distanz und extreme Geschwindigkeit ließ keinen Spielraum für einen zweiten Versuch Perseverance in seinem Landeanflug festzuhalten.

Mars-Bild des Tages (24.03.2022): Opportunity am Rand des Endeavour-Kraters

Endeavour-Krater
24.03.2022: Der Rover Opportunity nutzte seine gesamte Lebensspanne, um den Endeavour-Krater auf Spuren von Wasser zu untersuchen. © NASA/JPL-Caltech/Cornell/Arizona State Univ.

Seit 2011 erkundet Opportunity den Endeavour-Krater. Der Krater hat einen Durchmesser von 22 Kilometer und ist quasi die Heimat des kleinen Rovers. Seit seiner Landung ist er auf der Suche nach Spuren von Wasser.

Dabei knipste der Rover tausende von Bildern, die Wissenschaftler*innen den Roten Planeten näher brachten. Der Ausgangpunkt seiner Reise war gut gewählt, denn Opportunity landete in der Nähe des Äquators, genau dort, wo Satellitenaufnahmen große Vorkommen von Hämatit an der Oberfläche zeigten. Ein solches Mineral entsteht durch Wasser.

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Am Rande des Endeavour-Kraters entstand auch das heutige Mars-Bild des Tages. Es ist ein Mosaik. Die Falschfarben des Panoramas rühren daher, dass die aufeinandergelegten Aufnahmen im nahen Infrarotbereich sowie im grünen und violetten Spektralbereich aufgenommen wurden. Eine solche Aufnahme soll bestimmte Gesteinsschichten und Kontraste besser offenlegen.

Ein weiterer Vorteil: Das vom Rover aufgenommene Bild zeigt eine Landschaft dramatisch in Szene gesetzt. Der Lichteinfall entspricht einem späten Nachmittag auf dem Roten Planeten zwischen 16 und 17 Uhr. Der Schatten von Opportunity wächst in den Krater hinein. Mittlerweile ist der Rover nicht mehr im Dienst und steht vermutlich noch immer am Rande des Endeavour-Kraters.

Mars-Bild des Tages (23.03.2022): Der erste Rover auf dem Mars

Rover und Landemodul auf dem Mars
23.02.2022: 1997 landet die NASA ihren ersten Rover auf dem Mars. © NASA/JPL

Bereits 1997 landete die NASA ihrer ersten Rover auf dem Mars. Das Mars Pathfinder-Modul sollte erste Erkenntnisse darüber sammeln, wie einfach leichte, wissenschaftliche Instrumente auf unserem Nachbarplaneten gelandet werden könnten.

Das Foto zeigt, wie sich der Rover Sojourner durch das unwirtliche Gelände bewegt und die ersten Daten zurück zur Erde sendet. Die Mission gilt als Beginn der späteren Mars-Rover wie Opportunity und Curiosity. Dabei sollte der Rover nicht lange durchhalten. Die Ingenieure setzten die Mission auf sieben Tage an. Tatsächlich operierte Sojourner zwölf mal länger, ganze 83 Tage.

Mars-Bild des Tages (22.03.2022): Der Felsen „Kodiak“

Felsformation auf dem Mars
22.03.2022: Der Jezero-Krater könnte den Beweis dafür liefern, dass einst Wasser auf dem Mars geflossen ist. © NASA/JPL-Caltech/ASU/MSSS

Der Mars-Rover Perseverance erkundet seit nunmehr einem Jahr den Jezero-Krater. Dabei soll NASAs neuster Späher auf dem Roten Planeten vor allem Spuren von fossilen Mikroben finden. So untersucht der Rover vor allem die geologischen Besonderheiten des Mars und soll mehr über die klimatische Vergangenheit in Erfahrung bringen.

Ein interessantes Objekt bietet ihm hierfür der Kodiak-Felsen im Tal des 48 Kilometer breiten Kraters. Das Foto zeigt eine circa 250 Meter breite Felsformation in einer Entfernung von 2,2 Kilometern. Die Farben des Bildes sind nicht real, sondern an Farben und Kontrasten mit unserem Sehverhalten auf der Erde abgeglichen.

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Deutlich ragen aus dem Schutt Felswände hervor. Sie zeigen eine Vielzahl an Sedimentschichten, die durch einstige Überschwemmungen entstanden sein könnten. Auch gehen Wissenschaftler*innen davon aus, dass der Fels einst in einem Flussbett gelegen haben könnte.

Über die Geologie könnte Perseverance endlich Gewissheit darüber bringen, ob der Mars jemals flüssiges Wasser auf seiner Oberfläche halten konnte. Im besten Fall könnten in den Sedimenten verborgene Spuren von Mikroben oder Biomarker auf einstiges Leben hinweisen.

Mars-Bild des Tages (21.03.2022): Perseverance langer Weg

Marsrover
21.03.2022: Der Mars-Rover Peseverance schaut zurück auf seinen gemachten Weg. © NASA/JPL-Caltech

Der Mars-Rover Perseverance ist bereits seit über einem Jahr auf dem Roten Planeten in Dienste der Wissenschaft unterwegs. Am 17. März, seinem 381. Sol auf dem Mars, blickte er noch einmal zurück auf die gemachte Strecke.

Im Zickzack ziehen sich seine Spuren über den feinen Marsstaub. Konzentration ist bei der Navigation von Rovern wie Perseverance das A und O. Je nach Stand des Planeten, benötigen Steuerungsbefehle von der Erde zum Mars viel Zeit. Rover können also niemals in Echtzeit gesteuert werden.

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Bis zu 22 Minuten können die Befehle unterwegs sein. Daher muss jede Bewegung von Perseverance geplant und vorsichtig umgesetzt werden. So entstehen auch die gezackten Spuren und Schleifen.

Der Mars-Rover soll zusammen mit der Flugdrohne Ingenuity den Boden für eine geplante, bemannte Marsmission bereiten. Im Zuge seiner Mission soll Perseverance Marsgestein und sogenanntes Regolith, zerbrochene Steine und Marsstaub, sammeln. Die Proben sollen durch nachfolgende Missionen abgeholt und auf die Erde gebracht werden.

Mars-Bild des Tages (17.03.2022): Erdrutsch nach Meteoriteneinschlag

Orbital-Aufnahme Mars
17.03.2022: Durch einen Meteoriteneinschlag löste sich die lockere Oberfläche des Mars und rutschte ab. © NASA/JPL-Caltech/Univ. of Arizona

Nicht nur zu Land erfährt der Mensch durch reichhaltiges Bildmaterial mehr über die Beschaffenheit des Mars. Auch aus dem Orbit erreichen die Wissenschaftler*innen ständig Aufnahmen. Das Gesicht des Planeten wird hierbei immer schärfer deutlich. Die Kartografie des Mars ist unumgänglich, sollte der Mensch jemals wagen wollen ihn zu besiedeln. Die vom Mars-Orbiter zu diesem Zweck gemachten Bilder zeigen nicht selten Besonderheiten auf, die dem Bodenpersonal verwehrt bleiben.

Das heutige Bild gleicht eher einem abstrakten Gemälde mit harten Linien und gewollten Proportionen. Von einem noch frischen Einschlagskrater zieht sich ein dunkler Streifen in die Landschaft und teilt den schneeweißen Boden links und rechts von sich. Die NASA geht davon aus, dass der Krater nicht älter als ein Jahrzehnt ist.

Wie diese Struktur entstanden ist, lässt sich aus den bisher gesammelten Daten einfach ableiten. Der Meteorit schlug in einen Hügel ein und löste dadurch einen Erdrutsch aus. Solche daraus resultierenden Hangstreifen entstehen, wenn der feine Staub der Oberfläche ins Rutschen kommt und die dunkleren Sandschichten freilegen. Der Krater selbst ist in diesem Fall etwa fünf Meter breit, während sich der Streifen bis zu einen Kilometer in die Länge zieht.

Mars-Bild des Tages (16.03.2022): Ingenuity auf der Landebahn „J“ (Bildmitte)

Mars-Helikopter
16.03.2022: Der Mars-Rover Perseverance lichtet seinen Begleiter Ingenuity in der unendlichen Wüste des Mars ab. © NASA/JPL-Caltech/ASU/MSSS

So manches Foto vom Roten Planeten hat nicht nur die Wissenschaftler*innen, sondern vor allem viele andere Menschen auf der Erde verblüfft. Manche Punkte in der Ferne sahen aus wie Häuser oder Hütten und entpuppten sich doch nur als Felsformation. Aus schroffen Steinen hatte es den Anschein, Figuren in langen Mänteln würden herausspringen. Stets glaubten Menschen in bestimmten Mars-Bildern das Außerirdische zu erblicken. Sie hofften etwas zu finden, an das sie glauben.

Dabei ist jeder Mars-Rover auf dem Mars etwas Außerirdisches. Er kommt schließlich nicht von der Welt, auf der er operiert. Das heutige Foto zeigt in einer Distanz von 295 Metern tatsächlich ein künstliches Objekt. Es liegt in der Bildmitte und hebt sich kaum von seiner Umgebung ab. Bei genauerer Betrachtung fällt das unbemannte Flugobjekt Ingenuity jedoch auf. Die Füße und Propeller der Drohne verschwinden beinahe neben dem orangenen Sand und Gestein.

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Ingenuity ist das erste von Menschen geschaffene Flugobjekt auf einem anderen Planeten. Die kleine Drohne steht dabei ihrem großen Begleiter Perseverance in nichts nach. Während der Rover auf der Suche nach fossilen, mikrobakteriellen Leben ist, soll Ingenuity das Flugverhalten von Objekten auf dem Planeten studieren.

Außerdem kann die Drohne stets das Gebiet vor dem Rover erkunden, um so bereits im Vorfeld Unfälle zu vermeiden. Auf dieser Aufnahme von Perseverance befindet sich Ingenuity auf dem „Airfield J“.

Mars-Bild des Tages (15.03.2022): Blumen auf dem Mars

Mineralhaltiges Gestein
15.03.2022: Die Form dieses Steines entstand durch mineralhaltiges Wasser, dass einst über die Oberfläche des Mars geflossen sein muss. © NASA/JPL-Caltech/MSSS

Wie eine Koralle hebt sich der Stein vom übrigen orangenen Marsstaub ab. Als das Team um den Mars-Rover Curiosity das Bild dieser Struktur erreichte, verriet die von Wissenschaftler*innen bezeichnete „Blume“, sowie die sphärischen Steine rechts daneben, viel über die Geschichte des Planeten.

Bereits in der Vergangenheit entdeckte Curiosity im Zuge seiner Mission ähnliche Formationen. Bilder wie diese helfen der Wissenschaft die ferne Vergangenheit des Mars zu verstehen. Denn einst muss auf dem Planeten flüssiges Wasser existiert haben, weil Formationen wie die „Blume“ durch mineralhaltige Flüssigkeiten entstehen.

So sollen vom Wasser getragenen Mineralien das Gestein geformt haben. Die rundgeschliffenen Steine im rechten Teil des Bildes untermauern die Hypothese, dass einst Wasser an Curiositys Stelle entlang geflossen ist.

Mars-Bild des Tages (14.03.2022): Kontrastreiche Aufnahmen der Marsoberfläche

Mars-Rover auf Marslandschaft
14.03.2022: Kontrastreiche, nachbearbeitete Aufnahme des Gale-Kraters. © NASA/JPL-Caltech

Im November 2016, dem 3.299. Marstag oder Sol, machte der Mars-Rover Curiosity diese Aufnahme mit Blick in den Gale-Krater. Dem Betrachtenden zeigt sich eine überraschend bunte Landschaft, die beinahe irdische Züge trägt. Das warme Licht und die Schatten lassen den Planeten fernab von unserer Welt warm aufleuchten.

Tatsächlich handelt es sich bei dieser Aufnahme um eine professionelle Fälschung. Bei genauerer Betrachtung verwundert diese Landschaft, weil sie von zwei Lichtquellen angestrahlt wird. Das Bild entpuppt sich als eine falsche Annahme von Verhältnissen auf der kargen Oberfläche des Roten Planeten.

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Denn in Wirklichkeit besteht die Fotografie aus zwei Bildern, von denen eine am Morgen und eine am Nachmittag aufgenommen wurde. Das blaue Licht auf dem Bild entstammt der Aufnahme vom Morgen, während das orangene Licht den Nachmittag anzeigt. Doch auch das ist nur die halbe Wahrheit.

Die Navigationskameras des Rovers arbeiten lediglich in Schwarz Weiß. Indem Wissenschaftler*innen nun orange, blaue und grüne Farbtöne in das Bild einbinden, schärfen sie die Kontraste für das Bodenprofil der Marsoberfläche. So kann die Crew um Curiosity besser geologische Besonderheiten in der Landschaft aufspüren.

Die künstlerische Interpretation der Navigationsbilder dient also nicht nur einem rein ästhetischen Zweck, sondern hilft außerdem dabei, den Rover sicher durchs Gelände zu manövrieren. Der irdische Eindruck, der im Zuge der Nachbearbeitung entsteht, dient somit einem wissenschaftlichen Zweck.

Mars-Bild des Tages (09.03.2022): Die Namib Dune

Sanddüne in Schwarz Wei0
09.03.2022: Kombinierte Aufnahme einer Wanderdüne durch die Kameras von Curiosity. © NASA, Jet Propulsion Laboratory

Um das Foto dieser grauen Wand zu erstellen, kombinierte Curiosity verschiedene Aufnahmen seiner Teleobjektivkamera Mastcam. Astronom:innen nennen die Formation „Namib Dune“, weil sie sehr den irdischen Dünen Afrikas gleichen. Tatsächlich ist der Sand dieser Sanddüne dunkel und liegt an der nordwestlichen Flanke des Mount Sharp inmitten des Gale-Krater.

Die gezeigte Düne ist Teil einer weitaus größeren Formation, die als „Bagnold Dunes“ bekannt sind. Das Spannende daran: Fotografien aus dem Orbit zeigen, dass die Dünen wandern. Sie bewegen sich mit einem Meter pro Jahr.

Die „Namib Dune“ ist von steinigen Grund bis zum Kamm etwa vier bis fünf Meter hoch. Das Bild entstand am 21. Dezember 2015, dem 1.200. Mars-Tag, oder Sol, des Mars-Rovers. Es zeigt das erste Mal aktive Sanddünen auf einen anderen Planeten.

Mars-Bild des Tages (08.03.2022): Löchrige Eiskappen auf der Südhalbkugel des Mars

Aufnahme vom Marc Reconnaissance Orbiter der NASA
Aufnahme vom Marc Reconnaissance Orbiter der NASA. © NASA/JPL-Caltech/Univ. of Arizona

Für manche Aufnahmen braucht es nicht nur die richtige Tageszeit, sondern auch die richtige Jahreszeit. Dieses Bild des Mars Reconnaissance Orbiter zeigt die Polareiskappen auf der südlichen Hemisphäre des Mars. Die Sonne steht im marsianischen Spätsommer tiefer, sodass die Schattierungen auf der Oberfläche besonders zur Geltung kommen.

Astronom:innen nennen diese eigenartige Landschaft auch „Swiss Cheese Terrain“, weil die löchrige Landschaft an einen Schweizer Käse erinnert. Im Gegensatz zu Wassereis auf der Erde, verflüssig sich das Eis aus puren Kohlenstoffdioxid nicht, sondern verdampft bei wärmeren Temperaturen. Dadurch entstehen die eigenartigen Löcher auf der Oberfläche des Roten Planeten. Auch eine tiefere Kuhle ist links oben im Bild zu erkennen. Hier könnte es sich um einen alten Einschlagskrater handeln, oder aber um eine Einsturzgrube.

Mars-Bild des Tages (07.03.2022): Windhosen auf dem Mars

Marslandschaft mit Dünen
07.03.2022: Der Mars Reconnaissance Orbiter zeigt die Spuren von Windhosen auf der Marsoberfläche. © NASA, HiRISE, MRO, LPL (U. Arizona)

Die HiRISE-Kamera des Mars Reconnaissance Orbiters hielt auf diesem Bild dunkle, sich windende Spuren auf der Marsoberfläche fest. Der Orbiter umkreiste seit 2006 den Mars und lieferte die Daten, um den Planeten zu kartografieren. Die vom Orbiter entdeckten Schatten entstehen durch ein besonderes Phänomen.

Indem sich tagsüber die Oberfläche des Mars schnell aufheizt, entstehen kleine Wirbelwinde, sogenannte Staubteufel. In Wüstengebieten auf der Erde sind ebenfalls solche kleine Wirbelwinde zu beobachten. Mit bloßem Augen sind sie nicht zu erkennen, solange sie keinen Staub aufwirbeln.

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Wirbelwinde zeichnen dunkle Spuren in den Sand, da sie den losen roten Staub forttragen. Zurück bleibt eine schwerere Sandschicht aus dunklen Sedimenten. Wie Wissenschaftler:innen der NASA erklärten, helfen solche Windhosen sogar die Solarmodule der Mars-Rover zu reinigen.

Mars-Bild des Tages (03.03.2022): Ingenuitys extraterrestrische Flüge

Drohne in Mars-Landschaft
03.03.2022: Die Drohne Ingenuity ist das erste von Menschen geschaffene Fluggerät auf einem fremden Planenten. © NASA/JPL-Caltech/ASU

Mit der Drohne Ingenuity ist es Menschen erstmals gelungen ein Flugobjekt auf einem anderen Planeten zu starten und zu landen. Die Helikopterdrohne selbst trägt keine Instrumente mit sich und soll die Flugfähigkeiten von fliegenden Objekten in der fremden Atmosphäre austesten.

Fliegen ist auf dem Mars eine andere Erfahrung als auf der Erde. Die Atmosphäre ist etwa nur ein Hundertstel so dicht wie die der Erde. Das erschwert den Auftrieb, weshalb die Drohe zwei koaxial angebrachte Rotorblätter besitzt. Weil die Schwerkraft jedoch nur einem Drittel von der auf der Erde gleicht, kann die Helikopterdrohne leichter abheben.

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Die Drohne startet jedoch nicht einfach und wird von der Erde aus in Echtzeit gesteuert. Die Datenübertragung ist für das Team von Perseverance und seiner Drohne Ingenuity stets eine Herausforderung. Acht Minuten brauchen die Befehle, bevor sie den Mars erreichen.

Daher müssen Flugroute und Steuerungsbefehle vorher geplant und als Bündel an Ingenuity gesendet werden. Die Drohne absolviert also nur die Art von Flügen, die vorher vom Start bis zur Landung durchgeplant wurden. Ingenuity hilft Orte zu erreichen, die ein Mars-Rover nie erreichen könnte.

Mars-Bild des Tages (02.03.2022): Sonnenuntergang auf dem Mars

Sonnenuntergang auf dem Mars
02.03.2022: Auf dem Mars erscheint der Sonnenuntergang aufgrund von Partikeln in der Atmosphäre blau. © NASA/JPL-Caltech/MSSS/Texas A&M Univ.

Sonnenuntergänge sind planetare Großereignisse und faszinieren die Menschen hier auf der Erde jeden Tag wieder. Das prächtige Farbenspiel aus orange, rosa und violett entsteht durch die Zusammensetzung unserer Atmosphäre. Umso erstaunlicher sehen Sonnenuntergänge auf fremden Planeten aus. Erstmal gelang es dem Mars-Rover Spirit 2005 die Abenddämmerung des Roten Planeten zu fotografieren.

Im Gegensatz zu einem irdischen Sonnenuntergang variiert die Farbpalette auf dem Mars zwischen Orange und Rot. Es ist ein kaltes Schauspiel, auch weil die Temperaturen von teils 20 Grad am Tag im Sommer (Äquatornähe) auf Minus 80 Grad fallen können. Solche massiven Temperaturschwankungen erzeugen Winde. Die wiederum wirbeln den Staub auf dem Mars gehörig auf.

Die Partikel auf dem Roten Planeten sind weitaus feiner als hier auf der Erde. Durch die atmosphärische Zusammensetzung von nahezu einhundert Prozent Kohlenstoffdioxid und den feinen Partikeln erscheint das Licht der untergehenden Sonne blau.

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Nur langwellige Lichtstrahlen schaffen es zu dieser Tageszeit durch die Atmosphäre. Und: Sie ist kleiner. Vom Mars aus gesehen wirkt unser Heimatstern etwa um ein Drittel kleiner als von der Erde aus.

Mars-Bild des Tages (01.03.2022): Curiosity im Gale-Krater

Landschaft Mars
01.03.2022: Curiosity im Gale Krater © NASA/JPL-Caltech/MSSS

NASA´s Rover Curiosity landete bereits 2012 im Gale-Krater auf dem Mars. Mit einem Durchmesser von 154 Kilometern ist der Krater etwas Einmaliges auf dem Planeten. In der Mitte der Einschlagsstelle liegt der Berg Aeolis Mons, auch bekannt als Mount Sharp, der mit 5,5 Kilometern höher ist als der eigentliche Kraterrand.

Die Aufnahme stammt von der Mastcam des Rovers und zeigt im Vordergrund die Ausläufer des Mount Sharp. Fast verschwindet im Staub der Kraterrand im Hintergrund. Die Landefläche für Curiosity war gut gewählt, denn der Gale-Krater soll vor 3,5 oder 3,8 Milliarden Jahren entstanden sein. Bis heute lagerten sich vor allem um den Berg in seiner Mitte große Mengen an Sedimenten an.

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So soll der Rover die geologische Geschichte des Planeten ergründen und herausfinden. Curiositys Aufgabe besteht vor allem darin herauszufinden, ob der Mars zukünftig als Biosphäre geeignet ist oder bereits in seiner Vergangenheit Spuren von Leben hinterlassen hat.

Mars-Bild des Tages (28.02.2022): Seit einem Jahr auf dem Mars

Selfie Perseverance
28.02.2022: Der Mars-Rover Perseverance ist seit einem Jahr auf dem Mars. © NASA/JPL-Caltech/MSSS

Am 18 Februar 2021 landete Perseverance auf dem Roten Planeten. Seit nun mehr einen Jahr erkundet der Mars-Rover die Oberfläche des Mars nach Spuren von Biosignaturen. Die fünfte Mission dieser Art der NASA soll außerdem die geologischen Geschichte des Planeten verraten.

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Bereits kurz nach seiner Landung gelang es dem Rover besonderes Material zu Erde zurücksenden. So nahm Perseverance bereits drei Tage nach seiner Landung Ton vom Mars auf. Nun wissen wir, wie es auf dem Planeten klingt. Außerdem soll diese Mission eine bemannte Reise vorbereiten.

Testweise führt der Rover einen Kanister mit sich, der unter hohen Energieaufwand das Kohlenstoffdioxid aus der Atmosphäre zieht. So stellte die Einheit MOXIE (Mars Oxygen In-Situ Resource Utilization Experiment) in einer Stunde über 5 Gramm Sauerstoff her.

Außerdem führt der Rover einen Begleiter mit sich: Ingenuity. Die kleine Drohne vollführte den ersten Flug auf der Oberfläche des Mars. Die Drohne soll vor allem die Flugfähigkeit von Geräten auf dem Mars untersuchen.

Mars-Bild des Tages (24.02.2022):Ein Meteoritenfund

Meteorit auf dem Mars
24.02.2022: Auch auf dem Mars kann man Meteoriten finden.

Die Wissenschaftler:innen müssen im Oktober 2016 erstaunt gewesen sein. Die Mast Camera (Mastcam) von NASA’s Curiosity stieß auf eine glänzende Kugel. Die fünf Lichtpunkte auf dem grauen Ball entstanden durch die sogenannte Chemistry and Camera (ChemCam) des Rovers. Eine solch reflektierende Oberfläche hatte man bis dahin noch nicht gesehen.

So spektakulär der Fund bis heute auch ist, zeigt er kein Relikt von längt verschwundenen Aliens. Das hier gezeigte Objekt ist ein Meteorit aus Eisen und Nickel. Der Brocken ist dabei etwa so groß wie ein Golfball.

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Auf der Erde kommen solche Eisen-Nickel-Meteoriten häufig vor. Der von Curiosity auf dem Mars gefundene ist jedoch der erste seiner Art auf einem anderen Planeten. Mehr noch als das, zeigt die geschmolzene Oberfläche, welche Kräfte beim Eintritt in die Marsatmosphäre geherrscht haben müssen.

Damit wir den kleinen Brocken so sehen wie auf diesem Bild, haben Mitarbeitende der NASA das Fotomaterial nachträglich mit einem Weißabgleich überarbeitet. Das Gestein und der Eisen-Nickel-Klumpen erscheinen uns wie unter den Tageslichtbedingungen auf der Erde. Wissenschaftler:innen nutzen diese Technik, um durch die gewohnten, irdischen Sehbedingungen weitere Details zu entdecken.

Mars-Bild des Tages (23.02.2022): Trockeneis und Staub

Sanddünen auf dem Mars
23.02.2022: NASA’s Mars Reconnaissance Orbiter (MRO) machte diese Aufnahmen von der Nordpolregion des Mars. © NASA/JPL-Caltech/Univ. of Arizona

NASAs Mars Reconnaissance Orbiter (MRO) nahm diese Aufnahme über der nordpolaren Region des Mars auf. Dabei zeigt sie, wie orangener Staub über den dunkleren Basalt weht. An den Füßen der Dünen bilden sich saisonal bedingt Trockeneisränder, die auf dem Bild als weiße Linien zu sehen sind.

Dieses gefrorenes Kohlenstoffdioxid kommt vor allem in den Wintermonaten an den Polregionen vor und schmilzt nicht einfach. Wenn die Temperaturen auf dem Mars wieder steigen, wechselt das Trockeneis direkt in den gasförmigen Aggregatzustand. Daher kann dieses Eis auch nicht als Garant dafür betrachtet werden, dass auf der Oberfläche des Roten Planeten Wasser vorhanden wäre.

Mars-Bild des Tages (22.02.2022): Ein Hügel im Jezero Krater

Geröll und Hügel auf dem Mars
22.02.2022: Der Mars-Rover Perseverance durchstreift den Jezero-Krater. © NASA/JPL-Caltech/ASU/MSSS

Seit einem Jahr ist der Mars-Rover Perseverance unterwegs auf der Marsoberfläche. Im 48 Kilometer breiten Jezero-Krater sucht NASA´s neustes Vehikel nach Spuren einstigen Lebens. Dabi durchstreift „Perseverance“ eine unwirtliche Gegend voller Sterine und Geröll.

Doch gerade hier soll der Rover seiner Aufgabe am nächsten kommen: die Suche nach mikrobakteriellen Leben. Außerdem analysiert Perseverance die Geologie des Planeten und ist das erste Gerät seiner Art, dass Gesteinsproben wie Regolith (zerbrochenes Marsgestein und Staub) sammelt und zwischenspeichert. Weiterhin soll der Rover Wetterdaten sammeln, die ein größeres Verständnis darüber liefern, wie sich das Klima auf dem Planeten historisch verändert hat.

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Somit will die NASA mit Hilfe von Perseverance den Weg für eine bemannte Mars-Mission ebnen. Das heutige Mars-Bild des Tages zeigt hierbei, wie die ersten Menschen den Planeten erfahren werden. Auch dieses Bild hat keine nachträgliche, digitale Bildbearbeitung erhalten und zeigt jene Farbspektren, die Astronaut:innen auf der Mars-Oberfläche wahrnehmen werden.

Mars-Bild des Tages (21.02.2022): Marsianische Dünen

Sanddünen auf dem Mars
21.02.2022: Der Mars-Rover Curiosity nahm dieses Bild von Sanddünen auf dem roten Planeten auf. © NASA/JPL-Caltech/MSSS

Die Sanddünen auf dem Mars formen sich anders als auf der Erde. Was jedoch Erd- und Marsdünen gemein haben, ist, dass sie wandern können. Und so zeigt sich auf dem roten Planeten wieder ein geologisches Merkmal, dass uns recht irdisch vorkommt. Bisher ist der Mars der einzige Planet in unserem Sonnensystem, von dem die Wissenschaft weiß, dass er Sanddünen besitzt.

Und doch wohnt dem Anblick solcher Strukturen etwas Magisches inne. Sie sind fast schwarz und ganz anders. Die dunklen Kämme der Dünen liegen jeweils mehrere Meter voneinander entfernt. Das interessante Merkmal sind jedoch die kleinen Wellen auf den Dünen. Sie verlaufen entgegengesetzt zur Kammrichtung und sind auf der Erde nicht zu finden.

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Doch das Bild ist bearbeitet. Wie viele andere Aufnahmen auch, ist Curiositys Schnappschuss weißabgeglichen. Das bedeutet, dass es wie unter Tageslichtbedingungen bei uns auf der Erde aussieht. Eine solche Methode wird stets dann angewendet, wenn Wissenschaftler:innen einen genaueren Blick auf die Bodenbeschaffenheit werfen wollen. Denn jede noch so kleine Besonderheit auf der Oberfläche kann unser Verständnis vom Mars verändern.

Mars-Bild des Tages (19.02.2022): Opportunitys Weg durch die Wüste

Aufnahme von der Mars-Oberfläche
19.02.2022: Im Sommer 2014 schoss der Mars-Rover Opportunity dieses Mars-Bild. © NASA/JPL-Caltech/Cornell Univ./Arizona State Univ.

2004 landete mit dem Mars-Rover Opportunity ein weiterer Späher der Menschheit auf dem Mars. Der Rover war bis 2018 im Einsatz und sendete Daten aus der Region rund um den Endeavour-Krater, der auch das Ende seiner Reise markierte. Durch die Linse des Rovers konnten Wissenschaftler:innen zum ersten Mal Anzeichen von ehemals offen stehendem Wasser erkennen.

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Opportunitys Aufnahme zeigt den äußeren westlichen Rand des Endeavor-Kraters, den der Rover 2012 erreichte und bis zu seiner Abschaltung 2018 untersuchte. Deutlich zu erkennen sind die Spuren seiner Räder auf der staubigen Oberfläche. Der Himmel ist orange. Die Aufnahme zeigt in etwa die realen Sichtbedingungen auf dem roten Planeten.

Mars-Bild des Tages (18.02.2022): Selfie des Mars-Rover Curiosity

Mars Rover Curiosity
18.02.2022: Curiosity sendet ein Selfie aus dem Gale-Krater. © NASA/JPL-Caltech/MSSS

Am 2533. Sol, oder Mars-Tag, seiner Mission, sendete der Mars Rover Curiosity ein Selfie zur Erde. Es scheint kein gemütlicher Tag auf dem roten Planeten zu sein, denn hinter Curiositys Rücken zeigt sich aufgewirbelter Staub. Klar zu erkennen ist auch der feine rote Staub auf der Oberfläche des Rovers. Weil der Mars so gut wie keine Feuchtigkeit in seiner Atmosphäre besetzt, ist dieser elektrostatisch geladen und bleibt defacto überall kleben. Die Elektronik des Rovers muss daher gut geschützt werden.

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Der Rover ist seit 2012 im Dienste der Menschheit auf dem Mars unterwegs. Dabei streift er durch den 154 Kilometer breiten Gale-Krater und entnimmt Proben. Der Rand dieses Kraters ist im Hintergrund der Aufnahme als Bergkette zu erkennen. Bisher hat der Curiosity über 26 Kilometer zurückgelegt.

Links auf dem Boden neben dem Rover befinden sich die zwei Löcher der Probebohrungen. So klein diese auch sind, haben es sich die Wissenschaftler:innen aus dem Jet Propulsion Laboratory im kalifornischen Pasadena nicht nehmen lassen, diese Landmarker zu benennen. Sie heißen von links nach rechts Glen Etive 2 und Glen Etive 1.

Das Jet Propulsion Laboratory am California Institute of Technology (CALTECH) ist die Leit- Steuerstelle für die Sonden und Satelliten der NASA.

Mars-Bild des Tages (17.02.2022): Polkappen und Sandstürme

Mars-Bild
17.02.2022: Hubbles Aufnahme zeigt die Vielschichtigkeit des roten Planenten. © NASA, ESA, and STScI

Ob aus der Ferne vom Weltraum-Teleskop Hubble, oder ganz nah vom Mars-Rover Curiosity: Bilder vom Mars gibt es zuhauf und das Interesse an unserem roten Nachbarn wächst so stark, dass viele Länder bereits bemannte Mission dorthin planen.

Die Bilder vom Mars durch NASA, ESA und Co. zeigen, dass der rote Planet mehr ist als nur ein karger Ort. Sie zeigen Staubstürme, die eisigen Polkappen und Sanddünnen inmitten riesiger Krater.

Die Aufnahme zeigt diese Vielschichtigkeit ganz besonders gut. Unser nächster Nachbar kommt der Erde zyklisch immer wieder sehr nahe. Dann kann das Hubble-Weltraumteleskop die besten Portraits des Planeten knipsen, wie in diesem Bild geschehen

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Hubble nahm dieses Bild auf, 13 Tage bevor der Mars 2018 seine größte Nähe zu unserem Planeten aufwies. Es zeigt keinen „roten Planeten“, sondern eine Welt mit Eis und Stürmen, eine dynamische Welt mit eigenen Gesetzen. Sie zu erforschen, wird vermutlich das größte Abenteuer der Menschheit darstellen.

Bilder vom Mars: Täglich neue Seiten des roten Planeten

Menschen wie Elon Musk sehen auf dem Mars die Zukunft unserer Spezies. Wieso ausgerechnet der Mars dafür in Frage kommt, verraten uns die von der NASA bereitgestellten Bilder des Planeten jeden Tag aufs neue.

Quellen: NASA, ESA

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